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Kreuzfahrtschiff mit Coronavirus-Patienten darf in Uruguay anlegen

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Die Greg Mortimer darf am Freitag in den Hafen einlaufen

Ein seit zwei Wochen vor der uruguayischen Küste liegendes Kreuzfahrtschiff mit Coronavirus-Patienten an Bord hat die Erlaubnis zum Anliegen in Montevideo erhalten. Die “Greg Mortimer” darf am Freitag in den Hafen der Hauptstadt einlaufen, wie die uruguayischen Behörden am Mittwoch mitteilten. Die Passagiere des australischen Expeditionsschiffs sollten in Bussen direkt zum Flughafen gebracht und dann ausgeflogen werden, hieß es.

Ein medizinisches Transportflugzeug, das australische und neuseeländische Passagiere der “Greg Mortimer abholen solle, werde am Donnerstag im Uruguay landen, verlautete aus dem Außenministerium in Montevideo. Die Maschine solle dann am Samstag in Richtung des australischen Melbourne abfliegen. Unklar war aber, wie es mit der kleinen Zahl von Passagieren aus Europa und Nordamerika von der “Greg Mortimer” weitergehen sollte.

Bis Mittwoch wurden 128 der rund 200 Menschen auf dem Schiff positiv auf das Coronavirus getestet. Acht Menschen in schlechtem Gesundheitszustand wurden bereits von Bord geholt, seit die “Greg Mortimer” vor Montevideo liegt. Sie wurden in Krankenhäuser der uruguayischen Hauptstadt gebracht.

Das Expeditionsschiff war Mitte März aus dem Hafen der Stadt Ushuaia an der Südspitze Argentiniens ausgelaufen. Es war unterwegs in die Antarktis sowie zur Atlantikinsel Südgeorgien. Weil Menschen an Bord Symptome des Coronavirus zeigten, wurde die touristische Reise abgebrochen.

Wegen der Schließung von Häfen entlang der südamerikanischen Atlantikküste legte die “Greg Mortimer” eine Strecke von mehr als 2600 Kilometern bis in die Nähe von Montevideo zurück. Ähnliche Irrfahrten machten in den vergangenen Wochen auch andere Kreuzfahrtschiffe mit Coronavirus-Patienten an Bord.

 

AFP, 09.04.2020, Foto: Transport eines Patienten mit Coronavirus-Infektion von der “Greg Mortimer” © adhoc/AFP / Daniel RODRIGUEZ