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Vattenfall 3. Tarifrunde bringt kein Ergebnis

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Kein Mandat aus Schweden für wertschätzende Löhne

Berlin- Auch nach der 3. Verhandlungsrunde ist noch kein Ziel in Sicht für die Beschäftigten der Vattenfall in Berlin. Die Vereinte Dienstleistungsgewerkschaft (ver.di) führt aktuell beim Energieversorger Vattenfall Tarifverhandlungen. Zwischenzeitlich wurden zwei Warnstreikaktionen durchgeführt, die zuletzt am Freitag, den 26. Oktober 2018 mit einem ganztägigen Warnstreik und einem Demonstrationszug von der Sellerstraße aus in einer Kundgebung vor der Vattenfall-Zentrale in der Chausseestraße mündete.

 

Auch nach einem 12-stündigen Verhandlungsmarathon sah die Arbeitgeberseite sich nur in der Lage, ihr ursprüngliches Angebot minimal zu erhöhen. Aktuell werden 2,85 Prozent für 18 Monate sowie 1,9 Prozent für weitere 10 Monate angeboten. Das bedeutet umgerechnet auf 12 Monate lediglich eine Erhöhung um 1,9 Prozent und liegt damit immer noch deutlich unter der Inflationsrate. Zu mehr sah sich die Arbeitgeberseite nicht in der Lage und betonte immer wieder, dass sie kein Mandat habe.

Das Vorgehen der Arbeitgeberseite sei ein Schlag ins Gesicht aller Beschäftigten von Vattenfall, ist aus dem Kreis der ver.di Tarifkommissionsmitglieder zu hören. Am Tag vor der 3. Verhandlungsrunde seien die aktuellen Quartalszahlen des Unternehmens veröffentlicht worden und hätten deutliche Gewinne für den Konzern verzeichnet. Die Konzernspitze habe aber offensichtlich nicht verstanden, dass dieses Ergebnis nur durch die Beschäftigten erzielt worden sei und damit eine deutliche Entgelterhöhung geboten sei.

 

ver.di Verhandlungsführer, Robin Marks, macht deutlich: „Wenn wir dieses Angebot in die Belegschaft bringen, dann werden die Beschäftigten zu Recht stocksauer über das Verhalten der Arbeitgeber sein“. Dann müsse man davon ausgehen, dass die Belegschaft weitere und härtere Arbeitskampfmaßnahmen einfordern würde, um der Arbeitgeberseite deutlich zu machen, dass sie einen solchen herablassenden Umgang nicht hinnehmen würden. „Vattenfall scheint offensichtlich kein Interesse an zufriedenen Beschäftigten zu haben, wenn sie nicht bereit sind, wertschätzend zu handeln“, so der Gewerkschafter weiter, „doch nur zufriedene Beschäftigte schaffen auch zufriedene Kunden“.

 

Die Arbeitgeberseite sah sich nicht in der Lage, einen neuen Verhandlungstermin anzubieten und will zunächst intern die Lage mit den in Schweden sitzenden Verantwortlichen diskutieren. ver.di wird ihre Mitglieder informieren und mit den Vertrauensleuten und der Tarifkommission das weitere Vorgehen beraten. „Keiner will einen längeren Erzwingungsstreik. Wir hoffen immer noch, dass die Arbeitgeberseite endlich aufwacht und kurzfristig ein abschlussfähiges Angebot abgibt. Noch sieht die Lage aber eher nach der Ausweitung von Streiks aus“, beurteilt Robin Marks die aktuelle Lage.

 

Quelle: ver.di – Vereinte Dienstleistungsgewerkschaft, 02.11.2018, Foto: Vattenfall – 3. Tarifrunde bringt kein Ergebnis, (Quelle: Sebsaitan Vennebusch)