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Ehemaliger Generalsekretär

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Der frühere CDU-Generalsekretär Heiner Geißler ist mit 87 Jahren verstorben.

CDU-Generalsekretär Heiner Geißler kam am 3. März 1930 in Oberndorf am Neckar als Sohn eines Oberregierungsrates zur Welt.

Das Abitur legte er am Jesuiten-Kolleg Sankt Blasien im Schwarzwald ab. Anschließend trat er für vier Jahre dem Jesuitenorden bei. Nach Abschluss des Philosophie- und Jurastudiums arbeitete er Anfang der 1960er-Jahre kurze Zeit als Amtsrichter in Stuttgart. In der CDU war Geißler zunächst Landesvorsitzender der Jungen Union in Baden-Württemberg.

Unter den Ministerpräsidenten Peter Altmeier und Helmut Kohl (beide CDU) war Geißler von 1967 bis 1977 Sozialminister in Rheinland-Pfalz, anschließend wurde er CDU-Generalsekretär. Kohl berief den promovierten Juristen 1982 zum Familienminister. Der Sozialexperte arbeitete an einem neuen Image der CDU als moderne Programmpartei und führte unter anderem ein Erziehungsgeld ein.

Unterschiedliche Auffassungen über die Rolle der Partei führten seit Mitte der 1980er-Jahre zu Konflikten und schließlich zum Bruch mit dem Kanzler und Parteivorsitzenden Kohl. 1989 musste Geißler als Generalsekretär zurücktreten.

Dem Bundestag gehörte er noch bis 2002 an.

Der streitbare Politiker war verheiratet, er hatte drei Söhne.

Neue Rolle seit Ende der 90er-Jahre

Auch nach seiner parteipolitischen Laufbahn blieb Geißler ein Mahner, der die CDU wiederholt vor „Kleingeisterei“ warnte. Wirtschaftspolitisch entfernte er sich zunehmend von seiner Partei und trat auch der globalisierungskritischen Vereinigung Attac bei.

Geißler trat in verschiedenen Tarifkonflikten als Schlichter auf. Unvergessen ist seine Vermittlerrolle im Konflikt um das umstrittene Bahnhofsprojekt „Stuttgart 21“ in den Jahren 2010 und 2011.

Foto: Der scheidende CDU-Generalsekretär Heiner Geißler auf dem 37. Bundesparteitag der CDU kurz vor dem Fall der Mauer (am 11. September 1989) in Bremen, Quelle: dpa