Axel Hilpert, People, Panorama, Justiz, Tod, Berlin

Hotelier Hilpert im offenen Vollzug gestorben

Veröffentlicht von Presse

Millionenbetrüger: Axel Hilpert ist tot

In einem Berliner Gefängnis wurde am Donnerstagvormittag ein Häftling tot in seiner Zelle aufgefunden. Dabei handelt es sich um den ehemaligen Hotelier Axel Hilpert.

Nach rbb-Informationen starb der Hotelier im offenen Vollzug in Berlin-Hakenfelde. Die Justizverwaltung bestätigte dem rbb lediglich, dass am Donnerstagmorgen ein 70-Jähriger tot in Haftanstalt aufgefunden wurde. Erste Hinweise deuten auf einen natürlichen Tod hin. Wie in solchen Fällen üblich, hat die Polizei Ermittlungen aufgenommen.

Hilpert wurde im vergangenen Jahr wegen Subventionsbetrugs und Steuerhinterziehung in Zusammenhang mit seinem Luxusferienresort am Schwielowsee zu drei Jahren und neun Monaten Haft verurteilt. Das Haftende wäre 2021 gewesen.

Die Polizei ist derzeit vor Ort. Ein Todesermittlungsverfahren sei eingeleitet worden, hieß es. Das Landgericht Frankfurt (Oder) hatte Hilpert vergangenes Jahr zu einer Gefängnisstrafe von drei Jahren und neun Monaten verurteilt. Dagegen war der Hotelier erfolglos in Revision gegangen. Zuvor war ein Urteil des Landgerichts Potsdams, das Hilpert wegen Betrugs und Untreue zu fünf Jahren und acht Monaten verurteilt hatte, vom Bundesgerichtshof außer Kraft gesetzt worden. Daraufhin kam es zu einer Neuauflage des Prozesse vor dem Landgericht Frankfurt (Oder). Der Hotelier hatte seinen Wohnsitz nach Berlin verlegt. Dort wurde es ihm ermöglicht, seine Haftstrafe im offenen Vollzug anzutreten.

2,6 Millionen Euro Fördermittel erschlichen

Hilpert galt als schillernde Figur mit guten Kontakten in die Brandenburger Politik. Sein Fall begann mit dem Bau des Luxushotels am Schwielowsee (Potsdam-Mittelmark). Nach Überzeugung des Gerichts hatte Hilpert dabei ein kompliziertes Netz von Scheinfirmen aufgebaut und mit fingierten Rechnungen die Bausumme des Hotelkomplexes im Florida-Stil künstlich in die Höhe getrieben. So kam er in den Genuss von deutlich mehr Fördergeld – zum Nachteil der Brandenburger Landesinvestitionsbank (ILB). Sie wurde durch das Scheinfirmenkonstrukt um 2,6 Millionen Euro Fördergeld betrogen.

Quelle: Rundfunk Berlin-Brandenburg (rbb), 09.08.2018 ,Hotelier im offenen Vollzug gestorben (Quelle: dpa/Patrick Pleul)