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Glücklicher als Hans im Glück

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Deutsche Post Glücksatlas 2019

Berlin – Noch nie war die Lebenszufriedenheit der Deutschen so hoch wie 2019. Sie liegt aktuell bei 7,14 Punkten auf einer Skala von 0 bis 10.

Damit wird das Ergebnis von 7,05 Punkten aus dem Vorjahr um 0,09 Punkte verbessert. Das ostdeutsche Glücksniveau stieg sogar um 0,11 Punkte auf das Allzeithoch von 7,0 Punkten, der höchste Wert, der jemals seit dem Mauerfall vor 30 Jahren gemessen wurde. Das geht aus dem neuen Glücksatlas der Deutschen Post DHL für das Jahr 2019 hervor. Der Glücksabstand zwischen West- und Ostdeutschland verringerte sich weiter auf aktuell 0,17 Punkte.

Nordlichter führen

An der Spitze des regionalen „Glücksrankings“ steht unangefochten Schleswig-Holstein. „Zum Spitzenwert in der Zufriedenheit tragen die anhaltend gute Beschäftigungs-lage und die positive Entwicklung der Haushaltseinkommen bei sowie eine solide Robustheit der Bevölkerung gegenüber medialen Schlechtwettermeldungen“, sagt Prof. Dr. Bernd Raffelhüschen von der Universität Freiburg.

Berlin verliert zwar 0,01 Punkte in der Lebenszufriedenheit (6,93 Punkte), kann aber Platz 16 im Regionen-Ranking halten. Damit bewegt sich die Hauptstadt seit 2011 im unteren Drittel, stürzte aber nie auf einen der untersten drei Plätze ab. Die Arbeitszufriedenheit (6,9) und die Zufriedenheit mit Wohnen und Freizeit (7,3) sind die zweitniedrigsten in Deutschland. Auch bei Gesundheit (6,4) und dem Haushaltseinkommen (6,4) liegen die Berliner im unteren Drittel.

 

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Glücksatlas 2019 © Deutsche Post

 

Diese Indikatoren trüben das Bild

Neben der landesweit höchsten Arbeitslosenquote von 8,0 Prozent und einem vergleichsweise niedrigen Einkommen (20.330 Euro) sind besonders viele Berliner gefährdet, in Armut leben zu müssen (17,4 Prozent). Hinzu kommt, dass die Einwohner Berlins inzwischen einen hohen Anteil ihres Einkommens für die Kaltmiete aufbringen (21,2 Prozent). Noch vor wenigen Jahren galt Berlin als ein Mieterparadies.

Lediglich 62,0 Prozent der Berliner sind verheiratet oder leben in einer Partnerschaft. Das ist der niedrigste Wert in ganz Deutschland.

 

Junges Berlin

Der Anteil der über 65-Jährigen liegt bei 19,2 Prozent – das ist nach Hamburg der zweitniedrigste Wert unter den 19 Regionen. Der Anteil der gesundheitlich beeinträchtigten Personen ist im Vergleich zum Vorjahr von 19,3 Prozent auf 25,5 Prozent gestiegen. Das ist aktuell der deutschlandweit höchste Wert.


Neben den regionalen Unterschieden bei der Lebenszufriedenheit fragt der Deutsche Post Glücksatlas in seinem diesjährigen Sonderteil, inwieweit Geschlechtergerechtigkeit und Vielfalt bei der Arbeit in Deutschland bereits gelebt werden und in welchem Maß sich diese Vielfalt auf die Zufriedenheit mit der Arbeit auswirkt.

 

Wichtigste Erkenntnisse

Das Arbeiten in diversen Teams wirkt sich für zwei Drittel der Beschäftigten positiv auf die eigene Arbeitszufriedenheit aus. Dies sehen Männer und Frauen im gleichen Maße so. Die Vorteile werden zudem in einem „besseren Arbeitsklima“ (42 Prozent) und in „mehr Kreativität“ (31 Prozent) gesehen. In Unternehmen, die dem Thema Geschlechtergerechtigkeit aufgeschlossen gegenüberstehen, arbeiten nachweislich zufriedenere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Familienfreundliche Angebote der Arbeitgeber leisten ebenfalls einen Beitrag zu mehr Geschlechtergerechtigkeit und stärken zudem die Arbeitszufriedenheit. 22 Prozent der Beschäftigten, bei denen am Arbeitsplatz mindestens eine familienfreundliche Leistung angeboten wird, sind mit ihrem Arbeitsleben sehr zufrieden. Bei denen, die keine Auswahl haben, sind es nur 15 Prozent.

 

Obwohl 45 Prozent der arbeitenden Deutschen konkrete Aktivitäten ihrer Unternehmen für mehr Gleichstellung wahrnehmen und diese auch begrüßen, sehen sie gleichzeitig immer noch genderspezifische Benachteiligungen. So meinen 25 Prozent der Frauen, aber nur 16 Prozent der Männer, sie hätten schlechtere Aufstiegschancen als die Kollegen des jeweils anderen Geschlechts.

 

Insgesamt denken 59 Prozent der Frauen und 45 Prozent der Männer, dass in unserer Gesellschaft mehr für die Gleichstellung von Frauen und Männern getan werden muss.

 

Glücksranking der Regionen

Auch 2019 leben die glücklichsten Deutschen wie schon in den vergangenen Jahren in Schleswig-Holstein. Seit 2013 steht das nördlichste Bundesland bereits an der Spitze. Mit 7,44 Punkten liegt die Lebenszufriedenheit hier genauso hoch wie im Vorjahr. Platz zwei belegt erstmals Hessen, wo die Lebenszufriedenheit im Vergleich zu 2018 um 0,04 Punkte auf aktuell 7,31 Punkte anstieg. Hamburg (7,27) verliert einen Rang und landet auf Platz drei, dicht gefolgt von Franken, das minimal zulegen konnte (7,27). Das Mittelfeld bilden westdeutsche Regionen, mit geringem Abstand voneinander. Bayern-Süd belegt aktuell Platz fünf, das von 7,22 auf 7,26 Punkte zulegte. Bemerkenswert ist die schwache Platzierung von Niedersachsen/Nordsee, das nur noch auf 7,18 Punkte kommt und auf Rang elf (zuvor Rang neun) absteigt.

 

Geringerer Abstand

Der Abstand des Ostens zum Westen hat sich nochmals verkleinert – auf 0,17 Punkte gegenüber 0,20 in 2018. Die glücklichsten Menschen im Osten leben in Thüringen, deren Zufriedenheit weiter kräftig auf 7,09 Punkte zunahm. Nur in Sachsen stieg die Zufriedenheit noch etwas stärker, und zwar um 0,07 Punkte auf aktuell 6,98 Punkte. Mecklenburg-Vorpommern (6,87) rutscht wieder auf den 18. Platz zurück. Wie im vergangenen Jahr ist Brandenburg mit lediglich 6,76 Punkten das Schlusslicht unter den deutschen Regionen.

 

Text: Erwin Halentz/Deutsche Post AG, 06.11.2019, Fotos/Grafiken: Deutsche Post Glücksatlas 2019 © Deutsche Post AG

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