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Berliner JVA Tegel

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-Hab noch was zu erledigen-:

Zweifach-Mörder verlängert Freigang per SMS

Berlin – Wie heißt es bekanntlich: Dreistigkeit siegt. Das dachte sich auch ein zweifacher Mörder in der Haftanstalt Tegel im Norden Berlins. Er verlängerte eigenmächtig seinen Freigang und sagte per SMS bescheid, wie der Tagesspiegel berichtet.

Eine beunruhigende Situation: Ein zweifacher Mörder auf Freigang und das vollkommen legal. Was jedoch noch mehr verängstigt, ist die Tatsache, dass der Mann seinen Aufenthalt in der Freiheit einfach per SMS verlängert hatte. Alarmbereitschaft in der Haftanstalt: Fehlanzeige!

Eigentlich sollte der Häftling am Samstag in die Anstalt zurückkehren, doch dies tat der Mann nicht, stattdessen genehmigt sich der Häftling zusätzliche Stunden in Freiheit, wie Justizsprecher Sebastian Brux mitteilte.

Wegen den Mord an den Eltern eines 16-jährigen Mädchen wurde der Mann zu lebenslanger Haft mit anschließender Sicherungsverwahrung verurteilt. Man sagt ihm notorische Gewalttätigkeit und Alkoholsucht nach.

Doch wie kann ein Mann, der so gefährlich ist, in Freiheit spazieren?

Laut Bundesverfassungsgericht muss jedem Verurteilten grundsätzlich die Möglichkeit gegeben werden, irgendwann wieder auf freien Fuß zu kommen. So können Frei- oder Ausgänge ein vorbereitendes Mittel dafür sein.

Seine Zuverlässigkeit bescherte dem Mann seine Freigänge. So durfte er 2017 mehr als 200 mal die Haft verlassen, wie Brux sagte. Er kam immer wie vereinbart zurück.

Weniger als 1 Prozent kommen zu spät oder nicht freiwillig zurück. Für Berlin sind das weniger als 100 Fälle pro Jahr.

Doch durch den Ausbruch von neun Häftlingen in der Justizvollzugsanstalt Plötzensee, wirkt die Berliner Justiz zerbrechlicher denn je und wirft verstärkt kein gutes Licht auf den zuständigen Senator Dirk Behrendt (49, Grüne).

Quelle: Tagesspiegel,Tag24, Foto: JVA Tegel (Quelle: Martin Sasse)