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RKI will mit Handydaten Mobilität der Bevölkerung prüfen

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RKI prüft Mobilität

Berlin- Das Robert-Koch-Institut (RKI) will mit anonymisierten Handydaten die Wirkung der massiven Einschränkungen des öffentlichen Lebens in Deutschland im Kampf gegen das Coronavirus prüfen. Anhand der Daten lasse sich feststellen, ob die geforderten Maßnahmen auch eingehalten würden, sagte RKI-Präsident Lothar Wieler am Mittwoch in Berlin. Diese zeigten, ob die Mobilität der Bevölkerung nachgelassen habe. Die Deutsche Telekom stellt dem RKI kostenlos Daten zur Verfügung.

In Deutschland gelten seit dieser Woche massive Einschränkungen im öffentlichen Leben, um die Verbreitung des Coronavirus zu verlangsamen. Schulen und Kitas, aber auch zahlreiche Geschäfte sind geschlossen. Die Bürger sind aufgefordert, möglichst zu Hause zu bleiben. Allerdings ist umstritten, ob sich genügend Menschen daran halten.

Die Handydaten sollen dabei Anhaltspunkte liefern. “Wenn wir sehen, dass die Menschen die Maßnahmen gar nicht umsetzen, wissen wir, warum Infektionszahlen hoch bleiben”, sagte RKI-Präsident Wieler. Das Institut wolle “faktenbasiert” Entscheidungen treffen. Wieler konnte noch keine Angaben dazu machen, ob die bereits gelieferten Daten Rückschlüsse auf die Mobilität der Deutschen zulassen.

Die Deutsche Telekom hatte dem RKI am Dienstag ein erstes Datenpaket zur Verfügung gestellt. Diese Daten könnten auch gekauft werden, das Institut bekomme sie aber kostenlos, sagte Wieler. Er versicherte, es seien anonymisierte und keine individuellen Daten.

 

AFP, 18.03.2020, Foto: Handydaten Funkmast © Michael Schwarzenberger