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Ecuador- Erste Gespräche zwischen Demonstranten und Regierung

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Dialog soll anhaltende Unruhen beenden

Nach tagelanger Gewalt wollen Indigenen-Vertreter und Regierung in Ecuador einen Ausweg aus der Krise suchen. Für Sonntagnachmittag (22.00 Uhr MESZ) seien die ersten Gespräche zwischen beiden Seiten geplant, teilten die UNO und die katholische Kirche, die in dem Konflikt vermitteln, am Samstag mit.

Die Dachorganisation der Ureinwohner (Conaie) hatte den von Präsident Lenín Moreno geforderten Verhandlungen am Freitag noch eine Absage erteilt. Am Samstag erklärte sie dann, sich nach Beratungen mit ihren Mitgliedern für Gespräche entschieden zu haben. Die Indigenen-Organisation steht an der Spitze der Proteste, die das Land seit elf Tagen erschüttern. Bei den Ausschreitungen wurden sieben Menschen getötet und rund 2000 weitere verletzt.

Am Samstag verwüsteten vermummte Demonstranten in der Hauptstadt Quito das Gebäude des Rechnungshofes und griffen Mediensitze an. Staatschef Moreno verhängte daraufhin eine Ausgangssperre für die Hauptstadt und umliegende Gegenden. Das Gebiet wurde überdies unter Militärkontrolle gestellt.

Moreno hatte bereits am 3. Oktober einen landesweiten Ausnahmezustand verhängt. Im Umkreis von Regierungsgebäuden in der 2,7-Millionen-Einwohner-Stadt Quito hatte er zudem bereits eine Ausgangssperre verhängt. Der Regierungssitz wurde in die zweitgrößte Stadt des Landes, Guayaquil, verlegt.

Die Unruhen in dem südamerikanischen Land hatten sich an stark gestiegenen Treibstoffpreisen entzündet. Die Demonstranten geben Moreno die Schuld für den Anstieg der Treibstoffpreise, da er im März ein Abkommen mit dem Internationalen Währungsfonds (IWF) abgeschlossen hatte. Ecuador sicherte sich damit milliardenschwere IWF-Kredite. Im Gegenzug wurde Morenos Regierung zur Auflage gemacht, die staatlichen Subventionen für Kraftstoff abzuschaffen.

 

Quelle: AFP, 13.10.2019, Foto: Angriff auf Regierungsgebäude in Quito, Quelle: AFP / Martin BERNETTI