Dmitri Trenin, Direktor des Carnegie Centers in Moskau, hält einen Vortrag über die Zukunft der außenpolitischen Beziehungen Europas, den USA und Russlands beim Forschungsinstitut Dialog der Zivilisationen:
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Keine Annäherung zwischen den USA und Russland in Sicht

Dmitri Trenin, Direktor des Carnegie Centers in Moskau, hält einen Vortrag über die Zukunft der außenpolitischen Beziehungen Europas, den USA und Russlands beim Forschungsinstitut Dialog der Zivilisationen: „Russlands Beziehung zu Europa wird davon abhängen, inwiefern Europa als handelnder Akteur in der weltpolitischen Agenda mitwirken wird. Wenn Europa sich dafür entscheidet global keine Rolle spielen zu wollen, dann wird Europa auch für Russland und die USA unbedeutend werden,“ meint Trenin. Gleichzeitig sieht Trenin keinerlei Chancen für eine Annäherung der USA an Russland. Kurz nach den US Wahlen und dem Sieg Trumps war man in Moskau noch optimistisch, dass es zu einer lang ersehnten Kooperation und der Aufhebung der Sanktionen gegenüber Russlands kommt. Nach dem Rücktritt des Sicherheitsberaters des US Präsidenten hat sich das Blatt gewendet. „Das Beste was jetzt beiden Staaten passieren kann, ist das der Konflikt eingefroren bleibt. Ich sage das schweren Herzens, aber das Schlimmste wäre jetzt eine noch tiefere Spaltung oder gar Eskalation des Konflikts auf lange Sicht,“ erklärt der Moskauer Carnegie Direktor.

Donald Trump sei ein Nationalist und man möge außenpolitisch nicht zu viele Erwartungen wecken, weil die Beziehungen zu Russland im Vergleich zur Innenpolitik nicht wichtig für die USA seien. Die inneramerikanische Auseinandersetzung zwischen der nationalen und der globalistisch einnehmenden Denktradition habe jetzt begonnen. „Die Astrengungen die Trump unternehmen müsse, um etwas am Verhältnis zu Russland zu ändern, sind das Risiko nicht Wert eine innenpolitische Krise herbeizuführen,“ erklärt Trenin. Gleichzeitig kristallisiere sich eine angelsächsische Welt heraus, mit der vor allem Russland und China rivalisierten. Die Beziehung der beiden Letztgenannten bezeichnet er als schwächere Form von Allianz. Man unternehme nichts gegeneinander, aber das meiste auch nicht gemeinsam. Vor allem China hätte seinen eigenen Modus Operanti, der anders funktioniere zum Rest der Welt.

Gibt es eine potentielle gemeinsame Ebene für die USA und Russland? „Wenn wir ehrlich sind, steht selbst das gemeinsame Rüstungsabkommen kurz vor dem Aus. Außerdem gibt es keine wirtschaftliche Zusammenarbeit. Eventuell könnte man in der Terrorbekämpfung noch zusammenarbeiten. Russlands Stärke ist, dass es abgesehen vom Islamischen Staat kein Land in Eurasien und im Nahen Osten gebe (Israel und Iran eingeschlossen), zu dem Moskau keine Kontakte pflege.“ Darauf aber habe niemand Einfluss, weil die Politik der USA auch in Zukunft weder von Russland, noch von anderen globalen Akteuren beeinflusst werde. „Die Amerikanische Bevölkerung, die amerikanischen Eliten und die Zivilgesellschaft werden Trump steuern und er wird sich mit diesen Wirkungskräften auseindersetzen müssen,“ so Dmitri Trenin abschließend. Es bleibt spannend, denn der Experte selbst bezeichnet Donald Trump als unberechenbar.

Quelle:Berlin(ots)