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Landtagswahl in Bayern:

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Landtagswahl in Bayern:haben begonnen. Neuneinhalb Millionen Wahlberechtigte sind im von der Einwohnerzahl her zweitgrößten Bundesland zur Wahl eines neuen Parlaments aufgerufen. Mit Spannung wird erwartet, ob sich die Tendenz der Umfragen aus dem Vorfeld des Urnengangs bestätigt. Diese deuteten auf erhebliche Verschiebungen der Kräfteverhältnisse im nächsten Landtag hin. Vor allem die bisher allein regierende CSU und die zuletzt zweitstärkste Fraktion der SPD müssen demnach erhebliche Stimmverluste befürchten.

Bei der jüngsten Wahl 2013 gewann die CSU mit 47,7 Prozent der Stimmen eine absolute Mehrheit der Sitze im Landtag. Vor fünf Jahren folgte die SPD mit 20,6 Prozent auf Rang zwei, vor den Freien Wählern mit neun Prozent und den Grünen mit 8,6 Prozent. Den Umfragen zufolge dürfte neben diesen Parteien erstmals auch die AfD in den bayerischen Landtag einziehen, auch FDP und Linke haben Chancen auf ein Überspringen der Fünfprozenthürde.

Für Unsicherheiten über die Aussagekraft der Umfragen sorgte im Vorfeld der Wahl der ungewöhnlich hohe Anteil der noch unentschiedenen Wähler. Im Schlussspurt des Wahlkampfs setzten die Parteien deshalb insbesondere auf die Mobilisierung ihrer Anhänger. Sollte die Tendenz der Umfragen zutreffen, verliert die CSU deutlich ihre absolute Mehrheit. Außerdem würden dann die Grünen mit Abstand auf die weiteren Parteien zweitstärkste Kraft, während AfD, SPD und Freie Wähler in etwa gleichauf liegen.

Da es sich um die erste Landtagswahl seit der Neuauflage der großen Koalition im Bund handelt, gilt die Abstimmung auch als Stimmungstest für die Bundesregierung. Insbesondere Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) und SPD-Spitzenkandidatin Natascha Kohnen klagten über fehlenden Rückenwind aus Berlin.

In der CSU deutete sich zudem an, dass ein schlechtes Wahlergebnis den Parteivorsitzenden Horst Seehofer in Bedrängnis bringen könnte. Diesem wird auch innerhalb der CSU vorgeworfen, für die Probleme der großen Koalition Verantwortung zu tragen.

 

Quelle: AFP, 14.10.2018, Foto: Wähler bei der Stimmabgabe in Nürnberg, (Quelle: dpa/AFP / Daniel Karmann)