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Christian Sewing wird neuer Chef der Deutschen Bank

Frankfurt- Wie das Geldinstitut am Sonntagabend mitteilte, wurde der 47-Jährige mit sofortiger Wirkung zum Vorstands-vorsitzenden berufen. Sewing war bislang Ko-Vizechef und verantwortete den Unternehmensbereich Privat- und Firmenkundenbank. Er folgt auf John Cryan, der die Bank zum Monatsende verlassen wird.

“Christian Sewing hat in seinen mehr als 25 Jahren bei der Deutschen Bank konstant bewiesen, dass er führungsstark ist und eine große Durchsetzungskraft hat”, erklärte der Aufsichtsratsvorsitzende Paul Achleitner. “Der Aufsichtsrat ist überzeugt, dass es ihm und seinem Team gelingen wird, die Deutsche Bank erfolgreich in eine neue Ära zu führen.”

Sewing hatte 1989 eine Ausbildung zum Bankkaufmann bei der Deutschen Bank begonnen. Es folgte ein berufsbegleitendes Studium an der Bankakademie Bielefeld und Hamburg. Von 2005 bis 2007 war Sewing Finanz- und Risikovorstand der Deutschen Genossenschafts-Hypothekenbank.

Von Juni 2013 bis Februar 2015 leitete er die Konzernrevision (Group Audit) der Deutschen Bank. Davor bekleidete er eine Reihe von Führungspositionen im Risikomanagement. Er arbeitete in Frankfurt und Hamburg sowie an den Standorten London, Singapur, Tokio und Toronto.

Der Aufsichtsrat bestimmte am Sonntag überdies die Vorstandsmitglieder Garth Ritchie und Karl von Rohr zu stellvertretenden Vorstandsvorsitzenden.

Erst Ende März war der bisherige Bankchef Cryan noch Gerüchten über seine bevorstehende Ablösung entgegengetreten und hatte in einer Erklärung an die Mitarbeiter versichert, “dass ich mich weiterhin mit all meiner Kraft für die Bank einsetze und gemeinsam mit Ihnen den Weg weiter gehen möchte, den wir vor rund drei Jahren angetreten haben”. Der Brite führte die Deutsche Bank seit 2015, sein Vertrag lief eigentlich noch bis Mai 2020.

Cryan leitete in der Deutschen Bank weitreichende Umstrukturierungen ein, deren jüngster Schritt der Börsengang der hauseigenen Vermögensverwaltung DWS war. Außerdem hatte er zahlreiche internationale Rechtsstreitigkeiten geerbt, die zu Milliarden an Strafen und Kompensationszahlungen führten. In den vergangenen drei Jahren schrieb die Bank nur Verluste, der Aktienkurs büßte zuletzt massiv an Wert ein.

Achleitner dankte dem scheidenden Vorstandsvorsitzenden: “Trotz seiner relativ kurzen Amtszeit als Vorstandsvorsitzender hat John Cryan eine wichtige Rolle in der fast 150-jährigen Geschichte der Deutschen Bank gespielt und Weichen für eine erfolgreichere Zukunft des Hauses gestellt”, erklärte Achleitner. “Dafür sind wir und ich ganz persönlich ihm sehr dankbar.” Der Aufsichtsrat sei aber nach einer umfassenden Analyse zu dem Schluss gekommen, “dass es nun eine neue Umsetzungskraft in der Führung unserer Bank braucht”.

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Quelle: AFP, Foto: Die Deutsche Bank, (Quelle: AFP/Archiv / Daniel ROLAND)