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Kramp-Karrenbauer sorgt mit Tweet zu Görlitz-Wahl für Ärger

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CDU-Chefin unterschlug zunächst wichtige Rolle der überparteilichen Unterstützer

Berlin- CDU-Chefin Annegret Kramp-Karrenbauer hat mit einer Twitter-Botschaft zum Sieg des CDU-Kandidaten bei der Oberbürgermeisterwahl in Görlitz Verärgerung hervorgerufen. Der Sieg des Christdemokraten Octavian Ursu gegen einen AfD-Kandidaten zeige, dass die CDU “die bürgerliche Kraft gegen die AfD” sei, schrieb Kramp-Karrenbauer am Sonntagabend. Kritiker warfen ihr daraufhin vor, die wichtige Rolle der überparteilichen Unterstützer zu unterschlagen, die sich für Ursus Wahl eingesetzt hatten.

Offenbar in Reaktion auf die Kritik veröffentlichte Kramp-Karrenbauer dann am späten Abend einen zweiten Tweet. “Natürlich ist der Sieg von Octavian Ursu der Sieg eines breiten Bündnisses, für das ich dankbar bin”, schrieb sie.

Sachsens SPD-Chef Martin Dulig kritisierte Kramp-Karrenbauer. Auf Twitter schrieb er: “Es als CDU-Erfolg darzustellen, zeigt, dass Sie nicht verstanden haben, was hier in Sachsen passiert”, schrieb er. “Das war ein gemeinsamer Erfolg vieler.”

Der Linken-Bundestagsabgeordnete Niemsa Movassat schrieb: “Der Anstand würde gebieten, auch den politischen Konkurrenten zu danken, die zur Wahl des CDU Kandidaten aufgerufen haben, um den AfDler zu verhindern.”

Im “Morgenmagazin” des ZDF äußerte sich Kramp-Karrenbauer am Montag noch einmal zu dem Thema. “Ich bedanke mich für dieses Bündnis, weil uns das Ziel geeint hat, dass die AfD nicht in Verantwortung kommt”, sagte sie. Die Wahl in Görlitz habe gezeigt, dass es eine “Alternative zur AfD” gebe – nämlich “gute aus der demokratischen Mitte heraus geführte Politik”.

 

Quelle: AFP, 17.06.2019, Foto: CDU-Chefin Annegret Kramp-Karrenbauer, Quelle: FP/Archiv / Christof STACHE

Ein Kommentar

  1. Wie verlogen stellt man sich hier öffentlich hin. Als ehemaliger berufener Bürger meiner Gemeinde, bekomme ich das große Brechen. Welche Partei in Land-, Kreis oder Bundestag sitzt ist so ziemlich egal. Die neu gewählten Vertreter werden, sofern nicht schon vor der Wahl geschehen, sofort von den tatsächlichen Mächtigen dieses Landes aufgesucht und es wird an einer gemeinsamen Meinung gearbeitet. Mir ging es genauso. Ein finanzstarker Unternehmer drohte sogar öffentlich Arbeitsplätze zu vernichten, wenn wir als Gemeinde nicht nach seinen Vorstellungen seinen Bauantrag befürworten würden. Ich war und bin parteilos. Ähnlich geht es allen Volksvertretern. Entscheidungen werden in den Land-, Kreis oder Bundestag nur verkündet, entschieden wird im Lobbyistencafe bei Latte Macchiato und Keksen. Und falls es mit der Wiederwahl nicht klappt, werden die “guten” auch gerne mal im unterstützten Unternehmen untergebracht. Die, die gewählt werden, haben nichts zu entscheiden. Die, die entscheiden, können nicht gewählt werden.

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