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Promi-Anbetung bewirkt Social-Media-Sucht

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Berühmtheiten durch soziale Plattformen sehr zugänglich – Kann zu Obsession führen

Budapest/Schlangen- Übersteigerte Anbetung von Prominenten oder Influencern führt zu Suchtverhalten bei der Social-Media-Nutzung. Plattformen wie Instagram erlauben es Usern, einen direkteren Kontakt zu ihren Idolen zu haben. Das hat einen starken Effekt auf die Intensität der Verehrung, wie eine Studie der Eötvös-Loránd-Universität Budapest (ELTE) http://elte.hu/de zeigt.

Persönliche Beziehung suggeriert

“Prominente von heute sind omnipräsent, wir können sie zu jeder Zeit abrufen. Früher waren Berühmtheiten nur in der Zeitung oder im Fernsehen zugänglich, aber mittlerweile sind wir über Social Media ständig mit ihnen verbunden. Das suggeriert für viele Fans eine sehr persönliche Beziehung. Deswegen ist es durchaus vorstellbar, dass die Verehrung von Promis zur stärkeren Nutzung sozialer Medien führt”, erläutert Social-Media-Experte Thorsten Ising http://thorsten-ising.com im Gespräch mit pressetext.

Die Forscher haben für die Studie 368 ungarische Jugendliche und Erwachsene herangezogen. Die Studienteilnehmer mussten einen Fragebogen über ihre Social-Media-Nutzung und ihre Einstellung zu Prominenten ausfüllen. Dabei zeigte sich ein deutlicher Zusammenhang zwischen der Verehrung von Berühmtheiten und der starken Nutzung von sozialen Netzwerken.

Eigene Einsamkeit verdrängen

Befragte, die angaben, sie würden sich über die persönlichen Angewohnheiten ihrer Lieblingspromis informieren, fühlen sich auch oft unruhig oder gestresst, wenn sie zu lange nicht mehr auf sozialen Plattformen unterwegs waren. Den Forschern zufolge wollen Fans auf Social Media die Kluft zwischen ihrem Leben und dem ihrer Idole überbrücken und so möglicherweise auch die eigene Einsamkeit verdrängen. Das könne mitunter zu einer problematischen und suchtartigen Nutzung der Plattformen führen.

 

pte, 27.04.2020, Foto: Influencer: Promis stärken Social-Media-Sucht © Beegaia