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Kontrollen Drogen in JVA

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Berliner- Gefängnisse haben ein Drogenproblem

Berlin- In Berlins großen Haftanstalten sind einem Bericht zufolge 2017 mehr Drogen gefunden worden als im Vorjahr.

Nach Informationen des Tagesspiegels wurden in den Gefängnissen Moabit, Tegel, Plötzensee, Heidering und der Jugendstrafanstalt Plötzensee im vergangenen Jahr im Schnitt fast zehn Prozent mehr Cannabis, Heroin und Kokain konfisziert als 2016.

„Ja, wir haben ein Drogenproblem in unseren Anstalten“, sagte Justizsenator Dirk Behrendt (Grüne) der Zeitung. „So wie das in Gefängnissen fast überall der Fall ist.“ Nach Angaben des Justizsenators wurden die Kontrollen verstärkt – auch deswegen könnten mehr Drogen gefunden worden sein.

Die Drogenfunde verteilen sich dem Bericht zufolge ungleich auf die Haftanstalten, in denen mehr als 3000 der insgesamt rund 4000 Gefangenen in Berlin untergebracht sind.

Jeder vierte Häftling ist drogenabhängig

In Moabit, wo Untersuchungshäftlinge einsitzen, nahm die Menge 2017 leicht ab. In Plötzensee nahm sie hingegen zu. Dort wurden demnach 2016 weniger als ein Gramm Kokain sichergestellt, 2017 mehr als 23 Gramm.

In Tegel, wo viele Langzeithäftlinge einsitzen, wurden 2017 fast 47 Gramm Heroin und 2379 Gramm Cannabis gefunden – ebenfalls eine Steigerung zum Vorjahr. Nach früheren Angaben der Justizverwaltung ist rund jeder vierte Inhaftierte im Gefängnis drogenabhängig.

Bei Tätern, die eine Ersatzfreiheitsstrafe verbüßen, sei es sogar fast jeder dritte, hieß es im Herbst 2017 in einer Antwort der Senatsverwaltung für Justiz auf eine parlamentarische Anfrage der CDU. Laut Verwaltung werden regelmäßig Hafträume kontrolliert, auch mit Spürhunden.

Um illegalen Drogenkonsum festzustellen, gibt es zudem Urinkontrollen. Wer mit Drogen im Knast erwischt wird, muss nach Angaben der Justizverwaltung mit einer Strafanzeige rechnen.

Quelle: dpa, Foto: In der JVA Tegel wurde im letzten Jahr 47 Gramm Heroin und 2379 Gramm Cannabis gefunden (Quelle: dpa)