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Großeinsatz gegen Mafia

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Polizei gelingt Schlag gegen kalabrische Mafia in Deutschland und Italien

EU- Den italienischen und deutschen Strafverfolgungsbehörden ist am Dienstag ein Schlag gegen die kalabrische Mafia gelungen. Die Polizei nahm in beiden Ländern mehr als 170 Verdächtige fest und beschlagnahmte Vermögen in Millionenhöhe. Bundesinnenminister Thomas de Maizière (CDU) sprach von einem „wichtigen Erfolg“ gegen die Unterwanderung der Wirtschaft durch mafiöse Strukturen und Methoden.

In Baden-Württemberg, Bayern, Hessen und Nordrhein-Westfalen wurden nach Angaben des Bundeskriminalamt (BKA) in Wiesbaden elf mutmaßliche Mitglieder der Mafiaorganisation ‚Ndrangheta gefasst. Laut italienischer Polizei wurde Vermögen im Wert von rund 50 Millionen Euro beschlagnahmt.

Die in Deutschland festgenommenen Tatverdächtigen im Alter von 36 bis 61 Jahren stehen im Verdacht, als Mitglieder einer kriminellen Vereinigung schwere Straftaten wie Erpressung und Geldwäsche begangen zu haben. De Maizière erklärte: „Wir lassen es nicht zu, dass kriminelle Organisationen wie die ‚Ndrangheta Deutschland als Rückzugs- und Investitionsraum nutzen und hier ihr kriminelles Geschäft erledigen.“

 

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Carabinieri beim Anti-Mafiaeinsatz,Quelle: AFP

An den Festnahmen waren Spezialeinheiten aus Bayern, Baden-Württemberg, Rheinland-Pfalz und dem Saarland beteiligt. Sechs Wohnungen und vier Gastronomiebetriebe wurden durchsucht, wie die Generalstaatsanwaltschaft Stuttgart und das Landeskriminalamt Baden-Württemberg mitteilten. Bei München nahm die Polizei einen 48-jährigen deutsch-italienischen Staatsangehörigen fest.

Die Festnahmen in Deutschland standen im Zusammenhang mit Ermittlungen der italienischen Strafverfolgungsbehörden, die am Dienstag in Italien zu mehr als 160 Festnahmen in Kalabrien und sieben weiteren Regionen führten. Die Festnahmen in Deutschland erfolgten demnach auf Grundlage von EU-Haftbefehlen, die mit weiteren Beschlüssen zur Durchsuchung und Vermögensbeschlagnahme erlassen wurden. Zuvor hatten die italienischen Ermittler Rechtshilfeersuchen an Deutschland gerichtet.

Ziel der Anti-Mafia-Ermittler ist es, die kriminellen Aktivitäten und die Strukturen des ‚Ndrangheta-Clans der Familien Farao und Marincola aufzudecken. Der Mafiaclan aus der kalabrischen Gemeinde Cirò gilt dem BKA zufolge als übergeordnete Gruppierung mit großem Einfluss über die benachbarten Regionen hinaus. Die einzelnen Strafvorwürfe reichen von versuchtem Mord, Erpressung, Geldwäsche und Verstößen gegen das Waffengesetz über internationale Autoschiebung, illegalen Handel und illegale Verschiebung von Müll bis hin zu unlauterem Wettbewerb.

Der Gruppierung sei es darüber hinaus gelungen, Einfluss auf bedeutende italienische Wirtschafts- und Handelszweige wie zum Beispiel die Herstellung und den Verkauf von Fisch, Wein und Backwaren zu nehmen und den Gewinn aus diesen Geschäften auch in Norditalien und Deutschland zu investieren. Außerdem habe sie im Zusammenhang mit der Aufnahme von Flüchtlingen in Italien und im italienischen Tourismussektor Geschäfte gemacht.

Die Fäden zog der zu lebenslanger Haft verurteilte 70-jährige Giuseppe Farao. Aus dem Gefängnis heraus instruierte er seine Söhne, Enkelsöhne und andere Mafiosi. In Deutschland verfügte der Farao-Clan nach Angaben der italienischen Polizei über Zellen in Frankfurt am Main, Wiesbaden, München und Stuttgart. Dort sei es ihm gelungen, durch mafiöse Methoden die Kontrolle und das Monopol über die Lieferung von Wein, Käse, Olivenöl und Pizzasaucen zu erlangen, insbesondere an kalabrische Restaurants.

Quelle: AFP, Foto: Großeinsatz gegen Mafia in Deutschland und Italien (Quelle: ZB/AFP/Archiv / Patrick Pleul)