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Berlin plant Corona-Krankenhaus für 1.000 Patienten

Veröffentlicht von A.H.

Berlin soll ein eigenes Krankenhaus für Covid-19-Patienten bekommen

Berlin- baut ein spezielles Krankenhaus für Corona-Erkrankte. Das hat Gesundheitssenatorin Dilek Kalayci (SPD) am Dienstag angekündigt. Die Klinik werde eine Kapazität von 1.000 Betten haben und auf dem Gelände der Messe Berlin entstehen.

Das Krankenhaus sei als Ergänzung zu den bestehenden Notfallkliniken gedacht, nicht als Ersatz. Es soll eine intensivmedizinische Behandlung bieten, sei aber auch für leichtere Fälle gedacht. Man rechne nicht damit, sofort diese Art Kapazitäten zu benötigen, sagte Kalayci. Es gehe darum, Engpässe zu vermeiden. Es handele sich um eine “Vorsorge- und Vorsichtsmaßnahme”.

Kooperation mit Bundeswehr

Das Krankenhaus soll in Zusammenarbeit mit der Bundeswehr entstehen. Projektleiter werde Albrecht Bromme, ehemaliger Landesbranddirektor und THW-Präsident.

Außerdem habe der Senat beschlossen, dass Krankenhäuser planbare Operationen verschieben müssen und ihre Kapazitäten für intensivmedizinische Behandlung mit Beatmung erweitern. Damit sollen Kapazitäten für die steigende Zahl von Corona-Behandlungen geschaffen werden.

Laut der Senatsgesundheitsverwaltung gibt es in Berlin derzeit 383 bestätigte Fälle des neuartigen Coronavirus. Am Montagnachmittag waren es noch 332.

210 der infizierten Personen sind männlich, 172 sind weiblich. Die meisten Infektionen wurden in den Bezirken Mitte (59), Charlottenburg-Wilmersdorf (57) und Pankow (49) gemeldet. Am stärksten betroffen ist bisher die Altersgruppe der 30 bis 39-Jährigen.

Notfallplan für Krankenhäuser in Deutschland

Unterdessen haben Bund und Länder sich auf einen Notfallplan für die Krankenhäuser in Deutschland geeinigt. In dem Beschluss, der der Deutschen Presseagentur vorliegt, heißt es, dass etwa durch das Umrüsten von Reha-Einrichtungen, Hotels oder größeren Hallen zusätzliche Kapazitäten für leichtere Krankheitsverläufe aufgebaut werden können.

Zusätzlich soll die Zahl der Intesivbetten verdoppelt werden. Die Länder sollten mit den Kliniken nun Pläne erarbeiten, “um dieses Ziel durch den Aufbau provisorischer Intensivkapazitäten zu erreichen”. Laut Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) gibt es derzeit in Deutschland 28.000 Intensivbetten, von denen 25.000 Beatmungsmöglichkeiten haben.

Neues Onlineregister für Intensivbetten

Seit Dienstag ist zudem ein neues Onlineregister für freie Beatmungsplätze [divi.de] in allen deutschen Kliniken freigeschaltet worden. Auf dem Portal derDeutsche Interdisziplinären Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin können Intensivmediziner unkompliziert Kapazitäten abfragen. Die Krankenhäuser wiederum sind aufgefordert worden, tagesaktuell einzutragen, ob sie noch freie Betten habe. “Die Möglichkeiten einer maschinellen Beatmung von COVID-19 Patienten hat sich in schwer betroffenen Ländern wie China und Italien als das Nadelöhr in der aktuellen Pandemiesituation gezeigt”, erklärte Christian Karagiannidis, Leiter des ECMO-Zentrums der Lungenklinik Köln-Merheim.

Bereits 2009, bei der H1N1-Pandemie, war ein ähnliches Netzwerk aufgebaut worden, am Ende nahmen 85 Kliniken teil. Das neue Netzwerk hatte am Dienstag zum Start bereits 73 teilnehmende Kliniken, darunter acht aus Berlin und Brandenburg.

 

RBB, 17.03.2020, Foto: Berlin plant Corona-Krankenhaus für 1.000 Patienten