Alan Kurdi,Malta,Valetta

Flüchtlinge von Rettungsschiff- Alan Kurdi in Malta an Land gegangen

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Migranten werden auf Deutschland, Frankreich, Portugal und Luxemburg verteilt

Valetta- Nach zehntägigem Tauziehen haben die 62 Flüchtlinge das deutsche Rettungsschiff „Alan Kurdi“ verlassen können. Sie wurden am Samstag in Maltas Hauptstadt Valetta gebracht, von wo aus sie auf Deutschland, Frankreich, Portugal und Luxemburg verteilt werden. Die Regierung Maltas betonte, dass keiner der Geretteten in ihrem Land bleibe. Das Schiff durfte nicht einmal in den Hafen von Valetta einlaufen.

Mit einem Boot der maltesischen Marine wurden die Flüchtlinge von dem Rettungsschiff an Land gebracht werden. Die Flüchtlingshilfsorganisation Pro Asyl kritisierte dies. Es gebe keine nachvollziehbare Erklärung dafür, dass Malta die „Alan Kurdi“ nicht in den Hafen habe einlaufen lasse, erklärte Geschäftsführer Günter Burkhardt am Samstag.

Die in Regensburg ansässige Organisation Sea Eye beklagte, dass die Menschen zehn Tage lang an Bord des Schiffes festsaßen. Es sei „einfach nicht erklärbar“, warum sie während der „langen Verhandlungen“ über ihre Aufnahme an Bord bleiben mussten, erklärte der Sea Eye-Vorsitzende Gorden Isler am Samstag.

Das Schiff hatte zunächst die italienische Insel Lampedusa angesteuert. Doch Italiens Innenminister Matteo Salvini lehnte eine Aufnahme der Menschen ab und forderte Deutschland auf, sich um das „Problem“ zu kümmern. Der Parteichef der rassistischen Lega sah die Zuständigkeit bei Berlin, weil es sich um ein deutsches Schiff handele. Deutschland nimmt nach Angaben des Bundesinnenministeriums vom Freitag mehr als 20 Menschen auf.

Das Schiff der deutschen Hilfsorganisation hatte am 3. April vor der libyschen Küste 64 Flüchtlinge von einem Schlauchboot gerettet, darunter zwölf Frauen und zwei Kinder im Alter von einem und sechs Jahren. Seitdem suchte die „Alan Kurdi“ einen Hafen in der EU, in den sie sicher einlaufen könnte.

Zwei Migrantinnen waren wegen gesundheitlicher Probleme bereits nach Valletta gebracht worden. Auch ein Crewmitglied wurde wegen schwerer Kreislaufbeschwerden von Bord gebracht.

Am Samstag teilte Salvini über Twitter mit, er sei erfreut über den Ausgang. „Wie versprochen, wird kein Immigrant von diesem deutschen Schiff in Italien ankommen.“ Malta stufe Hilfsorganisationen wie Sea Eye zu Recht als gefährlich ein, schrieb Salvini und erklärte, Italien stehe an der Seite Maltas „im Kampf gegen Schlepper“.

Der maltesische Regierungschef Joseph Muscat schrieb am Samstag im Kurzbotschaftendienst Twitter, die Flüchtlinge dürften nicht bleiben, da sein Land „diese Last nicht allein tragen“ könne. Die maltesische Regierung beklagte in einer Erklärung, dass „wieder einmal der kleinste EU-Mitgliedstaat unter unnötigen Druck“ gesetzt worden sei. Malta sei gezwungen worden, ein Problem zu lösen, für das es gar nicht zuständig sei.

Ende März hatte Malta 108 Migranten von einem entführten Tankschiff aufgenommen. Das Schiff hatte Schiffbrüchige in internationalen Gewässern vor Libyen aufgenommen und war von ihnen in Richtung Europa umgeleitet worden. Drei junge Afrikaner wurden deswegen angeklagt.

Seit Jahresbeginn sind nach Angaben der Internationalen Organisation für Migration (IOM) 356 Menschen im Mittelmeer ertrunken oder gelten als vermisst.

Die „Alan Kurdi“ ist nach einem dreijährigen Jungen aus Syrien benannt, der im September 2015 auf dem Höhepunkt der Flüchtlingskrise im Mittelmeer ertrunken war. Ein Foto seiner nahe dem türkischen Ferienort Bodrum an den Strand gespülten Leiche ging um die Welt.

 

Quelle: AFP, 14.04.2019, Foto: Die „Alan Kurdi“, Quelle: AFP/Archiv / JAIME REINA