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Kongo- Noch immer kein Wahlergebnis

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Die Auszählung der Stimmzettel verzögert sich

Die Behörden in der Demokratischen Republik Kongo haben die ursprünglich für Sonntag geplante Veröffentlichung der Wahlergebnisse verschoben. Die Resultate der historischen Abstimmung würden „kommende Woche“ bekanntgegeben, sagte der Chef der nationalen Wahlkommission (Céni), Corneille Nangaa, am Samstag der Nachrichtenagentur AFP. Er begründete die Entscheidung mit logistischen Problemen. Die Katholische Kirche warnte vor möglichen Unruhen.

Nangaa erklärte, es sei bislang nur knapp die Hälfte der Stimmzettel bei der Céni eingegangen. Ein genaues Ersatzdatum für die Veröffentlichung der Ergebnisse nannte er nicht. „Wir kommen gut voran, aber wir haben noch nicht alles“, sagte er. „Kommende Woche werden wir liefern.“ Bei der Céni werden die Resultate der Wahl vor der Veröffentlichung zusammengeführt.

39 Millionen Bürger waren am vergangenen Sonntag zur Wahl eines Nachfolgers von Präsident Joseph Kabila aufgerufen. Dessen Partei stellte den früheren Innenminister Emmanuel Ramazani Shadary als Kandidaten auf. Reale Chancen werden neben Shadary auch den Oppositionskandidaten Felix Tshisekedi und Martin Fayulu eingeräumt. Abgestimmt wurde zudem über ein neues Parlament und neue Provinzregierungen.

Die einflussreiche Katholische Kirche in dem Land forderte am Samstag erneut die wahrheitsgemäße Veröffentlichung der Wahlergebnisse. Die Bischofskonferenz ist nach eigenen Angaben im Besitz von Daten aus den Wahllokalen, wonach der Sieger bereits feststehe. Einen Namen nannte sie bislang aber nicht.

In einem Brief an den Chef der Wahlkommission warnten die Bischöfe vor Unruhen. Es drohe ein Aufstand, falls ein gefälschtes Wahlergebnis veröffentlicht werden sollte. Die Céni müsste dafür die Verantwortung tragen, erklärte die Bischofskonferenz.

Die Demokratische Republik Kongo ist eines der instabilsten Länder Afrikas. Seit dem Ende der belgischen Kolonialherrschaft 1960 gab es noch nie einen friedlichen Machtwechsel. Beobachter fürchten, dass es auch diesmal wieder blutige Gewalt geben könnte, sollten die verkündeten Ergebnisse nicht glaubwürdig sein.

Die Präsidentschaftswahl hätte laut Verfassung eigentlich schon vor zwei Jahren stattfinden müssen. Da sich Amtsinhaber Joseph Kabila jedoch weigerte, wie vorgesehen nach zwei Amtszeiten abzutreten, wurden die Wahlen mehrfach verschoben. Proteste dagegen wurden blutig niedergeschlagen.

 

Quelle: AFP, 06.01.2019, Foto: Stimmauszählung im Kongo, Quelle: AFP/Archiv / Caroline Thirion