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Japaner entwickeln beingesteuerte Robo-Arme

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MetaLimbs- als extra Hände vor allem bei sitzender Arbeit gedacht

Tokio- Im Büro in Ruhe Kaffee schlürfen und trotzdem noch zwei Hände zum Arbeiten frei haben – das sollte mit den “MetaLimbs” japanischer Forscher kein Problem sein. Denn es handelt sich um Roboter-Arme, die mithilfe der Beine gesteuert werden. Das verspricht Nutzern mehr nützliche Gliedmaßen, insbesondere bei sitzenden Tätigkeiten – und unter Umständen auch im Stehen, was allerdings ein etwas seltsames Tänzeln erfordert.

Hände für Wichtigeres frei

Eigentlich ist die Idee ja einleuchtend: Wer sitzt, braucht die Beine gerade nicht und könnte sie ruhig sinnvoll nutzen. Eben das ermöglicht die Entwicklung von Forschern des Inami Laboratory http://inamilab.org und der Keio University http://keio.ac.jp/en . Denn MetaLimbs umfasst zwei Roboterarme sowie Sensoren, die an den Beinen und Füßen angebracht werden. Das System erfasst dann die Beinbewegungen und übersetzt sie in passende Armbewegungen. Dabei kommt es den Forschern zufolge speziell auf die Bewegung relativ zum Rumpf an.

Dank Sensor-Socken kann der Träger durch Einrollen der Zehen auch das Greifen von Roboter-Händen steuern – beispielsweise, um eben einen Getränkebecher zu halten, während die körpereigenen Hände für Wichtigeres frei bleiben. Dank Sensoren in den Roboter-Händen bekommen die Füße dabei auch eine Kraftrückmeldung. Das sollte helfen, Gegenstände auch angemessen fest zu greifen.

Besser sitzen als tänzeln

Die Robo-Arme können beispielsweise ein Werkstück halten, wenn der Nutzer seine Hände für Feinarbeiten braucht oder auch ein Werkzeug hält. Das System, das im Sommer im Rahmen der #SIGGRAPH 2017 http://s2017.siggraph.org näher vorgestellt wird, ist vor allem für sitzende Arbeiten gedacht. Doch ist es den Forschern zufolge möglich, MetaLimbs auch für bestimmte stehende Tätigkeiten zu nutzen. Aufgrund der zur Steuerung nötigen Beinbewegungen sieht das aber schnell ein wenig seltsam aus – ein Tänzeln mit Zeheneinrollen.

Quelle: pte, Foto: : inamilab.org