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Maskenpflicht- ist nur eine Höflichkeitsgeste

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Maskenpflicht verändert das gesellschaftliche Klima

Berlin- Bericht “Die von der Regierung beschlossene Maskenpflicht im öffentlichen Nahverkehr sowie beim Betreten von Geschäften und Supermärkten ist weniger eine medizinische als eine psychologische Maßnahme: Bürger werden wie unmündige Kinder behandelt und zum öffentlich sichtbaren Gehorsam genötigt.

 

Gesundheitlicher Nutzen?

Zur medizinischen Notwendigkeit der Maskenpflicht stellen sich erhebliche Fragen. Das zum Bundesgesundheitsministerium gehörende Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte erklärt zum gesundheitlichen Nutzen von Stoffmasken, eine Schutzwirkung sei „in der Regel nicht nachgewiesen“. Die Masken könnten aber „das Bewusstsein für ‘social distancing’ sowie gesundheitsbezogenen achtsamen Umgang mit sich und anderen unterstützen“. Die Behörde betont:

„Träger der beschriebenen ‘Community-Masken’ können sich nicht darauf verlassen, dass diese sie oder andere vor einer Übertragung von SARS-CoV-2 schützen, da für diese Masken keine entsprechende Schutzwirkung nachgewiesen wurde.“

Das heißt: Die Vermummung hilft zwar kaum, hält aber den Angstlevel weiter hoch. Der Virologe Christian Drosten formulierte es diese Woche so:

„Masken sind eine Ergänzung der Maßnahmen und eine Erinnerung für alle an den Ernst der Lage!“

Das Robert Koch-Institut (RKI) hat bis vor einigen Wochen die gleiche Position wie das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte vertreten und erklärt, ein Mundschutz im Alltag sei unnötig. Es gäbe „keinen wissenschaftlichen Hinweis“, dass eine Verwendung Sinn hätte, so RKI-Vizpräsident Lars Schaade noch am 28. Februar. Der gleiche Lars Schaade empfiehlt diese Woche nun dringend das Maskentragen, ganz im Sinne der Regierung, deren Teil seine Behörde ist.

Das RKI versucht, seinen Kurswechsel wissenschaftlich zu untermauern. In einem am 14. April veröffentlichten Dokument mit dem Titel „Mund-Nasen-Bedeckung im öffentlichen Raum als weitere Komponente zur Reduktion der Übertragungen von COVID-19“ heißt es, es habe intern eine „Neubewertung“ gegeben. Die Behörde beruft sich dabei auf eine aktuelle Studie von Forschern aus Hongkong, die zeige, dass das Tragen einer Stoffmaske zu einer „relevanten Reduktion der Ausscheidung von Atemwegsviren über die Ausatemluft“ führen würde.

Schaut man sich diese Studie genauer an, ist das Bild allerdings längst nicht so klar und eindeutig, wie das RKI nahelegt. Die Forscher untersuchten die Schutzwirkung bei verschiedenen Virusarten und stellen fest:

„Unsere Ergebnisse deuten darauf hin, dass chirurgische Masken den Ausstoß von Influenzaviruspartikeln in die Umwelt in Atemtröpfchen wirksam reduzieren können, nicht aber in Aerosolen. (…) Beim Rhinovirus gab es keine signifikanten Unterschiede zwischen dem Nachweis des Virus mit oder ohne Gesichtsmaske, sowohl in Atemtröpfchen als auch in Aerosolen.“

Das heißt: Eine allgemeine Schutzwirkung von solchen Masken in Bezug auf Viren wurde nicht belegt. Auf diese Studie stützt das RKI jedoch seine aktuelle „Neubewertung“.

Dazu kommen gesundheitliche Beeinträchtigungen durch das Maskentragen. So wies schon vor mehreren Jahren eine Untersuchung nach, dass durch das verstärkte Wiedereinatmen der ausgeatmeten Luft die CO2-Konzentration im Blut von Trägern von Stoffmasken wesentlich ansteigt. Das führt zu Konzentrationsschwäche, Müdigkeit und allgemein verringerten körperlichen und geistigen Fähigkeiten.

“Die Epidemie ist bereits vorbei”

Mediziner wie der Präsident des Weltärztebundes, Frank Ulrich Montgomery, warnen vor der neuen Verordnung, die mehr schade als nütze. Resigniert meint Montgomery: „Aber was will man gegen den Überbietungswettbewerb föderaler Landespolitiker mit rationalen Argumenten tun?“

Auch Knut Wittkowski, einer der weltweit angesehensten Epidemiologen, stellt den Sinn der Maßnahme grundsätzlich infrage. Der Mediziner, der 20 Jahre als Leiter der Abteilung für Biostatistik, Epidemiologie und Forschungsdesign an der Rockefeller University in New York tätig war, erklärte am Freitag in einem Interview mit dem Portal KenFM auf die Frage, was eine Maskenpflicht bringe:

„Es bringt überhaupt nichts. Die Epidemie ist bereits vorbei. Das Virus zirkuliert nicht mehr in einem relevanten Umfang in der Bevölkerung. Zu einem Zeitpunkt den Mundschutz einzuführen, wo es keinen Virus mehr gibt, ist ein bisschen seltsam. (…) Jeder kann sich die Daten angucken und sieht: Deutschland ist über den Berg, genauso wie alle anderen europäischen Länder.“

(Ergänzung 25.4.: Das Interview mit Knut Wittkowski wurde wenige Stunden nach der Veröffentlichung von Youtube gelöscht. Es ist aktuell hier zu finden.)

Erzwungener Gehorsam

Vom fehlenden medizinischen Sinn abgesehen, besteht der grundsätzliche Tabubruch der Maßnahme darin, alle Bürger zu nötigen, öffentlich und für jeden sichtbar zu bekunden, dass man Angst vor dem – kaum noch zirkulierenden – Virus habe und der Regierung blind Folge leistet. Menschen sollen unter Strafandrohung gezwungen werden, ihren Mitbürgern zu signalisieren, dass sie sich bereitwillig unterordnen – und zwar ganz egal, wie zweifelhaft oder unsinnig die befohlene Maßnahme objektiv ist.

Das absehbare Ergebnis der Maskenpflicht sind daher noch mehr Unmündigkeit, Passivität, Mutlosigkeit und Angst in der Bevölkerung – mutmaßlich ein Zustand, der einigen politischen Akteuren gut ins Konzept passt.

Der Epidemiologe Wittkowski mahnt:

„Menschen haben so langsam vergessen, dass Demokratie etwas ist, wofür man immer kämpfen muss. Wenn man aufhört, sich für Demokratie aktiv einzusetzen, dann werden die Rechte der Menschen eingeschränkt. Das sehen wir jetzt ganz deutlich. Ich hoffe, dass diese Erfahrung dazu führt, dass Menschen sich wieder aktiver für die Demokratie in ihrem Land einsetzen.“

 

© Multipolar, 30.04.2020, Foto: Systembild: Maskenpflicht- ist nur eine Höflichkeitsgeste/Gegen Maskenpflicht wehren