Saarlands Ministerpräsident greift Werteunion scharf an

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Hans: Vereinigung ist eine: Beleidigung für alle CDU-Mitglieder

In der Diskussion um Konsequenzen aus dem Thüringen-Desaster hat der saarländische Ministerpräsident Tobias Hans (CDU) die konservative Werteunion scharf angegriffen. “Ein Bekenntnis zur Werteunion ist eine Beleidigung für alle CDU-Mitglieder”, sagte Hans der Düsseldorfer “Rheinischen Post” (Dienstagsausgabe). Die CDU mache Politik auf den Fundamenten ihrer Werte, weshalb eine Werteunion nicht gebraucht werde.

Die Werteunion hatte die Wahl des FDP-Politikers Thomas Kemmerich zum Ministerpräsidenten von Thüringen begrüßt – obwohl dies durch Stimmen der AfD ermöglicht worden war. Kemmerich trat angesichts der massiven Kritik an seiner Wahl am Samstag zurück.

Hans forderte jeden in der Werte-Union auf, sich zu überlegen, ob sein Platz noch in der CDU/CSU sei: “Wenn nicht, müsste er konsequenterweise sein Parteibuch zurückgeben.” Anders als es die Beschlusslage der CDU vorsieht, schließt die Werteunion eine Zusammenarbeit zwischen CDU und AfD nicht grundsätzlich aus.

Die Werteunion sieht sich selbst als “konservative Basisbewegung in der CDU/CSU”. Sie argumentiert, dass die CDU unter Bundeskanzlerin und Ex-Parteichefin Angela Merkel zu weit nach links gerückt sei und wieder konservativere Positionen vertreten müsse. Die Werteunion firmiert als eingetragener Verein und zählt nicht zu den offiziellen Parteigliederungen.

 

AFP, 11.02.2020, Foto: Logo der CDU © AFP / MORRIS MAC MATZEN