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Protest in den USA! NBA-Stars treten nicht zu Spielen an

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Rassismus-Debatte in den USA

Aufgrund der weiterhin schwelenden Rassismus-Debatte sind die Basketball-Stars von sechs NBA-Teams in der Nacht zu Mittwoch nicht zu ihren Spielen angetreten.

Kenosha/Orlando– Am Mittwochnachmittag um 16 Uhr (Ortszeit) hätte in der NBA das Spiel zwischen den Milwaukee Bucks und Orlando Magic stattfinden sollen. Doch die Spieler der Bucks verließen ihre Kabine nicht – aus Protest!

NBA: Stars treten nicht an

Grund für den Protest: Am Montag wurde in den USA erneut ein Afroamerikaner aus mehr als fraglichen Gründen von der Polizei niedergeschossen. In Kenosha im Bundesstaat Wisconsin war Jacob Blake mit sieben Schüssen von zwei Polizisten getroffen worden, als er zu seinen Kindern ins Auto steigen wollte.

Zum jetzigen Zeitpunkt deutet zwar vieles darauf hin, dass Blake die Schüsse überlebt. Ein Anwalt der Familie teilte jedoch mit, dass der Familienvater gelähmt sei und es ein Wunder benötige, damit er wieder gehen könne.

Das Ganze ereignete sich rund drei Monate nach dem Tod von George Floyd und löste in Wisconsin sowie im Rest des Landes erneut heftige Proteste aus. Floyd war am 25. Mai in Mineapolis im Bundesstaat Minnesota durch eine gewaltsame Festnahme getötet worden. Anschließend gab es große Proteste der „Black Lives Matter“-Bewegung in den ganzen USA.

„Wir haben genug von der Ungerechtigkeit“

„Wir haben genug von den ganzen Tötungen und der Ungerechtigkeit“, sagte Bucks-Star George Hill dem Journalisten Marc Spears, der für das Magazin „The Undefeated“ schreibt.

Die Spieler der Orlando Magic hatten sich wenige Minuten vor dem geplanten Tip-off wie gewohnt auf dem Court warmgespielt. Als auch vier Minuten vor Spielbeginn von den Profis der Milwaukee Bucks nichts zu sehen war, gingen die Orlando-Stars zurück in ihre Kabine.

NBA-Verantwortliche sprachen mit den Milwaukee Bucks, gingen allerdings nicht in die Umkleidekabine. Wie das Spiel gewertet wird, ist derzeit noch unklar. Die Bucks führen in der Best-of-seven-Serie mit 3:1. Die Nummer 1 der Eastern Conference hatte das erste Spiel der Serie überraschend verloren. Angeführt von Vorjahres-MVP Giannis Antetokounmpo gewann Milwaukee die drei folgenden Partien.

„Wir fordern Gerechtigkeit!“

Umgehend erhielten die Milwaukee Bucks Zustimmung von Spielern und Fans aus der ganzen NBA. So schrieb Utah-Jazz-Star Donovan Mitchell bei Twitter: „Wir fordern Veränderung! Salute, Bucks!“

DeMar DeRozan von den San Antonio Spurs schrieb: „Respekt, Bucks!“

Und Jamal Murray von den Denver Nuggets meinte: „Wir fordern Gerechtigkeit!“

Oklahoma und Houston ziehen nach

Auch die Teams der Oklahoma City Thunder und Houston Rockets, die um 18.30 Uhr (Ortszeit) aufeinandergetroffen wären, teilten nach dem Protest der Milwaukee Bucks mit, dass sie am Mittwoch nicht das Spielfeld betreten werden.

Spieler und Verantwortliche diskutieren

Doch der Protest des Teams aus Wisconsin war nur der Anfang. Spieler und Verantwortliche seien anschließend zu Gesprächen zusammengekommen. Sogar ein Saisonabbruch soll kurzzeitig im Raum gestanden haben. Zunächst wurden alle Playoffspiele des Abends vertagt. Wie es endgültig weitergeht ist noch unklar.

Längst beschränken sich die Proteste schon nicht mehr nur auf die NBA. So kündigten auch die Spieler der Fußballliga MLS einen Boykott an. Außerdem sagte auch Tennisspielerin Naomi Osaka ihre Teilnahme am Halbfinale der Cincinnati Masters ab.

 

dpa, 27.08.2020, Foto: Spiel NBA © Rochigb