Monarch stellt Flugbetrieb ein

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Insolvenz von Monarch Airlines

Plötzliche Airline-Pleite: Zehntausende Passagiere sitzen im Ausland fest

Die britische Fluggesellschaft Monarch hat überraschend ihren Betrieb eingestellt und damit die größte Rückholaktion von Passagieren nach Großbritannien seit Jahrzehnten ausgelöst. Etwa 110.000 Fluggäste sind im Ausland gestrandet.

Erneut meldet eine europäische Fluggesellschaft Insolvenz an. Die britische Monarch Airlines ist der dritte Pleitefall in fünf Monaten, Hunderttausende Urlauber stranden. Die Gründe klingen vertraut

Die britische Fluggesellschaft Monarch, die fünftgrößte Airline des Landes mit fast 50-jähriger Tradition, ist pleite. Am frühen Montagmorgen verlor die Gesellschaft ihre Lizenz. Rund 110.000 Passagiere sind dadurch in einer Reihe europäischer Staaten gestrandet, weitere 300.000 Buchungen verlieren ihre Gültigkeit.

„Wichtig! Monarch ist nicht mehr in Betrieb. Bitte gehen sie nicht zum Flughafen“, heißt es in den Meldungen, die am frühen Montag von der Flugaufsicht Civil Aviation Authority (CAA) verschickt wurden.

Monarch ist nach Alitalia und Air Berlin bereits die dritte europäische Fluglinie, die in diesem Jahr pleite gegangen ist. Strategische Fehlentscheidungen haben allen dreien zugesetzt, aber auch der immer intensivere Wettbewerbsdruck durch Billigflieger wie Ryanair und EasyJet und die Überkapazitäten in der Branche.

Schuld an dem Zusammenbruch seien „der Druck auf die Preise“ für Kurzstreckenflüge, gepaart mit steigenden Treibstoff- und Flughafengebühren als Folge des schwächeren Pfundkurses, sagte Blair Nimmo von der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft KPMG die als Insolvenzverwalter eingesetzt ist.

Die  Verbindungen nach Deutschland wurden bereits eingestellt

Der Luftfahrtbehörde zufolge sind insgesamt etwa 410 000 Kunden davon betroffen, dass alle Monarch-Maschinen am Boden bleiben. Die Fluggesellschaft rief über den Kurzbotschaftendienst Twitter alle Fluggäste auf, nicht zum Flughafen zu kommen. „Es wird keine Monarch-Flüge mehr geben“, erklärte die Airline.

Monarch Airlines

Die 1968 gegründete Monarch mit Sitz in Luton nördlich von London hat etwa drei Dutzend Maschinen mit insgesamt etwa 7200 Sitzplätzen und flog vor allem beliebte Ferien-Ziele an – etwa in Spanien, Portugal und Italien. Auch die einzige Route nach Deutschland, zwischen London und dem Bodensee-Flughafen in Friedrichshafen, ist von der Insolvenz betroffen. Weitere Verbindungen nach Friedrichshafen aus Manchester und zwischen Birmingham und München wurden bereits vor längerer Zeit eingestellt.

Zuletzt hatte Monarch verstärkt mit der wachsenden Konkurrenz zu kämpfen. „Steigender Kostendruck und zunehmend wettbewerbsintensive Bedingungen auf dem europäischen Markt für Kurzstreckenflüge“ hätten der Fluggesellschaft zugesetzt, sagte Blair Nimmo von der Beratungsgesellschaft KPMG, die als Insolvenzverwalter bestimmt wurde. Monarchs Finanzlage hatte sich 2016 verschlechtert, als es wegen der angespannten Sicherheitslage in Tunesien, Ägypten und der Türkei immer mehr Konkurrenz auf den Strecken nach Spanien und Portugal gab. Auch der Verfall des britischen Pfunds verschärfte die Lage. Eine Millionen-Spritze des Eigners, der Investment-Gesellschaft Greybull Capital, hielt die Airline vor einem Jahr noch am Leben. Von der Pleite profitieren könnten Experten zufolge nun die Konkurrenten Ryanair und Easyjet.

Durch die Pleite droht nun 2100 Mitarbeitern der Fluggesellschaft der Verlust ihres Arbeitsplatzes. Oliver Richardson von der Gewerkschaft Unite erhob deshalb Vorwürfe gegen die britrische Regierung. Die Bitte nach einem Überbrückungskredit für die Traditionsfluggesellschaft sei von Kabinettsmitgliedern abgelehnt worden. Trotz des unermüdlichen Einsatzes der Belegschaft gehe nun „eine der ältesten Fluggesellschaften des Landes“ in die Insolvenz. Viele der Monarch-Beschäftigten könnten wohl anderswo in der Branche unterkommen, sagte der britische Verkehrsminister Chris Grayling der BBC.

Quelle: SZ/Reuters/AFP/mahu/sks,Ang