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Münchner Oktoberfest mit Schneekanone und Virtual Reality

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Oktoberfest: Das ist 2019 neu in den Festzelten

München- Zum 186. Mal zieht das größte Volksfest der Welt von 21. September bis zum 6. Oktober 2019 weltweite Besucher an, nun sind auch die Neuerungen für das diesjährige Münchner Oktoberfest bekannt. 16 Tage lang können sich Oktoberfest-Fans und solche, die es werden wollen, auf dem größten Volksfest der Welt amüsieren. Das Oktoberfest beginnt wie in jedem Jahr mit dem berühmten Ausruf “Ozapft is!” des Münchner Oberbürgermeisters Dieter Reiter beim traditionellen Fassanstich am Samstag, 21. September, 12 Uhr, in der Schottenhamel-Festhalle.

Dazu zählen ein Fahrgeschäft mit einer eigenen Schneekanone ebenso wie ein Fahrgeschäft mit Virtual Reality, wie der neue Wiesnchef Clemens Baumgärtner (CSU) am Dienstag in München sagte. Nostalgie und Modernität sollen dabei weiterhin das größte Volksfest der Welt auszeichnen.

Zu den Neuerungen gehört auch eine Fortschreibung des bereits in den vergangenen Jahren immer weiter ausgetüftelten Sicherheitskonzepts. So dürfen die auch in München an vielen Stellen mietbaren E-Scooter nicht auf das Gelände, sie müssen laut Baumgärtner außerhalb des Festgeländes am mittleren Sperrring abgestellt werden. Außerdem gilt ein grundsätzliches Drohnenflugverbot für die Theresienwiese.

Das Oktoberfest teilt sich in zwei große Straßen und eine Reihe Querstraßen. Eine der großen Straßen ist geprägt von den Bierzelten, die andere von den Fahrgeschäften. Zu den Neuheiten der Fahrgeschäfte zählt dem Wiesnchef zufolge die “Münchner Ski Party”, ein “Belustigungsgeschäft” mit Irrgarten, Springbrunnentunnel und Schneekanone.

Erstmals wird es auf der Wiesn auch ein Fahrgeschäft mit Virtual Reality (VR) geben. Die Abenteuerbahn “Dr. Archibald – Master of Time” führt Besucher mit einer VR-Brille durch eine Zeitreise. Vorgestellt wurde war das Fahrgeschäft bereits im vergangenen Jahr auf dem Hamburger Dom.

Zum Oktoberfest kommen alljährlich etwa sechs Millionen Besucher, viele aus dem Ausland und viele zur Freude der Wirte und Schausteller sehr zahlungsfreudig. Für die aus China anreisenden Besucher startete die Stadt nun eine Zusammenarbeit mit Alipay, dem größten chinesischen Bezahldienstleister.

Zur Geschichte des Festes

Seinen Ursprung fand das Oktoberfest anno 1810 in den Hochzeitsfeierlichkeiten des Kronprinzen Ludwig, des späteren Königs Ludwig I. von Bayern, und der Prinzessin Therese von Sachsen-Hildburghausen. Nach ihr ist auch das Festgelände mitten in der Stadt benannt: die Theresienwiese, von den Einheimischen liebevoll zur „Wiesn“ verkürzt. 24 Oktoberfeste mussten bisher ausfallen – in den Kriegs- und Nachkriegsjahren, wegen Cholera-Epidemien in den Jahren 1854 und 1873. In diesem Jahr wird zum 186. Mal unterhalb der Bavaria wieder Lebenslust und Lebensfreude zu spüren sein, wenn es heißt, „Auf geht’s zur Wiesn!“.

Das Festareal

Das Festgelände erstreckt sich über eine Fläche von 34,5 Hektar. 551 Betriebe wurden in diesem Jahr zugelassen, darunter 146 aus der Gastronomie, 167 Schaustellergeschäfte, 231 Marktkaufleute sowie mehrere Servicebetriebe (zum Beispiel die Wiesn-Post). Rund 13.000 Personen sind auf dem Oktoberfest beschäftigt.

Organisation des Oktoberfestes

Das Oktoberfest ist ein Fest der Landeshauptstadt München. Veranstalter ist das städtische Referat für Arbeit und Wirtschaft (RAW). Für die Organisation und Abwicklung der Wiesn ist der Referent für Arbeit und Wirtschaft Clemens Baumgärtner verantwortlich.

Das Wiesn-Angebot

Festbier und Kulinarisches

In den 17 Festhallen mit zusammen rund 120.000 Sitzplätzen werden die speziellen Oktoberfestbiere der sechs Münchner Großbrauereien (Augustiner, Hacker-Pschorr, Löwenbräu, Paulaner, Spaten und Staatliches Hofbräuhaus) mit einer Stammwürze von rund 13 Prozent ausgeschenkt. Dazu schmecken bayerische Schmankerl wie das klassische Brathendl, Radi (Rettich), Obatzda (angemachter Käse), Schweinswürstl oder Steckerlfisch. Eine Wiesn-Spezialität sind die Ochsen am Spieß in der Ochsenbraterei. Insgesamt laden 129 gastronomische Mittel- und Kleinbetriebe zum Feiern ein.

Bierpreis 2019: 10,80 Euro – 11,80 Euro (2018: 10,70 – 11,50 Euro) Alkoholfreies Bier ist zum gleichen Preis erhältlich

Neu auf der Wiesn 2019

Im funkelnagelneuen Spinning Coaster „Heidi – the Coaster“ von Ewald und Christina Schneider geht es auf 430 Metern Schienenlänge ganz schön kurvig zu. Außergewöhnlich ist der Start: Mittels eines Booster Lifts werden die Gondeln den Aufzugshügel bis auf 13 Meter Höhe hinauf katapultiert. Trotz rasanter Geschwindigkeit von etwa 58 Stundenkilometern ist die Fahrt in den drehbaren Gondeln, in denen bis zu vier Personen nebeneinander sitzen können, familientauglich und von großem Spaßfaktor. Mit dem „Bayern Tower“ ragt ein überdimensionaler Maibaum aus Stahl 90 Meter in den Himmel der Bayern.

Am grünen Kranz am Gipfel dieses brandneuen Kettenfliegers hängen wie bunte Fähnchen 16 zweisitzige Gondeln für schwindelfreie Fahrgäste, die die Aussicht bis weit ins Bayernland genießen. „Kinzlers Pirateninsel“ beschert kleinen Wiesn-Gästen ab sechs Jahren einen Riesenspaß: Auf der Familienachterbahn dürfen sie wie in einem „echten“ Coaster für große Leute eigenständig fahren. Sogar jüngste Wiesn-Fans haben in Begleitung ihrer Eltern die Möglichkeit, an diesem besonderen Fahrerlebnis teilzunehmen. „Poseidon. Im Reich der Götter“ heißt die größte mobile Groß-Wildwasserbahn, die griechisch-antik daherkommt, aber technisch auf neuestem Stand ist. Ein Dark Ride der nächsten Generation kommt mit „Dr. Archibald – Master of Time“ auf das Oktoberfest. Es ist die erste transportable Abenteuerbahn, die durch Virtual Reality-Technik unterstützt wird. Mit Hilfe einer hochauflösenden VR-Brille, dem Oculus Rift, taucht der Fahrgast in eine virtuelle 360 Grad-Welt ein und verwandelt sich dank der vielen immersiv eingebauten Elemente zum Helden des Abenteuers. Ein Unikat der Freizeittechnologie steht mit ihrem „Spinning Racer“ erstmals auf der Wiesn: Die Achterbahn mit drehenden Chaisen, in denen die Passagiere „Rücken an Rücken“ sitzen, bietet innovativen Fahrspaß für die ganze Familie. Gaudi nach bayerischer Lebensart lässt sich im neuen kunterbunten Belustigungsgeschäft „Münchner Ski Party“ erleben.

Auf 400 Quadratmetern Aktionsfläche können sich die Partygäste im drehbaren Glas-Irrgarten, auf Vibrations- und Klappböden, im GummiseilHindernisparcours, dem Springbrunnentunnel oder auf der Kippligen Brücke vergnügen. Das professionellen Fotostudio „Be Marilyn“ bringt den fotografischen “Monroe-Effekt und Volksfestgaudi zusammen und lädt alle Dirndlträgerinnen (und nicht nur diese) zum Fotoshooting als „VolksfestMarilyn“ ein: Im Aufwind mächtiger Windmaschinen fliegen die Röcke! Vor dem Museumszelt auf der Oidn Wiesn heißt es „Alle Neune“ auf der historischen Kegelbahn, im Museumszelt zeigt die Sonder-ausstellung „Das deutsche Schaustellermuseum“ das Großdiorama einer Kirmes vom Schausteller Franz Lambrecht (1923-1984) nach originalen Vorbildern detailgetreu im Maßstab 1:10 sowie eine Bonbon-Manufaktur aus dem Jahr 1938, die süße Versuchungen feilbietet. Im Armbrustschützenzelt darf wieder montags und mittwochs Schafkopf gespielt werden, zusätzlich findet in Kooperation mit der Schafkopfschule e.V. am 3. Oktober ein Schafkopf-Turnier statt. lassen Im Festzelt Tradition lebt der „MaurerMontag“ vergangener Tage als „Handwerker-Montag“ am zweiten WiesnMontag wieder auf.

Immer wieder rundherum

167 Fahr-, Schau- und Belustigungsgeschäfte stehen für die Gaudi auf der Wiesn bereit. Typisch für das Oktoberfest ist die besondere Mischung aus Hightech und Nostalgie. Neben spektakulären Großfahrgeschäften wie die VR-Abenteuerbahn „Dr. Archibald“ oder „Sky Fall“ finden sich Traditionsbetriebe, die nur noch auf dem Oktoberfest anzutreffen sind, zum Beispiel das „Teufelsrad“, die „Krinoline“ und die Wiesn-Institution Varieté Schichtl. Rund 90 Prozent der Schaustellerbetriebe haben ihre Wurzeln im 19. Jahrhundert; dazu gehören unter anderem die Schiffschaukeln, Rutschbahnen und Irrgärten.

Die Oide Wiesn

Auf der Oidn Wiesn im Südteil der Theresienwiese haben VolksfestTradition, bayerisches Brauchtum, Münchner Gastlichkeit, traditionelle und jugendfrische Volksmusik einen festen Platz bekommen. Zum gemütlichen Feiern mit Altmünchner Schmankerln und zünftiger Blasmusik lädt das Festzelt Tradition ein, das den „Maurer-Montag“ vergangener Tage als „Handwerker-Montag“ wieder aufleben lässt. Gäste, die in ihrer Berufsbekleidung ins Zelt kommen, werden am zweiten Wiesn-Montag zwischen 10 und 12 Uhr auf zwei Weißwürste und eine kleine Brezn eingeladen. Das „Herzkasperlzelt“ gibt der jungen bayerischen Volks- und Tanzkultur eine Bühne, wo sie sich in ihrer ganzen Vielfalt präsentiert: lebendig, interkulturell, frech, wild. „Zur Schönheitskönigin“ heißt das Volkssängerzelt, das die alte Münchner Wirtshaustradition der Volkssängerei pflegt. Ein Museumszelt ist der Geschichte der Schaustellerei gewidmet. Im Marionettentheater wird kräftig aufgespielt. Volksfestattraktionen und Fahrgeschäfte von anno dazumal können zum Sonderpreis von einem Euro ausprobiert werden. Die Oide Wiesn ist täglich von 10 bis 22.30 Uhr geöffnet und kostet 3 Euro Eintritt (Kinder bis 14 Jahren frei).

 

Quelle: AFP/Oktoberfest-Pressestelle, 30.07.2019, Foto: Wiesn 2018, Quelle: dpa/dpa/picture-alliance/Archiv / Matthias Balk