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US-Senat stimmt für Gesetz zu Lynchmorde

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Symbolisch wichtiger Schritt im Umgang mit rassistischen Verbrechen

In einem symbolisch wichtigen Schritt hat der US-Senat für ein Gesetz gestimmt, das Lynchmorde als Bundesverbrechen festschreibt. Die Kongresskammer beschloss den von den drei afroamerikanischen Senatoren eingebrachten Gesetzentwurf am Mittwoch einstimmig.

Der demokratische Senator Cory Booker sprach von einem „sehr bedeutungsvollen Moment“ für den Senat. „Wir haben die Möglichkeit, die Fehler unserer Geschichte anzuerkennen, die Erinnerung an diejenigen zu würdigen, die brutal getötet wurden, und ein Vermächtnis zu hinterlassen, auf das künftige Generationen werden zurückschauen können.“

Rassistisch motivierte Lynchmorde gehören zum dunkelsten Kapitel der US-Geschichte. Zwischen 1882 und 1968 wurden dem Gesetzestext zufolge in den USA mindestens 4742 Menschen, die meisten von ihnen Schwarze, Opfer von Lynchmorden. Mit dem im Senat beschlossenen Gesetz werden Lynchmorde als „Hassverbrechen“ gegen Minderheiten eingestuft.

Dem Gesetz muss nun noch das Repräsentantenhaus zustimmen. Die Abgeordneten hatten zwischen 1920 und 1940 – also zu einer Zeit, als es noch immer wieder Lynchmorde gab – drei Mal für ein Bundesgesetz gegen solche Verbrechen gestimmt. Der Senat ließ die Gesetzesvorhaben aber jedes Mal scheitern. 2005 entschuldigte sich der Senat dafür.

Bei der Abstimmung am Mittwoch hatte die Senatorin Cindy Hyde-Smith den Vorsitz inne. Die republikanische Politikerin aus Mississippi hatte erst kürzlich mit einer Aussage für Empörung gesorgt, die als Anspielung auf frühere rassistische Lynchmorde in dem Bundesstaat interpretiert wurde. An einen Unterstützer gewandt, sagte sie: „Wenn er mich zu einem öffentlichen Erhängen einladen würde, würde ich in der vordersten Reihe sitzen“. Die weiße Politikerin entschuldigte sich später.

 

Quelle: AFP, 20.12.2018, Foto: Senator Cory Booker, Quelle: GETTY IMAGES NORTH AMERICA/AFP / TASOS KATOPODIS