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Berlin- Die Verfolgungsjagd in Neukölln mit Schüssen

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Verfolgungsjagd in Berlin Neukölln-Fahrer wurde mit Haftbefehlen gesucht

Polizist schießt zwei Mal auf Auto Verkehrskontrolle eskaliert – Verfolgungsjagd in Berlin Neukölln

Polizist schießt zwei Mal auf Auto Verkehrskontrolle eskaliert – Verfolgungsjagd in Berlin Neukölln

In den Videos, die von Anwohnerinnen und Anwohnern in Neukölln gefilmt worden ist,  sind Polizisten zu sehen, die mit gezogenen Waffen auf den dunklen BMW mit Greifswalder Kennzeichen zulaufen. Dabei riefen sie: „Hände hoch, du Wichser!“ Der Mann will mit dem Auto flüchten, es fallen mindestens zwei Schüsse. Er rammt noch ein anderes Fahrzeug, bevor zu Fuß abhauen will und schließlich von den Beamten überwältigt wird.

 

 

Die Szenen wie aus einem Hollywood-Blockbuster gingen schnell durch die Sozialen Medien. Ein schwarzer BMW ist von Beamten umstellt, der Fahrer will flüchten, ein Polizist schießt. Nach der kurzen Flucht im Wagen, einem weiteren Unfall und der Flucht zu Fuß stellen die Beamten den Mann, der schon wegen vier Haftbefehlen gesucht wurde.

Das Tatfahrzeug hatte ein Greifswalder Nummernschild. HGW I – 320. Bei dem alten Besitzer Frederic D. steht seit dem das Video im Netz verbreitet wurde, das Telefon nicht mehr still. Weil mittlerweile auch seine Eltern belästigt werden, unter andrem mit der Frage, was sie denn für einen kriminellen Sohn hätten, will Frederic nun sprechen.

„Ich hab den Wagen am 5. Mai verkauft”, berichtet der Anfang Zwanzigjährige, der berufsbedingt gar nicht mehr selbst in Greifswald ist. „Das war ein ganz normaler Typ. Er ist mit zwei Kumpels gekommen, die haben sich das Auto angeschaut und mitgenommen.”

Tatfahrzeug war ein Totalschaden

Das pikante an der Sache: D. hatte die Klausel in den Vertag aufgenommen, dass das Auto durch den neuen Besitzer innerhalb von fünf Tagen abgemeldet werden müsse, was jedoch nie geschah. „Ich hab ihn dauernd angerufen, bis er mich blockiert hatte. Das gleiche ist einem Kumpel passiert, der auch versucht hat, die Sache zu klären.” D. erinnert sich, dass der neue Besitzer sogar seine Nummer gewechselt hat.

Generell dürfte der Wagen mit oder ohne Nummernschild nicht mehr fahren. Der BMW sei ein wirtschaftlicher Totalschaden, die Hinterachse sei angerissen, berichtet D. Ein typisches Problem dieser Baureihe.

Trotz der ärgerlichen Situation meldete sich D. nicht bei der Polizei. Die kam nämlich bereits eine Woche vor der Schießerei in Neukölln auf den jungen Greifswalder zu. „Die haben bei mir geklingelt und wollten wissen, ob das mein Wagen ist. Da muss irgendwas gewesen sein, ich weiß aber nicht was,” erinnert er sich an den Vorfall. Mit dem Kaufvertrag konnte er für die Polizei glaubhaft vermitteln, dass der BMW nicht mehr in seinem Besitz sei.

Freund schickt D. das Video von seinem Auto

Von dem Video selbst hat D. durch einen Freund erfahren. Der habe ihn gefragt ob das nicht sein Auto sei und was er in Berlin mache – im Anhang das Video. Seitdem melden sich immer mehr Leute bei D. und seinen Eltern. Deswegen suchte er nun die Flucht nach vorne. Offensichtlich erfolgreicher als der echte Täter.

 

PSM, 17.07.2020, Foto & ©: Screenshot Video: Sturm 18/ Polizist schießt zwei Mal auf Auto Verkehrskontrolle eskaliert – Verfolgungsjagd in Berlin Neukölln