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Ruhrgebiet- Autofahrer verletzt vier Menschen

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NRW-Innenminister: Klare Absicht, Ausländer zu töten- Täter in Essen gefasst

Ruhrgebiet- Aus Fremdenhass hat ein Autofahrer in der Silvesternacht im Ruhrgebiet mehrere Fußgänger angefahren und verletzt. Der 50-jährige Deutsche hatte die „klare Absicht, Ausländer zu töten“, wie der nordrhein-westfälische Innenminister Herbert Reul (CDU) am Dienstag in Bottrop mitteilte. Der Fall müsse „sehr ernst genommen werden“, es werde mit Hochdruck ermittelt. Vier Menschen wurden in Bottrop verletzt, eine Frau schwer. Der Täter wurde wenig später in Essen gefasst.

In der ersten Stellungnahme hatten die Essener Staatsanwaltschaft und die Polizeibehörden in Recklinghausen und Münster erklärt, es sei von einem „gezielten Anschlag auszugehen, der möglicherweise in der fremdenfeindlichen Einstellung des Fahrers begründet ist“.

Ein Deutscher sei bewusst in mehrere Menschengruppen gefahren, die größtenteils aus Ausländern bestanden hätten, sagte Reul. Das sei durch die Vernehmungen klar geworden. Zudem sei offensichtlich, dass der Mann psychische Erkrankungen gehabt habe.

Es mache „sehr betroffen, dass so etwas passiert ist“, sagte Innenminister Reul. Deswegen müsse lückenlos aufgeklärt werden. Reul hob hervor, in Nordrhein-Westfalen gebe es „keinerlei Toleranz“ für Gewalttäter, „egal, von welcher Ecke sie kommen“.

Ministerpräsident Armin Laschet (CDU) erklärte, an diesem Neujahrstag gelte „der Vorsatz für 2019 klarer denn je: Wir stehen zusammen gegen rechte Gewalt. Den Kampf gegen den Hass auf andere Menschen werden wir mit allen Mitteln des Rechtsstaats engagiert fortsetzen“.

Nach Angaben der Polizeipräsidentin von Recklinghausen, Friederike Zurhausen, ereignete sich der erste Angriff kurz vor Mitternacht auf einer Straße in Bottrop. Ein Fußgänger konnte sich jedoch vor einem Zusammenprall retten.

Kurz nach Mitternacht sei der 50-Jährige dann auf einem Platz in eine Menschengruppe gefahren, sagte Zurhausen. Dabei wurden vier Menschen verletzt. Nach ersten Polizeiangaben waren unter ihnen syrische und afghanische Staatsangehörige.

Daraufhin wurde die Fahndung ausgeschrieben, 18 Minuten später konnte der Mann in Essen festgenommen werden. Zuvor hatte er laut Polizei noch versucht, in eine weitere Gruppe von Menschen zu fahren. Diese warteten gerade an einer Bushaltestelle. Bei der Festnahme äußerte er sich demnach fremdenfeindlich.

Der Bottroper Oberbürgermeister Bernd Tischler (SPD) zeigte sich „entsetzt und tief getroffen“ von dem Vorfall. Er hoffe, dass die Verletzten bald genesen würden, erklärte er.

Eigentlich hätte am Dienstag das 100-jährige Bestehen der Stadt Bottrop gefeiert werden sollen. Dieses Fest habe er „angesichts der furchtbaren Ereignisse“ abgesagt, fügte Tischler hinzu.

Zurhausen sagte, der Täter sei bislang nicht polizeilich in Erscheinung getreten. Es sei unklar, ob er noch in psychologischer Behandlung sei. Erste Einlassungen des Täters ließen „fremdenfeindliche Hintergründe“ vermuten. Zu einem möglichen politischen Hintergrund lägen bisher keine Erkenntnisse vor. Derzeit seien Ermittler dabei, die Wohnung des Mannes zu durchsuchen.

Die innenpolitische Sprecherin der Grünen-Bundestagsfraktion, Irene Mihalic, forderte, dass die Tat „entschieden aufgeklärt werden“ müsse. „Zwar scheint der Fahrer eine psychiatrische Vorgeschichte zu haben. Aber es muss geklärt werden, ob er tatsächlich allein handelte, oder ob es gegebenenfalls weitere Beteiligte oder Mitwisser gab“, sagte Mihalic dem Redaktionsnetzwerk Deutschland. Es stelle sich zudem die Frage, „ob der Täter sich in irgendeiner Weise in rechtsextremen Kreisen bewegte und seine Tat damit in Verbindung steht“.

 

Quelle: AFP, 02.01.2018, Foto: Absperrband der Polizei in Bottrop, Quelle: dpa/AFP / Marcel Kusch