Spahn- Sicherheit nicht durch Tests allein

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Ein Test sei immer nur eine Momentaufnahme, sagte Bundesgesundheitsminister Jens Spahn

Berlin- Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) ist für die Ausweitung von Corona-Tests in Deutschland, warnt aber vor einer Überbewertung der Ergebnisse. „Umfangreiches Testen ist sinnvoll, insbesondere um regionale Ausbrüche schnell einzudämmen. Dazu haben wir das Testkonzept des Bundes bereits vor Wochen angepasst“, sagte Spahn am Sonntag. Zusätzliche Testangebote durch die Länder könnten das ergänzen. „Allerdings ist ein Test immer nur eine Momentaufnahme. Er darf nicht in falscher Sicherheit wiegen,“ so der Minister.

Bayern hatte zuvor angekündigt, dass sich dort künftig jeder auf das Coronavirus testen lassen kann, unabhängig davon, ob er Symptome hat oder einem besonderen Risiko ausgesetzt ist. Die Kosten will das Land übernehmen, sofern kein Anspruch auf Erstattung etwa durch die Krankenkasse besteht.

Spahn hatte bereits vor knapp drei Wochen eine Verordnung verkündet, die eine Reihe zusätzlicher Testmöglichkeiten in ganz Deutschland auf Kassenkosten festlegt, besonders in sensiblen Bereichen wie Kliniken, Pflegeheimen, Schulen und Kitas.

Mehr Tests in Fleischindustrie

Nach dem massiven Corona-Ausbruch beim Fleischbetrieb Tönnies im nordrhein-westfälischen Landkreis Gütersloh sieht der Nachbarkreis Warendorf (wo viele Tönnies-Beschäftigte wohnen) bisher keine Anzeichen für eine Ausbreitung des Virus unter der übrigen Bevölkerung. Anders sieht es im Kreis Gütersloh selbst aus: Nach der Ausweitung der Corona-Tests dort ist die Anzahl nachgewiesener Infektionen von Menschen ohne direkten Bezug zu Tönnies-Beschäftigten deutlich gestiegen. Das Land Nordrhein-Westfalen verfügte derweil, dass Beschäftigte der Fleischindustrie ab Juli mindestens zweimal pro Woche auf das Coronavirus getestet werden müssen.

Rund sechs Monate nach Beginn der Coronavirus-Pandemie gibt es US-Wissenschaftlern zufolge bereits mehr als zehn Millionen bestätigte Infektionen und 500.000 Todesfälle weltweit. Wie aus Daten der Universität Johns Hopkins in Baltimore hervorgeht, ist das am schlimmsten betroffene Land die USA mit 2,5 Millionen bestätigten Infektionen. Mit über 125.000 Opfern gibt es dort auch die meisten bekannten Corona-Todesfälle.

Bei einer Spendenkonferenz der EU-Kommission und der Initiative „Global Citizen“ zur Finanzierung eines Impfstoffs gegen das neuartige Coronavirus sind am Samstag 6,15 Milliarden Euro zusammengekommen. Zahlreiche Popstars unterstützten die Spendenaktion mit einem Benefiz-Konzert. Bei einem Spendengipfel im Mai waren bereits zehn Milliarden Euro zugesagt worden.

 

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Über Jens Spahn

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn hat eine Ausbildung zum Bankkaufmann bei der Westdeutschen Landesbank in Münster gemacht. Neben seiner politischen Laufbahn absolvierte er von 2003 bis 2017 ein Politik-Studium an der Fernuniversität Hagen, das er mit dem Master of Arts abschloss.

 

 

dpa, 28.06.2020, Foto: Ein Test sei immer nur eine Momentaufnahme, sagte Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU). © dpa