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Journalist Adil Yigit wird in Berlin abgeführt

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Fotograf wird aus Pressekonferenz mit Erdogan und Merkel abgeführt

Berlin- Zwischenfall beim Staatsbesuch des türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan in Berlin: Journalist Adil Yigit wird in Berlin abgeführt. Bei der gemeinsamen Pressekonferenz mit Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) am Freitag ist ein Fotograf von Sicherheitsbeamten abgeführt worden. Zuvor hatte sich der Mann in der ersten Reihe der anwesenden Journalisten ein T-Shirt mit der Forderung nach Freilassung von in der Türkei inhaftierten Journalisten übergestreift.

Während er abgeführt wurde, rief der Fotograf mehrfach: „Ich habe nichts gemacht.“ Bei dem Mann handelt es sich um den türkischen Journalisten und Erdogan-Kritiker Adil Yigit, der seit Jahren in Hamburg lebt. Auf seinem T-Shirt hatte er in türkischer Sprache die Aufschrift „Freiheit für Journalisten“ gedruckt. Präsident Erdogan verfolgte die Szene lächelnd. Der Zwischenfall dauerte nur wenige Sekunden, die Pressekonferenz ging im Anschluss ungestört weiter.

Yigit ist Autor der Tageszeitung „taz“ und Herausgeber der regierungskritischen Onlinezeitung „Avrupa Postasi“. Laut „taz“ war der linke Aktivist Yigit 1978 in der Türkei bei einem Überfall der rechtsextremen Grauen Wölfe verletzt worden und daraufhin nach Frankreich geflohen, wo er Asyl erhielt.

Später kam er nach Hamburg, wo er eine „taz“-Redakteurin heiratete und mit ihr zwei Kinder bekam. In Hamburg engagierte er sich weiter in der Politik, weshalb er unter Beobachtung des türkischen Geheimdienstes stehen soll.

 

Quelle: AFP, 28.09.2018, Foto: Journalist Adil Yigit wird in Berlin abgeführt, (Quelle: AFP / Tobias SCHWARZ)