Mogadischu- Zehn Tote bei Angriff auf Hotel

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Mogadischu ist häufig Ziel islamistischer Angriffe

Islamistische Extremisten haben ein Hotel mitten in der somalischen Hauptstadt Mogadischu angegriffen. Dabei kam es am Dienstagabend zu einem stundenlangen Gefecht mit den Sicherheitskräften, in dessen Verlauf nach Polizeiangaben zehn Menschen getötet wurden. Bei den Toten handle es sich um zwei Mitglieder der Sicherheitskräfte, drei Zivilisten sowie alle fünf Angreifer.

Verübt wurde der Angriff auf das bei somalischen Regierungsmitgliedern und Militärs beliebte Hotel “SYL” laut Polizei von einem Kommando der extremistischen Shebab-Miliz. Die Miliz hatte noch während des Gefechts im Internet vage erklärt, sie führten eine Operation aus, die “wie geplant” verlaufe.

Laut von der Nachrichtenagentur AFP befragten Augenzeugen waren die Angreifer in Polizei-Uniformen gekleidet. Sie konnten sich so dem Hotel nähern, ohne Verdacht zu erregen. Anschließend eröffneten sie das Feuer, wobei sie auch Granaten einsetzten. Sicherheitskräfte, die in unmittelbarer Nähe am Präsidentenpalast postiert waren, erwiderten daraufhin das Feuer.

Den Sicherheitskräften sei es gelungen, den “terroristischen Angriff” zu beenden, erklärte die Polizei einige Stunden später. Mehr als 80 Menschen, darunter Mitglieder der somalischen Regierung, seien aus dem Hotel gerettet worden.

Die Shebab-Miliz hatte das Hotel “SYL” in der Vergangenheit bereits wiederholt angegriffen. Bei einem Autobombenanschlag auf das Hotel im August 2016 waren 15 Menschen getötet worden. Bei einem weiteren Angriff im Februar desselben Jahres starben 14 Menschen.

Die Shebab-Miliz war im August 2011 von Truppen der Afrikanischen Union (AU) aus Mogadischu vertrieben worden. Sie kontrolliert aber nach wie vor weite ländliche Gebiete des ostafrikanischen Landes und verübt auch immer wieder Anschläge in der Hauptstadt.

 

AFP, 11.12.2019, Foto: Mogadischu ist häufig Ziel islamistischer Angriffe © AFP/Archiv / Tina SMOLE