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Corona Talk bei Maischberger- Starke Typen, starke Worte

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Seehofer: Wir wollen keine fünfte Merkel-Amtszeit

Berlin- Während die Debatte um die Nachfolge von Angela Merkel Fahrt aufgenommen hat, lässt eine Aussage von Horst Seehofer aufhorchen.

 

Berlin- „Der Tag, an dem der Schalter umgelegt wurde“, so leitete Sandra Maischberger die Gesprächsrunde am Mittwochabend ein.

Gerade hatten sich die Ministerpräsidenten mit Kanzlerin Angela Merkel darauf geeinigt, dass künftig jedes der 16 Länder für sich über weitere Maßnahmen gegen das Coronavirus entscheidet – ohne weitere Absprachen mit dem Bund.

Schon ab Donnerstag wird eine Vielzahl an Lockerungen gelten, je nach Bundesland mehr oder weniger ausgeprägt. Eine gute Entscheidung, um die Wirtschaft und das gesellschaftliche Leben wiederzubeleben? Oder kommen die Signale der Entspannung viel zu früh? Der Bundeswirtschaftsminister (CDU), zwei Bundestagsabgeordnete (SPD und FDP) sowie drei Journalisten bezogen Stellung.

Die Gäste

Peter Altmaier (61, CDU). Der Wirtschaftsminister redet gern, aber was hat er jetzt noch zu sagen?

Christian Lindner (41, FDP). Der Chefliberale ist mit der Kanzlerin schon lange auf Kollisionskurs.

Karl Lauterbach (57, SPD). Der Gesundheitsexperte schimpfte zuvor in dem ARD-„Extra“ über das Jux-Video der Berliner Profis: „Ich bin entsetzt, wie wenig sensibel dort mit dem Thema umgegangen wird!“

Johannes B. Kerner (55). Der Showmaster hatte Corona, aber weder Fieber noch Husten.

Eva Quadbeck (59). Die Journalistin („Rheinische Post“) sieht es als Problem, dass die Politik nicht mit einheitlicher Stimme spreche.

Gabor Steingart (57). Der Journalist („Morning Briefing“) karikierte Angela Merkel als „Eiskönigin im erstarrten Corona-Land“.

In den vergangenen Wochen war es um Horst Seehofer ziemlich ruhig geworden. Während viele Regierungspolitiker aufgrund der Coronavirus-Pandemie* öffentlich rege in Erscheinung traten, war vom Bundesinnenminister diesbezüglich kein Statement zu vernehmen.

Das ist nun vorbei: Der Vorgänger von Markus Söder als bayerischer Ministerpräsident hat sich in der Hauptstadt befragen lassen, die Antworten bergen einige bemerkenswerte Statements.„Ich nutze ein Fernsehstudio nicht als mein Wohnzimmer. Ich trete nur dann auf, wenn ich was zu sagen habe“, lässt der Unionspolitiker gegenüber BamS verlauten. Er habe er sich seit Beginn der Ausbreitung von Covid-19* von Anfang an vorsichtig verhalten.

Seehofer über Merkel-Nachfolge:

Der 70-Jährige nutzt das Gespräch für eine Lobeshymne auf Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) *: „Sie führt Deutschland* gerade sehr stark durch die Krise. Wir können froh sein, dass wir in dieser Situation eine solche Kanzlerin an der Spitze unseres Landes haben“, schwärmt Seehofer über die wohl mächtigste Frau der Welt, deren vierte Amtszeit sich dem Ende neigt.

Während unionintern und auch öffentlich über die Nachfolge der 65-Jährigen diskutiert und gerungen wird, bringt der CSU-Mann eine weitere Variante ins Spiel: dass die studierte Wissenschaftlerin Merkel bei der Bundestagswahl im Herbst 2021 möglicherweise doch noch antreten wird. „Ich kann nicht bestreiten, dass ich den Gedanken in letzter Zeit öfter gehört habe“, schildert Horst Seehofer und redet von Gerüchten hinter den Kulissen der Bundesregierung. „Wir können froh sein, dass wir in dieser Situation eine solche Kanzlerin an der Spitze unseres Landes haben.“ Seehofer zufolge wird demnach hinter den Kulissen sogar über eine mögliche fünfte Amtszeit der Kanzlerin diskutiert.

Urlaub trotz Corona? Seehofer erteilt Österreich-Fans und Kanzler Kurz herbe Abfuhr

In dem Interview geht Horst Seehofer auch auf die Einladungen von Österreichs Kanzler Sebastian Kurz ein, der die Deutschen bereits zum Urlaub in das Nachbarland eingeladen hat: „Solange das Virus keinen Urlaub macht, müssen auch wir uns mit unseren Reiseplänen beschränken – so verständlich der Wunsch für die Menschen und die Tourismusbranche auch ist. Der Infektionsschutz* gibt da den Zeitplan vor.“ Und wie sieht es generell mit dem Sommerurlaub in anderen Ländern aus?

Wie der Bundesinnenminister schildert, müsse man Kontrollen und Einreiseverbote* noch länger hinnehmen – und sich auf eine erholsame Zeit in Deutschland einrichten: „Das hängt vom Infektionsgeschehen ab. Niemand will die Bewegungsfreiheit der Bürger länger einschränken als unbedingt nötig. Aber leichtsinnige Öffnungen, die später in Gestalt erhöhter Ansteckungszahlen* zurückschlagen, helfen niemandem.“

Ippen Digital Redaktionsnetzwerks, 07.05.2020, Foto: Corona-Talk bei „Maischberger“. Foto: Foto: Screenshot ARD