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Macron warnt vor weltweitem Schaden durch Handelskriege

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US-Zölle: Macron warnt vor Wirtschaftsnationalismus

Biarritz- Vor Beginn des G7-Gipfels in Frankreich hat Präsident Emmanuel Macron vor weltweitem Schaden durch eine weitere Eskalation der Handelsspannungen gewarnt.

“Ich will alle unsere Partner überzeugen, dass Spannungen, insbesondere Handelsspannungen, schädlich für die ganze Welt sind”, sagte Macron am Samstag in einer Fernsehansprache am Gipfelort Biarritz. “Wir müssen es schaffen, zu einer Form der Deeskalation zu kommen (…) und diesen Handelskrieg zu vermeiden, der sich überall abzeichnet.”

Der G7-Gipfel findet vor dem Hintergrund einer eskalierenden Handelsauseinandersetzung insbesondere zwischen den beiden größten Volkswirtschaften der Welt – China und USA – statt. Am Freitag hatte US-Präsident Donald Trump die Strafzölle auf chinesische Waren erhöht. Damit reagierte er auf die von Peking angekündigten neuen Strafzölle auf US-Produkte. Trump hatte den Handelskonflikt vom Zaun gebrochen, weil er sein Land im Handel mit China im Nachteil sieht: Er will bessere Handelsbedingungen erzwingen.

Macron ging in seiner Ansprache auch auf den Konflikt um den Iran ein; Trump hatte einseitig das internationale Abkommen aufgekündigt, das den Iran vom Bau einer Atombombe abhalten soll. Wenn der Iran “sich morgen eine Atombombe aneignet, sind wir direkt davon betroffen”, warnte der Gipfelgastgeber. “Ich will nützliche Abkommen, den Frieden verteidigen, Eskalationen vermeiden und eine Einigung zwischen uns finden.”

Die Europäer hoffen, die USA zur Abschwächung ihrer “Politik des maximalen Drucks” auf Teheran zu bewegen. Dies soll den Weg zu neuen Verhandlungen mit dem Iran ebnen.

Laut Macron sollen auf dem Gipfel auch weitere Konfliktherde wie die Kriege in Syrien und in der Ost-Ukraine diskutiert werden. “In diesen Bereichen sind wir uns manchmal nicht einig”, räumte er mit Blick auf die G7-Gruppe ein. Der G7-Gipfel beginnt offiziell um 19.30 Uhr mit einem gemeinsamen Abendessen.

 

Quelle: AFP, 24.08.2019, Foto: Macron am ersten Gipfeltag (Fernsehbild), Quelle: TF1/AFP / Handout