Habeck: Parteien müssen sich auf neue Bündnisse einstellen

Veröffentlicht von PR

Grünen-Chef sieht schwindende: Bindekraft der Volksparteien

Angesichts der Schwäche der bisherigen Volksparteien müssen sich die politischen Kräfte in Deutschland nach Ansicht von Grünen-Chef Robert Habeck für neue Bündnisse öffnen. “Die Bindekraft der Volksparteien nimmt erkennbar ab und alle Parteien müssen sich bemühen, diese Lücke zu füllen”, sagte Habeck der Nachrichtenagentur AFP.

“Alle demokratischen Parteien sollten sich darauf einstellen, dass neue Bündnisse entstehen werden”, fügte der Grünen-Chef hinzu. Zurückhaltend äußerte sich Habeck zur Frage vorgezogener Neuwahlen und einer möglichen Regierungsbeteiligung seiner Partei. “Wir haben eine Regierung, alle haben erklärt, sie wollen weitermachen.” Dies gelte auch für Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und die SPD. “Aber irgendwann wird Deutschland neu wählen und dann sehen wir, was dabei herauskommt.”

Positiv bewertet Habeck nach knapp einem Jahr im Amt die Lage seiner Partei. “Die Zeit, wo die Grünen für ihre Ziele aus der Nische heraus gekämpft haben, sind vorbei”, sagte der Grünen-Vorsitzende. “Wir argumentieren heute aus dem Zentrum der Gesellschaft. Um das zu schaffen, “müssen wir unseren Blick nach draußen wenden und unsere ganze Kraft dafür aufbringen, gesellschaftliche Debatten zu führen”.

Zwar werde bei den Grünen mit Leidenschaft in der Sache diskutiert. Aber dies geschehe aus einem “Geist der Geschlossenheit”. “Wir haben gelernt, dass wir dann stark sind, wenn wir als eine politische Kraft wahrgenommen werden, nicht als zwei oder drei.”

Habeck war im Januar 2018 gemeinsam mit der Ko-Vorsitzenden Annalena Baerbock an die Spitze der Grünen gewählt worden. Seither konnte die Partei Erfolge bei Landtagswahlen und einen deutlichen Aufschwung bei den Umfragen verbuchen.

 

Quelle: AFP, 28.12.2018, Foto: Grünen-Chef Robert Habeck, Quelle: AFP/Archiv / John MACDOUGALL