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Zeitumstellung: Sonntag, 28. Oktober 2018

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Die Sommerzeit auf wird auf die Winterzeit umgestellt

Berlin- Zeitumstellung Im Oktober, am Sonntag den 28.10.2018 werden um 3.00 Uhr in der Früh alle Uhren um eine Stunde, auf 2.00 Uhr, zurück gestellt.

In dieser Nacht bekommen wir eine Stunde Schlaf geschenkt. Es bedeutet aber auch: Künftig wird es eine Stunde früher dunkel.

Wenn eine Umfrage der EU zum Erfolg führt, sollte schon bald jede Zeitumstellung in der Europäischen Union verschwinden, denn Untersuchungen zeigen, dass viele Menschen unter der Zeitumstellung leiden, da der Biorhythmus gestört wird.

Wirtschaftsminister will dauerhafte Sommerzeit

Die Brüsseler Behörde will die seit 38 Jahren andauernde Zeitreise beenden und dringt darauf, die Umstellung schon im kommenden Jahr abzuschaffen. Dann soll jedes Land selbst entscheiden, nach welchem Rhythmus es leben will – dauerhafte Sommer- oder Winterzeit, die eigentliche Normalzeit. Beschlossen ist allerdings noch nichts, Europaparlament und EU-Mitgliedsstaaten müssen noch zustimmen. Die Zeichen der Zeit aber sprechen für die Abschaffung. Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier jedenfalls macht sich schon mal für eine dauerhafte Sommerzeit stark. Die Rückendeckung von Bundeskanzlerin Merkel dürfte ihm sicher sein.

Damit könnte die jetzt beginnende Umstellung der Uhren auf den Winter auch die letzte sein. Und das ist gut so. Denn was hat das ständige Drehen an der Uhr gebracht? Nichts! Die vermeintlichen Vorteile der Energie-Ersparnis? Sind nie eingetreten, sagen wissenschaftliche Untersuchungen. Dafür aber Stress für den Körper en masse: Hormonproduktion, Stoffwechsel und Gehirntätigkeit laufen durch den Mini-Jetlag zeitweise aus dem Ruder. Ein Gift besonders für diejenigen, die im Schichtdienst arbeiten oder besonders früh aufstehen müssen. Alles nur für ein temporäres Gaga.

Gegen eine unsoziale Gesellschaft

Zwar sagen Experten, innerhalb von drei Tagen sei für einen gesunden Menschen jede Umstellung zu schaffen. Die Betonung liegt auf “gesunden”. Was aber ist mit den Kranken, den Alten oder den Eltern von Kleinkindern, die ihren ganz eigenen Bio-Rhythmus haben? Ist deren Befindlichkeit egal? Das sollte nicht sein. Eine Gesellschaft, die sich nur nach den Gesunden, nach den Starken ausrichtet, ist eine kalte, eine unsoziale Gemeinschaft.

Profitiert haben nur zum Teil dubiose Ratgeber-Magazine und -Sendungen, die mit wohlfeilen Tipps zur Zeitumstellung nur so um sich werfen. Eine kleine Auswahl: Zur Winterzeitumstellung soll man möglichst ab Mittags keinen Kaffee trinken, einen Abendspaziergang machen, Stress vermeiden, für die Konzentration viel Obst und Nüsse knabbern und so weiter und so fort. Ratschläge also, die das ganze Jahr über gelten.

Nun kann man den Ärger um die Zeit-Umstellung als Luxus-Problem betrachten und sich fragen, ob Deutschland angesichts von Katastrophen, Kriegen und Hungersnöten in der Welt nicht wichtigeres zu tun habe, als sich über eine läppische Stunde Zeitunterschied aufzuregen? Sicher, hier geht es nicht um Existenzielles. Aber wer diesem Killer-Argument folgt, darf sich vieler Probleme nicht mehr annehmen.

Zur Geschichte der Zeitumstellung

Ein Blick in die Geschichte der Zeitumstellung leistet übrigens Entscheidungshilfe. Erstmals umgesetzt hat die Idee der letzte deutsche Kaiser Wilhelm II. Während in den blutigen Grabenkämpfen des Ersten Weltkriegs die Soldaten zu Millionen hingemetzelt wurden und den deutschen Rüstungsfabriken der Brennstoff ausging, ließ er am 30. April 1916 die Uhren auf Sommerzeit vorstellen, um für die Fortsetzung des Krieges Energie zu sparen. Die deutschen Kriegsgegner Großbritannien und Frankreich zogen noch im gleichen Jahr nach. 1919 wurde die schon damals unbeliebte Sommerzeit aber wieder abgeschafft.

Die Nazis unter Adolf Hitler führten sie 1940 im Zweiten Weltkrieg aus dem gleichen Grund wieder ein. 1949 wurde auch dieses Experiment beendet. 1980 – während der zweiten Ölkrise – wurde die sommerliche Zeitumstellung in beiden Staaten des geteilten Deutschlands wiederbelebt, seit 1996 gilt sie einheitlich in allen Ländern der EU. Fassen wir das Wesentliche zusammen: Ein irrlichternder Kaiser und ein größenwahnsinniger Diktator, die für zwei Weltkriege verantwortlich sind, haben für genau diese Kriege an der Uhr gedreht. Schon allein deswegen heißt es für mich: Die Zeitumstellung kann gerne das zeitliche segnen. Tschüss Winterzeit – und danke für nichts!

 

Quelle: Wikimedia Foundation Inc. Berlin 27.10.2018, Foto: #Zeitumstellung: Sonntag, 28. Oktober 2018, (Quelle: Myriam)