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Flugzeug-Abschuss in Syrien beschädigt Verhältnis zu Israel

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Moskau macht israelische Luftwaffe für Tod von 15 Russen verantwortlich

Nach dem Abschuss eines russischen Militärflugzeugs über Syrien infolge von israelischen Luftangriffen sieht Russland sein Verhältnis zu Israel beschädigt. Der Vorfall, bei dem vor einer Woche 15 russische Soldaten getötet wurden, könne den Beziehungen beider Länder nur schaden, erklärte Kreml-Sprecher Dmitri Peskow am Montag in Moskau. Er machte „vorsätzliche“ Handlungen israelischer Kampfpiloten für den versehentlichen Abschuss durch die syrische Luftabwehr verantwortlich. Verteidigungsminister Sergej Schoigu kündigte konkrete Konsequenzen an.

Die syrische Armee hatte vor einer Woche versehentlich eine Iljuschin-Maschine der mit ihr verbündeten russischen Armee abgeschossen, als diese im Landeanflug auf die westsyrische Provinz Latakia war. Alle 15 Besatzungsmitglieder starben. Die syrische Luftabwehrrakete hatte sich eigentlich gegen israelische Kampfflugzeuge gerichtet, die einen Angriff über Syrien flogen.

Unmittelbar nach dem Vorfall hatte das russische Verteidigungsministerium Israel für den Vorfall verantwortlich gemacht und von einem „feindseligen Akt“ gesprochen. Das russische Außenministerin bestellte die israelische Gesandte in Moskau ein. Israel wies den Vorwurf zurück. Russlands Präsident Wladimir Putin sprach später in einem beschwichtigendem Tonfall von einer „Verkettung unglücklicher Umstände“.

Die russische Armee erneuerte allerdings in einem am Sonntag vorgestellten Untersuchungsbericht ihre Vorwürfe gegen Israel. Sie machte „irreführende Informationen“ der israelischen Luftwaffe für den Abschuss des russischen Flugzeugs verantwortlich. Die Angaben der israelischen Luftwaffe über ihre bevorstehenden Angriffe hätten es dem russischen Flugzeug nicht ermöglicht, „rechtzeitig in ein sicheres Gebiet zu fliegen“, sagte Militärsprecher Igor Konatschenkow.

Verteidigungsminister Sergej Schoigu kündigte am Montag Konsequenzen an. Die russische Armee werde die Kommunikation von Flugzeugen stören, die syrisches Territorium vom Mittelmeer aus angreifen, sagte Schoigu in einer im Fernsehen übertragenen Erklärung.

In Regionen nahe Syrien über dem Mittelmeer werde es eine „Unterdrückung der Satellitennavigation, von Radarsystemen an Bord und der Kommunikationssysteme von Militärmaschinen geben, die Objekte in Syrien angreifen“, führte der Minister aus. Kreml-Sprecher Peskow hob hervor, die Maßnahmen seien „nicht gegen Drittstaaten gerichtet“, sondern dienten ausschließlich dem Schutz „unseres eigenen Militärs“.

Schoigu kündigte überdies an, der syrischen Armee binnen zwei Wochen „das moderne Luftabwehrsystem S-300“ zur Verfügung zu stellen. Diese Maßnahme sei von Staatschef Putin beschlossen worden und gehöre zu Russlands Reaktionen auf den Abschuss des russischen Militärflugzeugs. „Wir sind sicher, dass die Umsetzung dieser Maßnahmen die ‚Hitzköpfe‘ abkühlen und sie von schlecht durchdachten Aktionen abhalten wird, die unsere Soldaten bedrohen“, erklärte der Verteidigungsminister.

Laut Schoigu wurden syrische Soldaten bereits im Umgang mit S-300 geschult. Russland habe das System eigentlich schon 2013 an Syrien liefern wollen, aber auf Bitten Israels davon abgesehen. Das Abwehrsystem kann demnach Objekte in einer Entfernung von mehr als 250 Kilometern abfangen und zeitgleich mehrere Ziele in der Luft beschießen.

Ein Sprecher des Auswärtigen Amtes in Berlin sagte am Montag, der Abschuss der russischen Militärmaschine zeige, dass die Region „ein Pulverfass“ sei. Daher sei es notwendig, dass die dortigen Aktivitäten „eng abgestimmt werden, damit es nicht zu weiterer Eskalation kommt“.

Israel fliegt immer wieder Angriffe im benachbarten Bürgerkriegsland Syrien. Der Regierung von Ministerpräsident Benjamin Netanjahu ist es ein Dorn im Auge, dass an der Seite von Syriens Machthaber Baschar al-Assad auch Israels Erzfeinde Iran und die schiitsche Hisbollah-Miliz kämpfen.

Nach dem Abschuss des russischen Militärflugzeugs hatte die israelische Armee zwar ihr „Bedauern“ über den Vorfall geäußert, aber jegliche Verantwortung von sich gewiesen. Netanjahu hatte in einem Telefonat mit Putin deutlich gemacht, sein Land sei weiterhin „entschlossen“, gegen Irans militärische Präsenz in Syrien und seine Waffenlieferungen an die Hisbollah vorzugehen.

 

Quelle: AFP, 24.09.2018, Foto: Russische Jets über Syrien/Flugzeug-Abschuss in Syrien beschädigt Verhältnis zu Israel, (Quelle: RUSSIAN DEFENCE MINISTRY/AFP/Archiv / Vadim Grishankin)