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Der Corona-Knast

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Immer mehr Regierungen sperren vermeintlich Infizierte — und vorsichtshalber auch verdächtige Kontaktpersonen — in sogenannte Quarantäne-Camps

Es handle sich um regelrechte Covid-Konzentrationslager, so empören sich entsetzte Kritiker. Gefängnisse auf Zeit sind die „Camps“ auf jeden Fall. Widerspruch ist aussichtslos, kein Anwalt kann helfen. Die Haft dauert mindestens zwei Wochen. Kein ordentliches Gerichtsverfahren geht ihr voraus. Nach vierzehn Tagen endet sie nur bei guter Führung.

Wie der neuseeländische Director General of Health („Generaldirektor für Gesundheit“, Gesundheitsminister) Ashley Bloomfield bei einer Pressekonferenz bekannt gab, gelte die obligatorische Quarantäne sowohl für neu Infizierte als auch für Verdachtsfälle unter engen Familienmitgliedern. Diese Vorgehensweise zeige, „wie ernst wir es meinen, wenn es darum geht, das Risiko einer andauernden Übertragung zu begrenzen. (…) Das wird uns dabei helfen, eine weitere unbeabsichtigte Ausbreitung zu vermeiden“ (3).

„Ständig überwacht“

Wie eine solche Quarantäne aussieht, erläuterte Jacinda Ardern, seit Herbst 2017 Neuseelands 40. Prime Minister (Premierministerin), ihrem Volk in einer Videobotschaft. Jede einzelne Aktivität in diesen Lagern werde überwacht. Wer sich weigere, sich testen zu lassen, werde gezwungen, über längere Zeit im Camp zu bleiben. „Damit sind wir die Strengsten der Welt“, verkündete die Regierungschefin stolz.

„Es gibt Länder, die eine Selbstisolierung fordern — wir gehen noch einen Schritt weiter. Wenn sich jemand in einen gemeinsam genutzten Raum begibt oder frische Luft schnappen will, so darf er das nicht alleine. Ob er sich nun in einem Raum aufhält, ihn verlässt oder ins Freie geht — er wird ständig überwacht. Wir haben Millionen von Dollar investiert, um dies zu ermöglichen. (…) Was tun wir mit Menschen, die sich nicht testen lassen wollen? Das können sie jetzt nicht mehr. Solange sich jemand weigert, lassen wir ihn nicht nach zwei Wochen wieder frei — er muss für weitere 14 Tage in der Quarantäneeinrichtung bleiben“ (4).

Auf welchen „äußersten Notstand” reagiert die Regierung derart drastisch, mit verfassungswidriger Freiheitsberaubung? Seit dem 28. Februar 2020, als in Neuseeland der erste Corona-Fall aktenkundig wurde, verzeichnet die einstige britische Kolonie gerade mal 22 (!) Covid-19-Todesfälle (5) — das sind im Schnitt weniger als 3 (!) pro Monat.

Die offizielle Anzahl „aktiver“ Fälle in dem südpazifischen Inselstaat lag am 24. August 2020 bei 123 — wobei „‚aktiv‘ nicht bedeutet, dass die Betreffenden ansteckend sind“, wie das Gesundheitsministerium auf seiner Website selbst einräumt. Es heißt lediglich, dass sie „labordiagnostisch bestätigt“ sind — ein positives Testergebnis liegt vor. Nur zehn (!) „Aktive“ werden momentan in Krankenhäusern behandelt (6). Seit Jahresanfang haben über 700.000 Tests bloß 1.339 „bestätigte Fälle“ ergeben — eine Positivenrate von lächerlichen 0,00019 Prozent (7).

Dabei verwendet Neuseelands Gesundheitsministerium den Begriff der „Covid-19-Infektion“ auf eine Weise, die seine fachliche Inkompetenz aufs Peinlichste bloßstellt. Anscheinend weiß es noch nicht einmal, dass das „d“ in „Covid-19“ für „disease“ steht — für eine Krankheit. Corona-„infiziert“ zu sein besteht aber in vier von fünf Fällen darin, kein Patient zu sein, sondern symptomfrei zu bleiben, putzmunter und kerngesund. Ebenso wenig sind alle positiv Getesteten „infiziert“ — der PCR-Test reagiert bei ihnen womöglich bloß auf ein Genomschnipsel, das auch nach überstandener Erkrankung noch bis zu fünf weitere Wochen lang im Körper verbleiben kann. Und selbst wenn es sich um ein aktives SARS-CoV-2 handeln würde, besagt der Test nichts über die „Viruslast“: die Menge der Erreger. Es müssten Abermillionen sein, um eine Person krankzumachen und auf ihre Umgebung überzuspringen.

Vier Erkrankte, null Tote rechtfertigen ein Notstandsregime?

Obwohl der vermeintliche Killerkeim kaum ein Land mehr verschonte als Neuseeland, entwickelte die Regierung von Anfang an einen brennenden Ehrgeiz, sich in puncto Seuchenschutz von niemandem überbieten zu lassen. Seit dem 19. März 2020, kaum drei Wochen nach dem ersten Corona-Fall, schloss sie die Grenzen für neu Einreisende aus dem Ausland (8). Zu diesem Zeitpunkt verzeichnete das Land gerade mal 49 Bürger mit positivem Test auf SARS-CoV-2. Von der internationalen Studienlage ausgehend, dürften 40 von ihnen gar keine Symptome entwickelt haben, weitere 5 bloß milde. Verstorben war bis zum 19. März noch kein einziger. Vier Erkrankte und NULL Tote rechtfertigen ein Notstandsregime? Im Ernst, Frau Ardern?

Zwei Tage später, am 21. März, gab die Premierministerin bekannt, von nun an komme ein Warnsystem zum Einsatz, um die Corona-Epidemie zu bekämpfen. Angelehnt an Neuseelands schon eingeführtes Buschfeuer-Warnsystem, sieht es vier mögliche Einstufungen vor (9): Stufe 1 entspricht der geringsten Gefahr, Stufe 4 der höchsten. Ardern rief zunächst Stufe 2 aus.

Nachdem alle 16 Regionen Neuseelands vereinzelte Infektionen meldeten, proklamierte die Regierung schon am 25. März 2020 die Stufe 4; vom 26. März an galt diese für mindestens vier Wochen. Zielvorgabe war es, das Virus „vollständig zu eliminieren“. Dazu wurden strikte Verbote verhängt, verbunden mit empfindlichen Strafen. Sämtliche Einwohner mussten zu Hause bleiben; in jedem Haushalt war es bloß einer einzelnen Person erlaubt, für lebensnotwendige Besorgungen die Wohnung zu verlassen. Alle Bildungs- und öffentlichen Einrichtungen waren geschlossen (10).

Am 8. April 2020 hatte Neuseeland die weltweit NIEDRIGSTE Todesrate von Covid-19-Infizierten zu verzeichnen: 0,1 Prozent (11). Davon begeistert, zogen sich zahlreiche US-Milliardäre nach Neuseeland zurück, darunter der Großinvestor Peter Thiel und der Filmproduzent James Cameron (12).

Am 27. April 2020 senkte die Regierung die bisherige Warnstufe 4 auf 3 ab — vorerst für zwei Wochen (13). Damit lockerte sie den strikten Lockdown; Abstandsregeln galten allerdings weiterhin. Neuseelands rund 400.000 Arbeitnehmer unter den fünf Millionen Einwohnern konnten nun ihre Arbeit wieder aufnehmen. Gaststätten und Restaurants durften zumindest Take-away-Produkte anbieten. In einigen Schulen fand wieder Unterricht statt. Größere Veranstaltungen blieben jedoch verboten, Einkaufszentren und Außengrenzen blieben geschlossen (14).

Am 4. Mai 2020 war die Zahl der Neuinfektionen erstmals seit Wochen auf null gesunken (15).

Fünf Wochen später, am 8. Juni 2020, gab das Gesundheitsministerium bekannt, dass die letzte bekannte Corona-Patientin seit 48 Stunden symptomfrei sei und daher als geheilt gelte. Daraufhin wurden sämtliche Einschränkungen wie Abstandsgebote oder Veranstaltungsbeschränkungen aufgehoben; lediglich die strengen Einreisebestimmungen blieben in Kraft (16).

Am 30. Juni 2020 trat David Clark, der damalige Gesundheitsminister Neuseelands, von seinem Amt zurück. Als Gründe hierfür gab er die Kritik am Kurs des harten neuseeländischen Lockdowns und sein eigenes Fehlverhalten an, weil er entgegen geltender Regeln mit seiner Familie einen Badeurlaub am Strand verbracht hatte (17).

Alle Infizierten wegsperren — notfalls mit Gewalt

Nach 102 Tagen ohne Neuinfektionen meldete die Stadt Auckland Mitte August ein neues „Coronacluster“, mit 17 Trägern des Virus; einen von ihnen hatten infizierte Freunde und Verwandte besucht (18). Einen Tag später war das Cluster auf 29 Personen angewachsen; zwei davon hatten das Virus offenbar bereits 200 km nach Süden getragen, in die Kleinstadt Tokorea (19).

Obwohl in ganz Neuseeland seit dem 6. Mai 2020 NIEMAND mit Covid-19 verstorben war, beschloss die Regierung nun, Alarmstufe 3 auszurufen, ganz Auckland mit 1,6 Millionen Einwohnern unter Quarantäne zu stellen — und Corona-KZs einzurichten, um dort ALLE „Infizierten“ wegzusperren, notfalls gewaltsam.

Denn „der jüngste Ausbruch droht die wirtschaftliche Erholung zu behindern“, erklärte Premierministerin Jacinda Ardern (20).

Am 12. August warf der Oppositionsführer im neuseeländischen Parlament der Regierung vor, sie habe den angeblichen „Ausbruch“ inszeniert (21). Ansonsten ist in dem Inselstaat weiterhin kaum jemand durch Widerrede und Verweigerung auffällig geworden. Zwar habe es „seitens der (von der Zwangsquarantäne in Corona-Camps) betroffenen Familien anfangs eine gewisse Abneigung gegeben“, räumte Neuseelands Director General of Health Ashley Bloomfield ein. Diese sei aber „nicht von Dauer“ gewesen (22). Wie der Gesundheitssprecher der New Zealand National Party, Shane Reti, betonte, stehe er voll hinter dem Kurs der Regierung. „Ich habe mich vergewissert, dass sie rechtlich dazu befugt ist.“ Ein Corona-Camp „könnte der sicherste Ort für Sie, Ihre Familie und Ihre Gemeinde sein“ (23).

Der „sicherste“ Ort muss freilich nicht der erholsamste sein. Wie die Tageszeitung The Guardian berichtete, stehen Neuseelands Isolations- und Quarantäneeinrichtungen unter „extremem Stress“, weil Riesenandrang herrscht, seit alle Rückkehrer von Auslandsreisen routinemäßig dorthin verfrachtet werden (24).

Gegenwehr scheint in Neuseeland derart selten vorzukommen, dass jeder, der sie noch zu leisten wagt, prompt zum Medienstar wird. Für Schlagzeilen sorgte ein 50-jähriger Campinsasse, der nach zwei negativen (!) Corona-Tests einen 1,80 Meter hohen Zaun durchschnitt, um in einem nahegelegenen Spirituosengeschäft einzukaufen. Nach einer halben Stunde kehrte er brav zurück. Sofort wurde er in Polizeigewahrsam genommen und am nächsten Tag einem Richter vorgeführt (25).

Im vielbeachteten „Demokratie-Index“ der Economist Intelligence Unit (EIU), eines weltweiten Beratungsunternehmens, belegte Neuseeland 2019 noch den vierten Platz. Erster wurde Norwegen, 167. und damit Letzter Nordkorea (26). Seine Topplatzierung dürfte Neuseeland 2020 nur deshalb behalten, weil sich so gut wie alle Mitkonkurrenten ebenfalls vom Staatsideal der Volksherrschaft verabschieden.

Ein totalitäres Projekt macht Schule

Ein Patent auf Corona-Konzentrationslager kann Neuseeland ärgerlicherweise nicht mehr anmelden. Andere waren schneller.

Vorreiter spielte erwartungsgemäß die Volksrepublik China. Zunächst rund um Wuhan, dann auch in anderen Regionen wurden Mietskasernen und leerstehende Fabrikgebäude, Gästehäuser und Sporthallen im Nu zu Quarantäne-Gefängnissen. Dort mit Infizierten zusammengepfercht wurden Menschen ohne die geringsten Symptome bereits dann, wenn sie irgendwie „Kontakt“ zu Covid-19-Patienten hatten. Als eines dieser Gebäude, ein 80-Zimmer-Hotel in der Küstenstadt Quanzhou, Anfang März einstürzte, kam über die 70 Menschen, die zwischen den Trümmern eingeschlossen waren, ans Licht: Unter ihnen gab es keinen einzigen konkreten Verdachtsfall. Alle Bewohner seien negativ getestet worden, berichtete die chinesische Nachrichtenagentur Xinhua (27).

Für infizierte Rückkehrer aus der Wuhan-Region eröffnete Indien bereits am 13. März 2020 ein „Quarantäne-Camp“ in Delhis Stadtteil Chhawla (28).

Aus einem staatlichen Quarantänelager im Osten Hongkongs berichtete eine zwangsinternierte CNN-Reporterin Anfang April: Dort „sind etwa 100 provisorische Ein-Zimmer-Häuser in ordentlichen Reihen auf einem Sportplatz im Freien errichtet worden, umgeben von hohen gelben Barrieren, in denen jeder untergebracht ist, von dem das Gesundheitsministerium entscheidet, dass er isoliert werden muss, nachdem er mit einer Person in Kontakt gekommen ist, die positiv auf Coronavirus getestet wurde.“ Angenehm überrascht war sie von der „Freiheit, draußen zwischen den Hüttenreihen herumzulaufen — natürlich mit Maske —, um frische Luft zu schnappen und sich zu bewegen, anstatt zwei Wochen lang in einem einzigen Raum eingesperrt zu sein. Die Häftlinge können sogar miteinander reden, obwohl es rund um das Lager Schilder gibt, die uns raten, ‚Versammlungen zu vermeiden‘, um ‚die Verbreitung des neuartigen Coronavirus zu verhindern‘“ (29).

Covid-19-verdächtige illegale Einwanderer sperrt Griechenland auf der Insel Lesbos seit April 2020 zeitweilig in spezielle Infiziertenlager ein, damit das Virus nicht in normalen Migrantenlagern um sich greift. Ende Juli traf ein Journalist dort 162 Zwangsisolierte an.

„Die Wohn- und Hygienesituation in den Quarantäne-Camps ist katastrophal und erhöht das Risiko von Covid-19-Ausbrüchen. Es ist verachtenswert, dass Migranten gezwungen werden, in diesen gesundheitsschädlichen Bedingungen zu leben“ (30).

Selbst die Vereinigten Staaten machen mit bei dieser Art von „Seuchenschutz“. Bereits im Februar 2020 genehmigte das Verteidigungsministerium, militärische Einrichtungen zur Quarantäne von aus Übersee heimkehrenden Amerikanern zu nutzen, insbesondere von Evakuierten aus Wuhan und Passagieren des Kreuzfahrtschiffes „Grand Princess“. Bei einem „Faktencheck“ Mitte August bestätigte die Tageszeitung USA Today die Existenz von 15 solcher Basen (31). „Wichtig“ zu betonen fand sie, dass die Aufenthalte dort selbstverständlich bloß „zeitweilig“ seien; „nach Einhaltung der 14-tägigen Quarantäne“ werde man selbstverständlich wieder „freigelassen“ — so als wäre Freiheitsberaubung ein staatliches Kavaliersdelikt, solange sie bloß ein kurzes Weilchen stattfindet.

Vietnams Quarantänelager: „Wie im Urlaub“?

Bereits im März 2020 rüstete Vietnam 145 Hotels zu Haftanstalten für „Infizierte“ um (32). Weitere Quarantänelager betreibt seither die vietnamesische Armee (33). Schon bis Ende März wurden rund 50.000 Menschen aus über 95 Millionen Einwohnern dorthin geschafft, obwohl das Land bis dahin bei über 30.000 Tests erst 148 Infektionen verzeichnete — und keinen einzigen Corona-Todesfall (34). Bis Ende Juli hatte der Killerkeim noch immer null Vietnamesen ins Grab befördert und gerade mal 412 infiziert (35).

Wie es sich in einem solchen Camp lebt, lässt die Nachrichtenagentur Reuters einen auskunftsfreudigen Studenten namens Nguyen Ha My schildern: Natürlich könne „kein Ort wie ein Zuhause sein. Aber hier fühle ich mich sicher. Die Soldaten hier sind sehr fürsorglich. Sie gaben mir Shampoo, Duschgel und sogar Toilettenpapier. Im Quarantänelager ist es wie im Urlaub. Kostenloses Wi-Fi, kostenlose Mahlzeiten, kostenlose Gesichtsmasken. Nur ein kleiner Herzinfarkt, falls einer der Mitbewohner hustet“ (36).

Hingegen hielt sich die Begeisterung bei vier chinesischen Campinsassen offenbar in Grenzen: Unbefugt kletterten sie über die Mauer eines Quarantänelagers und türmten. Daraufhin schrieb die vietnamesische Polizei sie zur Fahndung aus. Sie veröffentlichte deren Namen und Porträtfotos, so als gelte es, entlaufene Schwerstkriminelle einzufangen (37).

Wie zumindest die Menschenrechtsorganisation Human Rights Watch anzumerken wagt, ist der gesamte Infektionsschutz des vietnamesischen Staats „auf Unterdrückung aufgebaut“ (38).

Erbärmliche Verhältnisse in Nepals Corona-KZs

Nahezu zeitgleich mit Vietnam richtete auch der Himalayastaat Nepal Quarantänelager für „Infizierte“ ein, die er bis heute betreibt. Dabei verstarb der erste Nepalese mit Covid-19 erst am 18. Mai 2020; bis heute vermelden Gesundheitsbehörden unter 28 Millionen Einwohnern gerade mal 102 (!) „bestätigte“ Corona-Todesfälle (39).

Über die bedrückenden Verhältnisse in den Corona-Camps berichteten drei nepalesische Wissenschaftler Ende Juni 2020 in der Online-Zeitschrift Rural and Remote Health (40):

„Nachdem Indien am 24. März 2020 aufgrund des Coronavirus abgeriegelt worden war, kam es zu einem Massenexodus nepalesischer Wanderarbeiter. Angesichts der Zunahme von Infektionen in Indien beschloss Nepals Regierung Quarantänemaßnahmen. Schulen, Tempel und Hallen wurden in behelfsmäßige Quarantänelager umgewandelt.

Angesichts des Mangels an Planung, Logistik und Infrastruktur befinden sich diese in einem desolaten und entmutigenden Zustand. Sie sind in einem Ausmaß überfüllt, das sichere Abstände verhindert. Nahrung, Unterkünfte, Hygiene und sanitäre Einrichtungen sind in einem beklagenswerten Zustand. Trampoline dienen als Behelfsbetten. Es gibt nur eine begrenzte Anzahl von Latrinen, und das Abwassermanagement ist schlecht. Dies erhöht das Risiko weiterer Epidemien wie Malaria, Dengue und viszerale Leishmaniose, insbesondere in südlichen Lagern, die jährlich von der Monsunsaison betroffen sind. Zudem mangelt es völlig an grundlegenden Präventivmaßnahmen wie Moskitonetzen. Jeder Insasse erhält pro Tag einen Essenszuschuss von 178 Nepalesischen Rupien — umgerechnet 1,50 US-Dollar.

Die soziale Ächtung von Covid-19-Fällen nimmt rapide zu. Bewohner in der Nähe der Quarantänelager haben Bedenken geäußert und gegen diese Einrichtungen protestiert. Wer in den Lagern positiv getestet ist, wird stigmatisiert und schikaniert. Soziale Diskriminierung und mangelnde psychiatrische Versorgung führen häufig zu Konversionsstörungen, Panikattacken und Depressionen.

Kürzlich erschien ein Bericht über Selbstmorde von positiv getesteten Patienten sowie über die angebliche Gruppenvergewaltigung einer Frau in einem Corona-Camp in Nepal. Diese dunklen und verzweifelten Taten sind weitere Beispiele für den Zustand des physischen, psychischen und sozialen Wohlbefindens in Nepals Quarantänelagern inmitten einer globalen Krise.“

Am 21. Juni 2018 ist Jacinda Ardern, Neuseelands Regierungschefin, Mama geworden: Sie brachte eine Tochter zur Welt. Welche Welt wünscht sie ihr?

Dieser Beitrag erschien zuerst auf Rubikon.

 

Rubikon / Harald Wiesendanger / Initiative zur Demokratisierung der Meinungsbildung gGmbH, 15.09.2020, Foto: Systembild für: Der Corona-Knast © Thomas Rüdesheim