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Tote und Verletzte bei Angriff auf Militärparade im Iran

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Zivilisten und Soldaten unter den mindestens 24 Todesopfern

Bei einem Angriff auf eine Militärparade im Iran sind am Samstag mindestens 24 Menschen getötet worden. Mehr als 50 weitere seien in der Stadt Ahwas im Südwesten des Landes verletzt worden, meldeten Staatsmedien. Zwei Angreifer seien getötet, zwei weitere festgenommen worden. Teheran machte ein von den USA „unterstütztes Regime“ für den Angriff am Jahrestag des Kriegsbeginns mit dem Irak (1980-1988) verantwortlich.

Unter den toten „Märtyern“ seien auch Frauen und Kinder, meldete die amtliche Nachrichtenagentur Irna. Die Zahl der Todesopfer könne weiter ansteigen, da viele der 53 Verletzten in Lebensgefahr schwebten.

Unter den Toten seien Zivilisten und Soldaten, sagte der Vize-Gouverneur der Provinz Chusestan, Ali-Hossein Hosseinsadeh, der halbamtlichen Nachrichtenagentur Isna. Der Anschlag, zu dem sich zunächst niemand bekannte, sei von vier Angreifern verübt worden. Laut iranischen Medienberichten trugen sie Militäruniformen.

Wie die halbamtliche Nachrichtenagentur Fars berichtete, hatten während der Parade bewaffnete Männer in die Zuschauermenge geschossen. Anschließend versuchten sie demnach, auch auf die Tribüne für offizielle Besucher zu feuern. Sicherheitskräfte hätten sie dann niedergeschossen.

Im Iran wird am Samstag mit Militärparaden an den Beginn des Kriegs mit dem Irak von 1980 bis 1988 erinnert. Ahwas liegt in der mehrheitlich von Arabern bewohnten Provinz Chusestan an der Grenze zum Irak. Weiter nördlich kommt es immer wieder zu Angriffen kurdischer Rebellen auf Militärpatrouillen. Angriffe in größeren Städten sind aber selten.

Außenminister Mohammed Dschawad Sarif schrieb im Kurzbotschaftendienst Twitter, „regionale Terror-Sponsoren und ihre US-Herren“ seien für den Angriff verantwortlich. „Der Iran wird schnell und entschieden zur Verteidigung iranischer Leben antworten.“ Die Revolutionsgarden machten von Saudi-Arabien finanzierte „Terroristen“ für den Angriff verantwortlich.

Am 20. Juli waren mindestens zehn Mitglieder der Revolutionsgarden bei einem Rebellenangriff auf einen iranischen Militärposten im Dorf Dari an der Grenze zum Irak getötet worden. In den iranischen Kurdengebieten sind seit Jahrzehnten mehrere Rebellengruppen aktiv, die für mehr Rechte und mehr Autonomie der ethnischen Minderheit kämpfen. In der gebirgigen Region an der Grenze zum Irak und zur Türkei gibt es regelmäßig Gefechte zwischen Aufständischen und Sicherheitskräften.

Im Juni 2017 waren bei einem Angriff auf das Parlament und das Mausoleum von Ayatollah Khomeini in Teheran 17 Menschen getötet und dutzende weitere verletzt worden. Noch während des Angriffs bekannte sich die Dschihadistenmiliz Islamischer Staat (IS) zu der Tat. Bis dahin war der mehrheitlich schiitische Iran von Anschlägen der sunnitischen IS-Miliz verschont geblieben.

 

Quelle: AFP, 22.09.2018, Foto: Verletzte vor der Tribüne/Tote und Verletzte bei Angriff auf Militärparade im Iran, (Quelle: ISNA/AFP / Alireza MOHAMMADI)