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Guaidó macht Korruption für Stromausfall verantwortlich

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Guaidó macht Korruption in der Regierung für Stromausfall in Venezuela verantwortlich

Venezuela-  Selbst ernannter Übergangspräsident Juan Guaidó hat Korruption der Regierung seines Widersachers Nicolás Maduro für den massiven Stromausfall im Land verantwortlich gemacht. Es sei “ein Witz”, dass die Regierung von Präsident Maduro einen Cyberangriff als Ursache nenne, sagte Guaidó in einem Interview mit dem Deutschlandfunk. Die jüngste Krise sei vielmehr “von der Regierung ausgelöst” worden.

“Sabotage ist, die Investitionsgelder geraubt zu haben”, fügte Guaidó mit Blick auf ein 100 Milliarden Dollar (89 Milliarden Euro) schweres Investitionsprogramm für Venezuelas Energiesektor hinzu, das nach einer Stromkrise im Jahr 2009 aufgelegt worden sei. Die unter seinem Vorsitz stehende Nationalversammlung werde wegen des Stromausfalls “den Alarmzustand ausrufen”, kündigte Guaidó an.

Da Maduro die von der Opposition dominierte Nationalversammlung entmachtet hat, hätte dieser Schritt allerdings vor allem symbolische Bedeutung.

Ein massiver Stromausfall lähmt seit Donnerstag weite Teile des südamerikanischen Krisenstaates. Kommunikationsminister Jorge Rodríguez kündigte am Sonntag auch für Montag einen arbeitsfreien Tag an. Auch Schulen sollen geschlossen bleiben.

Auf eine Frage nach seiner Strategie in der gegenwärtigen Krise, sagte Guaidó im Deutschlandfunk: “Druck ohne Gewalt auszuüben: Das war immer so. Kundgebungen, Forderungen nach Sozialem, nach Gerechtigkeit.”

Guaidó hatte sich Mitte Januar zum Übergangspräsidenten erklärt. Er wird mittlerweile von Deutschland und rund 50 weiteren Staaten anerkannt. Guaidó rief Deutschland in dem Interview auf, seine Sanktionen gegen die Regierung Maduro weiter zu verschärfen. Zugleich würdigte er, dass die Bundesregierung mit humanitärer Hilfe, Sanktionen und seiner Anerkennung als Interimspräsident schon viel getan habe und ein Beispiel für ganz Europa sei.

 

Quelle: AFP, 11.03.2019, Foto: Venezuelas Übergangspräsident Juan Guaidó, Quelle: AFP / Matias DELACROIX