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Kabul- sechs Tote bei Selbstmordanschlag

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IS bekennt sich zu Explosion unweit von Demonstration

Bei einem Selbstmordanschlag in Kabul sind am Montag mindestens sechs Menschen getötet und weitere 20 verletzt worden. Wie ein Sprecher des Innenministeriums mitteilte, sprengte sich ein Attentäter vor einer Schule in der Nähe des Präsidentenpalastes in die Luft. Die Dschihadistenmiliz Islamischer Staat (IS) bekannte sich zu der Tat.

Ganz in der Nähe des Anschlagsortes protestierten hunderte Demonstranten gegen Anschläge der radikalislamischen Taliban auf Angehörige der schiitischen Minderheit der Hasara. Bei den meisten Anschlagsopfern handelte es sich um Zivilisten, darunter mehrere Frauen, wie der Ministeriumssprecher weiter mitteilte. Zunächst hatte es geheißen, die meisten Opfer seien Sicherheitskräfte.

Der Attentäter sei zu Fuß unterwegs gewesen und habe sich inmitten der Demonstranten in die Luft sprengen wollen, sagte ein weiterer Sprecher des Innenministeriums. Er sei aber bei einer Sicherheitskontrolle rund 200 Meter vom Ort der Kundgebung entfernt aufgehalten worden.

Der Anschlag ereignete sich nahe der sogenannten Grünen Zone, dem abgesicherten Regierungs- und Diplomatenviertel von Kabul. In der Nähe befinden sich auch der Präsidentenpalast und ein Luxushotel.

Der IS erklärte über sein Propaganda-Sprachrohr Amaq, ein Selbstmordattentäter mit einem Sprengstoffgürtel habe eine Versammlung von Schiiten in der Nähe des Präsidentenpalastes getroffen. Der IS hat sich zu zahlreichen Anschlägen bekannt, die in den vergangenen Monaten die afghanische Hauptstadt erschütterten.

In dem Innenstadtviertel von Kabul hatten sich am Sonntagabend hunderte Demonstranten versammelt, die einen besseren Schutz für die überwiegend schiitische Minderheit der Hasara forderten. Die Demonstration wurde am Montag fortgesetzt. Die Hasara sind immer wieder Ziel von Anschlägen der sunnitischen Taliban.

Am Montag schickte das afghanische Militär zusätzliche Soldaten in zwei Bezirke der südöstlichen Provinz Ghasni, die mehrheitlich von der Hasara-Minderheit bewohnt wird. Kämpfer der Hasara und die afghanische Armee liefern sich in Dschaghori und Malistan seit dem vergangenen Mittwoch Gefechte mit den Taliban. Dabei wurden nach Polizeiangaben am Sonntag 15 Zivilisten und zehn afghanische Spezialkräfte getötet.

 

Quelle: AFP, 12.11.2018, Foto: Sanitäter und Angehörige von Anschlagsopfern vor einem Krankenhaus in Kabul, (Quelle: AFP / WAKIL KOHSAR)