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Drohne legt für enge Spalten die -Flügel- an

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Ansatz verspricht bessere Erkundungs- und Rettungsroboter

Marseille- Wenn Vögel durch eine enge Spalte fliegen wollen, legen sie kurz die Flügel an. Eben das kann nun auch eine Drohne, so die nationale französische Forschungsorganisation CNRS http://cnrs.fr/en .(Drohne legt für enge Spalten die -Flügel- an) Denn Forscher am Étienne Jules Marey Institute of Movement Sciences http://www.ism.univmed.fr haben einen Quadcopter konstruiert, der seine Rotorarme im Flug verstellen kann. Das Prinzip soll es größeren Robotern erleichtern, effektiv Erkundungs- oder Rettungsmissionen durchzuführen.

Flügel anlegen und durch

Vögel können im Flug sehr schnell manövrieren, und es gibt bereits Drohnen, die eine ähnlich große Beweglichkeit zeigen. Doch bei engen Spalten bringt das nicht unbedingt etwas. Da hilft bisweilen nur noch, Flügel anlegen und durch – für Vögel ebenfalls ein Klacks. Mit der aktuell in „Soft Robotics“ vorgestellten Drohne ahmen die französischen Forscher nun auch diesen Trick nach. Dazu setzen sie beim „Quad-Morphing“ genannten Fluggerät auf zwei bewegliche Arme. Darauf befinden sich je zwei der vier Rotoren des Quadcopters.

Normalerweise stehen die beiden Arme im rechten Winkel zur Längsachse der Drohne, wodurch sie relativ breit ist. Für den Flug durch einen schmalen Spalt können die Rotorarme dank eines Systems elastischen und steifen Kabeln jedoch in eine Position entlang der Achse gebracht werden. Der Quad-Morphing macht sich also praktisch lang und dünn. Nach dem Durchflug durch eine Engstelle breiter der Quadcopter die Arme wieder aus, um seinen Flug zu stabilisieren. All das geschieht bei einer Fluggeschwindigkeit von neun Kilometern pro Stunde.

Entscheidungsfreiheit gegeben

Bislang fiel die Entscheidung darüber, ob Quad-Morphing sich schmal macht, mithilfe eines 3D-Lokalisierungssystems im Forschungslabor. Doch hat das Team die Drohne mittlerweile mit einer Minikamera ausgerüstet, die 120 Bilder pro Sekunde schafft. Das soll es dem Quadcopter ermöglichen, selbst zu beurteilen, wie schmal ein Spalt ist und damit, ob er seine Flügel anlegen sollte.

Eben das ist wichtig für potenzielle praktische Anwendungen. Hier haben die Forscher insbesondere Erkundungs- und Rettungsmissionen im Auge. Denn der Einsatz von Drohnen in diesen Bereichen wird immer häufiger. Muss ein Fluggerät dabei ein Hindernis vergleichsweise weiträumig umfliegen, kostet das jedenfalls Energie und somit verbleibende Einsatzdauer sowie speziell bei Rettungseinsätzen potenziell auch wertvolle Zeit. Eine Drohne, die einfach durch enge Spalten schlüpfen kann, wäre also von großem Vorteil.

Quelle: pte, 04.06.2018, Foto: Drohne legt für enge Spalten die -Flügel- an, (Quelle: pixel 2018)