Brexit-Verhandlungen:

Veröffentlicht von PR

May: -Keiner von uns kann genau das bekommen, was er will-

 London- Die britische Premierministerin Theresa May hat zu Zugeständnissen bei den Brexit-Verhandlungen aufgerufen. „Keiner von uns kann genau das bekommen, was er will“, sagte May am Freitag in London bei ihrer mit Spannung erwarteten Rede zum Ausstieg Großbritanniens aus der EU. Sie zeigte sich dennoch „zuversichtlich“, dass ein Abkommen mit Brüssel möglich ist.

May rief zu einem Freihandelsabkommen zwischen Großbritannien und der EU auf, das die meisten Wirtschaftsbereiche einschließt. Dieses solle weiter gehen als die bestehenden Abkommen zwischen Kanada und der EU. Allerdings soll Großbritannien nach dem Willen der Premierministerin nicht Teil des Europäischen Wirtschaftsraums (EWR) sein. „Wir müssen ein neues Gleichgewicht finden, aber wir werden nicht die Rechte Kanadas akzeptieren mit den Verpflichtungen Norwegens“, sagte May. Norwegen ist Teil des EWR.

Zugleich mahnte die Premierministerin, Großbritannien müsse „die Spannung zwischen einigen unserer Hauptziele“ auflösen. „Ich will ehrlich zu den Menschen sein, denn die Realität ist, dass wir alle uns einigen harten Fakten stellen müssen“, sagte sie.

Mit dem für März 2019 geplanten Austritt aus der EU verlasse das Vereinigte Königreich auch den europäischen Binnenmarkt. Dadurch werde das „Leben anders“, räumte May ein.

Am Mittwoch hatte May empört auf den Vorschlag des EU-Chefunterhändlers Michel Barnier reagiert, Nordirland notfalls de facto im EU-Binnenmarkt und der Zollunion zu belassen. Dabei sagte sie zu dem von der EU vorgelegten Vertragsentwurf für den britischen EU-Austritt, dieser würde „den gemeinsamen britischen Markt untergraben und die verfassungsmäßige Integrität des Vereinigten Königreichs bedrohen“. Kein britischer Premierminister könnte dem jemals zustimmen, betonte sie.

Quelle: AFP, Foto: Großbritanniens Premierministerin Theresa May, (Quelle: POOL/AFP / Leon Neal)