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Olympischen Spiele sollten abgesagt werden

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Corona-Krise: Was passiert mit den Olympischen Spielen in Tokio?

In der Öffentlichkeit spielt das IOC auf Zeit, doch hinter den Kulissen werden wahrscheinlich Notfallpläne geschmiedet. Welche Optionen gibt es, wenn Tokio 2020 wegen der Corona-Krise nicht wie geplant stattfinden kann?

Für Sportmarketing-Experte Karsten Petry ist eine Absage der Olympischen Spiele in Tokio (24. Juli bis 9. August) die logische Konsequenz aus der Coronakrise. „Meine klare Meinung ist: Auch die Olympischen Spiele sollten abgesagt werden“, sagte der Geschäftsführer der Agentur Octagon Deutschland im Gespräch mit dem SID: „Ich kann mir nicht vorstellen, dass die Epidemie bis dahin so im Griff ist, dass für alle Athleten und Athletinnen und vor allem für die japanische Bevölkerung die Sicherheit gewährleistet werden kann.“

Das starre Festhalten des Internationalen Olympischen Komitees (IOC) am geplanten Termin für die Spiele hängt für Petry vor allem mit kommerziellen Gründen zusammen. „Man klammert sich an den letzten Strohhalm, Medienrechte, TV-Gelder, Sponsorengelder und alle Investitionen, die schon getätigt wurden, zu retten“, sagte der 44-Jährige. Doch auch bei der japanischen Bevölkerung schwinde „die Unterstützung für die Durchführung in diesem Jahr“, wie Petry nach Berichten eines Mitarbeiters in Tokio erzählte.

Aufgrund des nahezu vollständigen Stillstands des Weltsports, vor allem aber durch die Verschiebung der Fußball-EM auf Sommer 2021, sei der Druck auf das IOC in Bezug auf die Spiele in Tokio „enorm gewachsen“, sagte Petry: „Der Druck ist so groß, dass ich mit einer Absage in der nächsten Zeit rechne.“

Doch er schränkte auch ein: „Fairerweise muss man auch sagen, dass die Komplexität von Olympischen Spielen, mit allem was eben im Vorfeld global über so viele Sportarten hinweg dranhängt, um einiges höher als bei einer Fußball-EM ist.“

 

SID, 21.03.2020, Foto: Petry: „Die Olympischen Spiele sollten abgesagt werden“ © SID / FABRICE COFFRINI

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