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Auch Deutsche Kinder brauchen Hilfe!

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Wenn eine gute Idee zu scheitern droht – das kostenlose Mittagessen an Berliner Schulen

Berlin- Ab dem kommenden Schuljahr sollen Schülerinnen und Schüler ein kostenloses Mittagessen bekommen. „Grundsätzlich ist es eine gute Idee, dass alle Schülerinnen und Schüler ein kostenfreies, biologisches und gesundes Mittagessen erhalten sollen. Allerdings müssen die Bedingungen stimmen,“ erklärte Anna Sprenger, Gewerkschaftssekretärin im Fachbereich Gemeinden von ver.di Berlin.

An Grundschulen müsse ausreichend pädagogisches Personal und Küchenpersonal vorhanden sein. Die Mensen bzw. Essensräume sollten groß genug und der Zeitraum für das Mittagessen ausreichend sein. Die Realität sehe aber anders aus. Es gebe zu wenig pädagogisches Personal und eigenes Küchenpersonal an den Berliner Grundschulen. In vielen Fällen würden diese von Cateringfirmen beliefert, die sich jetzt auf ganz andere Dimensionen einstellen müssten.

Ein Beispiel aus einer Kreuzberger Schule zeige: Zurzeit essen 200 Kinder zu Mittag. Ab dem neuen Schuljahr hätten 500 Kinder einen Anspruch auf ein Mittagessen. Die vorhandene Mensa werde aus allen Nähten platzen. Es gebe momentan nur 96 Plätze und die Kinder hätten zwei Stunden Zeit, um ihr Mittagessen einzunehmen. In vielen Grundschulen sehe es ähnlich schwierig aus.

„Wenn das kostenfreie Mittagessen zum Erfolgsmodell werden soll, muss bei den Rahmenbedingungen nachgesteuert werden,“ so die Gewerkschaftssekretärin.

Der ver.di Arbeitskreis Schulhorte macht mit einer Aktion am Donnerstag 11.4. um 17:00 Uhr vor dem Rathaus Neukölln auf die Nebenwirkungen des Senatsbeschlusses aufmerksam. Vor dem Rathaus wird am Fließband gegessen. Soll so die Zukunft an Berliner Grundschulen aussehen?

 

Quelle: ver.di – Vereinte Dienstleistungsgewerkschaft , 11.04.2019, Foto: Systembild- Mittagessen für Kinder , Quelle: Andreas Breitling