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Corona Demo Stuttgart- Tausende fordern Lockerung

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Mehr als 5.000 Teilnehmer auf dem Wasen

Stuttgart- Mehr als 5000 Teilnehmer haben am Samstag Cannstatter Wasen in Stuttgart gegen die Corona-Regeln der Regierung demonstriert. Auffallend viele Teilnehmer protestierten mit Schildern gegen einen Impfzwang

Die Demo unter dem Motto “Querdenken” fand am Samstagnachmittag zum vierten Mal statt. Angemeldet wurde die Veranstaltung von dem Unternehmer Michael Ballweg, der sich in seinen Grundrechten durch die Corona-Vorschriften eingeschränkt fühlt.

 

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Teilnehmer fordern Ende der Corona-Einschränkungen

Bericht: “Der Veranstalter geht von rund 5.000 Demonstrierenden auf dem Wasen in Stuttgart aus. Angemeldet waren 2.500 Menschen. Immer wieder wurde aufgerufen, die 1,5 Meter Mindestabstand einzuhalten. Teilweise standen die Teilnehmenden dicht an dicht. Auf Transparenten und in Sprechchören forderten sie ein Ende der Einschränkungen während der Corona-Pandemie. Die Grundrechte würden unzulässig verletzt. Viele schätzen außerdem das Coronavirus als nicht so gefährlich ein.

Familien mit Kindern protestieren mit

Wie an den Autokennzeichen auf dem Wasen-Parkplatz zu erkennen war, kamen die Demonstranten aus ganz Baden-Württemberg und darüber hinaus. „Wir denken, dass die Maßnahmen zum Schutz gegen das Cornavirus derzeit einfach zu weit gehen“, äußerte zum Beispiel ein 20-jähriger Lehrling, der eigens aus Frankfurt nach Stuttgart angereist war, um an der Kundgebung teilzunehmen. „Auf das Ende des Lockdowns können wir nicht warten, bis es einen Impfstoff gibt.“

Unter den Demonstranten waren auch zahlreiche Familien mit Kindern, die ihren Unmut über die Einschränkungen im Alltag äußerten. „Wir wollen wieder in die Schule“, sagte zum Beispiel die 12 Jahre alte Sophie Eisenhardt, die mit ihrer Mutter und ihrem Bruder aus Rottweil nach Stuttgart gekommen war.

Mutter Sigrun Eisenhardt machte ihren Ärger darüber Luft, dass viele Wissenschaftler, die sich für eine rasche Lockerung aussprechen, derzeit mundtot gemacht würden. Auffallend: Zahlreiche Transparente und Schilder, die an diesem Nachmittag auf dem Wasen zu sehen waren, sprachen sich gegen Impfzwang aus.

Zeitweise war es auf dem Platz zu Verwirrung darüber gekommen, ob Mundschutzmasken erlaubt seien oder gegen das Vermummungsverbot verstießen. Einige Ordner, von denen viele erst spontan während der Veranstaltung rekrutiert wurden, verlangten das Absetzen der Masken, obwohl diese genehmigt waren. Insgesamt trugen auffallend wenige Teilnehmer eine Schutzmaske.

In seiner Rede betonte Michael Ballweg, dass Schweden als mögliches Modell für einen anderen Umgang mit der Epidemie Vorbild sein könne. „Wieso können wir das nicht diskutieren“, fragte er. Er könne auch nicht verstehen, wieso bereits heute das Volksfest abgesagt wurde, wenn es erst in fünf Monaten stattfinde. Von der Rednertribüne wurden immer wieder Audiosequenzen wie ein „Welt“-Interview mit dem Hochschulprofessor Stefan Homburger eingespielt, in dem er den Lockdown als unberechtigt darstellt.

Neben Ballweg sprach der Leipziger Anwalt Ralf Ludwig von der Partei „Widerstand 2020“, die sich erst vor kurzem gegründet hat. „Ich denke, dass von Stuttgart ein großes Signal in die Bundesrepublik und ganz Europa geht“, sagte Ludwig, der die Selbstverantwortung des Einzelnen in der Pandemie betont. Ballweg rief am Ende der Kundgebung Initiativen in ganz Deutschland dazu auf, am kommenden Samstag Großdemonstrationen abzuhalten. Auch auf dem Cannstatter Wasen soll, vorausgesetzt die Genehmigung werde erteilt, am 9. Mai wieder demonstriert werden.”

 

Stuttgarter Zeitung Verlagsgesellschaft mbH/PSM, 03.05.2020, Foto: Screenshot Youtube © Querdenkerdemo Stuttgart 02.05.2020 -- Rede von Ralf Ludwig Gründungsmitglied Widerstand 2020