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Berlin- Organisation sorgt sich um Lebensmittelversorgung für Bedürftige

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Lebensmittel-Tafeln richten Hilferuf an Bundesregierung

Berlin- Wegen der Corona-Krise haben die Tafeln in Deutschland einen Hilferuf an die Bundesregierung gerichtet, weil sie die Versorgung bedürftiger Menschen mit Lebensmitteln in Gefahr sehen. Von den 949 Tafeln bundesweit seien derzeit mehr als 400 geschlossen, während die Nachfrage nach den Angeboten deutlich steige, schrieb die Organisation in einem am Dienstag veröffentlichten Brief an Bundessozialminister Hubertus Heil (SPD).

“Unsere ehrenamtlichen Helferinnen und Helfer sind in großer Sorge um die 1,65 Millionen Menschen, die sonst Unterstützung von den Tafeln bekommen”, erklärte Tafel-Chef Jochen Brühl. “Viele der 430.000 Rentnerinnen und Rentner sowie 500.000 Kinder und Jugendliche aus sozial benachteiligten Familien sind gerade jetzt wirklich auf die Lebensmittel angewiesen.” Wegen Jobverlusten und Kurzarbeit steige die Hilfsbedürftigkeit derzeit an.

Zudem seien die Tafeln wichtige Anlaufstellen und Begegnungsorte für arme Menschen. “Besonders die älteren unserer Kundinnen und Kunden werden jetzt tagelang alleine in ihrer Wohnung sitzen”, gab Brühl zu bedenken. In ihrem Brief an Minister Heil forderte die Organisation weitere Hilfen für arme Menschen, die von der Krise besonders stark getroffen seien. Unter anderem hält sie eine vorübergehende Erhöhung der Hartz-IV-Sätze für sinnvoll.

 

AFP, 31.03.2020, Foto: Warteschlange bei der Tafel in Essen ©  AFP / Ina FASSBENDER