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Trump erklärt seinen Ex-Chefstrategen Bannon für verrückt

Washington- Er machte den ultrarechten Ideologen Steve Bannon zu seinem Chefstrategen im Weißen Haus – doch nun erklärt US-Präsident Donald Trump seinen einstigen Verbündeten für verrückt. In einer am Mittwoch veröffentlichten Erklärung des Präsidenten heißt es, Bannon habe den Verstand verloren. Grund für die scharfe Attacke ist ein brisantes Buch, das kommende Woche erscheint. Darin wirft Bannon Trumps Sohn, Donald Trump Junior, im Zusammenhang mit der Russland-Affäre Verrat und unpatriotisches Verhalten vor.

„Steve Bannon hat nichts mit mir oder meiner Präsidentschaft zu tun. Als er gefeuert wurde, hat er nicht nur seinen Job verloren, sondern auch seinen Verstand“, erklärte Trump. „Jetzt, wo er allein ist, realisiert Steve, dass Siegen nicht so einfach ist. Steve spielte nur eine sehr begrenze Rolle bei unserem historischen Sieg.“

Bannon wurde im August 2016 für Trumps Wahlkampf verpflichtet und führte dem Immobilienmilliardär zahlreiche Wähler aus dem ultranationalistischen Lager zu. Nachdem er sich mit zahlreichen Trump-Mitarbeitern angelegt hatte, musste er das Weiße Haus im August 2017 wieder verlassen.

Mit der Erklärung reagierte Trump auf vorab veröffentlichte brisante Auszüge aus einem Buch des Journalisten Michael Wolff mit dem Titel „Fire and Fury: Inside the Trump White House“, das am kommenden Dienstag erscheint.

Darin wirft Bannon Donald Trump Junior „Verrat“ vor, weil dieser sich im Juni 2016 während des Präsidentschaftswahlkampfs mit der russischen Anwältin Natalia Weselnizkaja getroffen hatte. Bei dem Gespräch ging es um kompromittierendes Material über Trumps Rivalin Hillary Clinton.

Die Begegnung im New Yorker Trump Tower, an der auch Trumps Schwiegersohn Jared Kushner und der damalige Wahlkampfleiter Paul Manafort teilnahmen, war aus Sicht Bannons „unpatriotisch“. „Die drei führenden Leute in der Kampagne dachten, es sei eine gute Idee, sich im 25. Stock im Konferenzraum des Trump Tower mit einer ausländischen Regierung zu treffen – ohne Anwälte“, wird Bannon zitiert.

Selbst wenn dies nicht als „verräterisch“ oder „unpatriotisch“ angesehen werde, so hätte doch in jedem Fall sofort das FBI verständigt werden müssen. Die „New York Times“ und die britische Zeitung „The Guardian“ brachten Ausschnitte aus dem Buch.

Trump steht wegen mutmaßlich illegaler Russland-Kontakte seines Wahlkampfteams massiv unter Druck. Mit der Affäre befasst sich unter anderem der vom Justizministerium eingesetzte Sonderermittler Robert Mueller. Die Ermittlungen führten bereits zu einer Anklage gegen Trumps zeitweiligen Wahlkampfleiter Manafort. Ihm wird Geldwäsche im Zusammenhang mit seiner Lobbyistentätigkeit für prorussische Kräfte in der Ukraine vorgeworfen.

Wie am Mittwoch bekannt wurde, verklagte Manafort seinerseits Mueller und das US-Justizministerium. Er wirft dem Ministerium vor, dem Sonderermittler zu viele Vollmachten erteilt zu haben. Überdies datierten seine Kontakte zum gestürzten prorussischen ukrainischen Präsidenten Viktor Janukowitsch allesamt in der Zeit vor 2014 und hätten „keinerlei Bezug zum Wahlkampf 2016 oder gar zu Donald Trump“.

Quelle: AFP, Foto: Steve Bannon war bis August 2017 Cheftstratege Trumps (Quelle: AFP/Archiv / JIM WATSON)

Ein Kommentar

  1. Medien: Trump-Anwalt fordert von Bannon Unterlassungserklärung

    Nach den schweren Vorwürfen gegen seinen ältesten Sohn hat US-Präsident Donald Trump Medienberichten zufolge eine Unterlassungserklärung von seinem früheren Chefstrategen Steve Bannon gefordert. Trumps Anwalt Charles Harder habe Bannon in einem Brief vorgeworfen, durch seine Gespräche mit dem Journalisten und Buchautor Michael Wolff über Trump, seine Familienmitglieder und sein Wahlkampfteam eine Vertraulichkeitsvereinbarung verletzt zu haben, berichteten US-Medien am Mittwoch.

    Bannon habe nicht nur vertrauliche Informationen an Wolff weitergegeben, sondern sich mit seinen „abfälligen“ Äußerungen über Trump und seine Familie auch der Verleumdung schuldig gemacht, zitierten US-Medien aus dem Schreiben des Anwalts.

    In Washington hatten zuvor brisante Auszüge aus einem Enthüllungsbuch Wolffs mit dem Titel „Fire and Fury: Inside the Trump White House“ für Aufsehen gesorgt, das am kommenden Dienstag erscheint. Darin wirft Bannon Donald Trump Junior vor, sein Treffen im Juni 2016 während des Präsidentschaftswahlkampfs mit der russischen Anwältin Natalia Weselnizkaja sei „verräterisch“ gewesen.

    Bei dem Gespräch ging es um kompromittierendes Material über Trumps Rivalin Hillary Clinton. Die Begegnung im New Yorker Trump Tower, an der auch Trumps Schwiegersohn Jared Kushner und der damalige Wahlkampfleiter Paul Manafort teilnahmen, war aus Sicht Bannons zudem „unpatriotisch“.

    Trump hatte Bannon daraufhin für verrückt erklärt. „Steve Bannon hat nichts mit mir oder meiner Präsidentschaft zu tun. Als er gefeuert wurde, hat er nicht nur seinen Job verloren, sondern auch seinen Verstand“, erklärte Trump am Mittwoch. „Jetzt, wo er allein ist, realisiert Steve, dass Siegen nicht so einfach ist. Steve spielte nur eine sehr begrenzte Rolle bei unserem historischen Sieg.“

    Trump steht wegen mutmaßlich illegaler Russland-Kontakte seines Wahlkampfteams massiv unter Druck. Mit der Affäre befasst sich unter anderem der vom Justizministerium eingesetzte Sonderermittler Robert Mueller. Die Ermittlungen führten bereits zu einer Anklage gegen Trumps zeitweiligen Wahlkampfleiter Manafort. Ihm wird Geldwäsche im Zusammenhang mit seiner Lobbyistentätigkeit für prorussische Kräfte in der Ukraine vorgeworfen.

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