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Fünf Tote in der afghanischen Hauptstadt Kabul

Veröffentlicht von Presse

14 Jahre alter Junge sprengt sich auf Bürgersteig in die Luft

Kabul – Ob das Kind wusste, dass es eine Bombe mit sich trug, ist nicht klar: Ein zehn bis 14 Jahre alter Junge hat sich am frühen Dienstagabend (Ortszeit) im Diplomaten- und Regierungsviertel der afghanischen Hauptstadt Kabul in die Luft gesprengt und mindestens fünf Menschen mit in den Tod gerissen.

“Auf Videobildern ist zu sehen, wie der Junge eine Plastiktüte die Straße hinunter trug”, sagte der Sprecher der Kabuler Polizei, Basir Mudschahid. Möglicherweise sei er aber unwissentlich in die Sache hineingeraten. Es sei zumindest möglich, dass jemand ihm die Bombe gegeben habe, ohne dass er davon wusste.

Laut Gesundheitsministerium waren bei dem Anschlag in der sogenannten Grünen Zone nahe vieler Botschaften und afghanischer Ministerien 20 Menschen verletzt worden. Alle Opfer seien Afghanen und Zivilisten, sagte Polizeisprecher Mudschahid. Die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) reklamierte den Anschlag für sich.

Auf wen oder was genau der Attentäter oder seine Auftraggeber es abgesehen hatte, blieb zunächst unklar. Die Bombe sei mitten auf einem Bürgersteig explodiert, sagte Polizeisprecher Mudschahid. In der Nähe lägen “die Büros des staatlichen Fernsehens, ausländische Botschaften und das Büro für auswärtige Beziehungen des Verteidigungsministeriums”. Aus einer Stellungnahme des Ministeriums ging hervor, dass Ministeriumsangestellte nicht betroffen waren.

Der Junge war mitsamt der Bombe offenbar problemlos in eine schwerbewachte Zone hineingelangt. Die sogenannte Straße 14 führt in einen normalerweise an allen Zugangsstraßen abgesperrten Block, in dem sich unter anderem das Nato-Hauptquartier, der Präsidentenpalast, die US-Botschaft, die britische Botschaft und das Büro der Weltbank befinden. An einem anderen Ende des Blocks liegt auch die deutsche Botschaft, vor der Ende Mai eine schwere Lastwagenbombe explodiert war. Rund 150 Menschen starben damals.

Seit Jahresanfang hat es in Kabul damit 17 schwere Anschläge mit Hunderten Toten und Verletzten gegeben. Hinter ihnen steckten sowohl die radikalislamischen Taliban als auch die Terrormiliz Islamischer Staat (IS). Kämpfer des sunnitischen IS hatten erst vor elf Tagen eine schiitische Moschee angegriffen und 71 Menschen getötet. Am selben Tag waren bei einem Selbstmordanschlag der Taliban auf den Bus einer Militärakademie 15 Menschen ums Leben gekommen.

 

Quelle: Tag24, Foto: Twitter