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Motiv nach Vorfall in Volkmarsen mit 60 Verletzten weiter unklar

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29-Jähriger war bei Fahrt in Rosenmontagszug nicht alkoholisiert

Einen Tag nach der folgenschweren Fahrt eines Autos in eine Gruppe von Besuchern beim Rosenmontagszug im nordhessischen Volkmarsen ist das Motiv des Fahrers weiter unklar. Alkoholisiert sei der 29-jährige Deutsche wohl nicht gewesen, sagte ein Sprecher der Generalstaatsanwaltschaft Frankfurt am Main am Dienstag der Nachrichtenagentur AFP. Ob der Fahrer andere Drogen genommen hatte, war aber noch nicht bekannt. Die Zahl der Verletzten stieg auf 60, darunter mindestens 18 Kinder.

Der Mann aus Volkmarsen war am Montag offenbar mit hoher Geschwindigkeit in den Rosenmontagszug gefahren. Das hessische Innenministerium schloss einen Anschlag nicht aus. Die Frankfurter Generalstaatsanwaltschaft nahm Ermittlungen wegen des Verdachts eines versuchten Tötungsdelikts auf.

Der Sprecher der Staatsanwaltschaft sagte AFP, im Lauf des Dienstags müsse entschieden werden, ob Untersuchungshaft für den 29-Jährigen beantragt werden soll. Dies sei „wahrscheinlich“, hieß es.

Am Dienstag war der Fahrer zunächst nicht vernehmungsfähig, wie der Sprecher sagte. „Wir konzentrieren uns auf sein Umfeld“, sagte er zu den Ermittlungen. Demnach würden nun die Kontakte sowie das bisherige Leben des 29-Jährigen untersucht. Die Ermittlungen sollen demzufolge aktuell nicht von der Bundesanwaltschaft in Karlsruhe übernommen werden, die unter anderem terroristische Straftaten verfolgt.

Insgesamt befanden sich am Dienstag noch 35 Menschen in stationärer Behandlung im Krankenhaus, wie die Polizei in Kassel mitteilte. Die restlichen Verletzten mussten demnach gar nicht erst ins Krankenhaus oder konnten es nach ambulanter Behandlung bereits verlassen.

Zunächst hatte es am Montag geheißen, rund 30 Menschen seien verletzt worden – die Zahl wurden am Dienstag deutlich nach oben korrigiert. Die Ermittler riefen alle bei dem Vorfall Verletzten auf, sich zu melden, auch wenn keine ärztliche Behandlung notwendig gewesen sei.

Zur Schwere der Verletzungen machten die Ermittler noch keine Angaben – klar war aber, dass es Schwerverletzte gab. Auch mindestens 18 Kinder im Alter von bis zu 14 Jahren wurden verletzt.

Nach dem Vorfall am wurde auch ein weiterer Mann wegen der Anfertigung sogenannter Gafferaufnahmen von der Tat festgenommen. Ob eine Verbindung zu dem Fahrer besteht, wird den Ermittlern zufolge noch geprüft.

Am Montag waren sämtliche Rosenmontagszüge in Hessen infolge des Vorfalls abgebrochen worden. Am Dienstag erklärte das Innenministerium in Wiesbaden, es lägen keine konkreten Hinweise vor, dass Faschingsumzüge an jenem Tag gefährdet seien. Dennoch werde die Polizei „eine deutlich stärkere Präsenz bei den Veranstaltungen zeigen“.

Der Vorfall am Rosenmontag erregte deutschlandweit Aufsehen. Hessens Ministerpräsident Volker Bouffier (CDU) zeigte sich erschüttert, auch Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) reagierte bestürzt. Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier erklärte am Dienstag, „der schreckliche Vorfall“ habe ihn „tief erschüttert“.

 

AFP, 25.02.2020, Foto: Auto raste in Rosenmontagszug in Hessen © Hessischer Rundfunk/AFP