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Der Supergau

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Wir befinden uns nicht auf dem Weg in eine Diktatur, sondern sind längst dort angelangt

Beginnen wir nochmals mit dem Jahr 2010. 2010 scheint sich in den Synapsen der Machteliten — ich gehe aus erkenntnistheoretischen Gründen davon aus, dass es solche gibt — und der KI-Autisten die Vision eines gänzlich digitalen Lebens durchzusetzen. Das bedeutet: die Vision eines Menschen weitgehend aus seinem biologischen Dasein herausgelöst und daher auch von seiner Kultur und seiner Geschichte abgetrennt. Atomisiert: das ist der angepeilte Idealzustand. Damit der Mensch für die Ablösung bereit ist, braucht es, so scheint es, eine Katastrophe größeren Zuschnitts.

Die Pandemie bleibt in den Visionen — ebenso Planungen und Simulationen genannt — nicht allein. Auch über das Thema Klima wird der Mensch auf Umstände und „Maßnahmen“ vorbereitet, die ihm als unausweichlich dargestellt werden. Was unausweichlich ist, ist alternativlos. Dem hat man sich zu fügen. Schlecht für demokratische Ansätze. Doch wird die Not gut aufbereitet, ist die Akzeptanz vorhanden.

Nicht im gewünschten Fokus der Visionen stehen dagegen Bewegungen, die auf die Macht des Kapitals abzielen. Die Verlagerung von Occupy Wall Street hin zu Klimaaktivitäten — zumal als globale Jugendbewegung — ist ganz im Sinne von Konzernen und anderen globalen Akteuren und wenn ein Al Gore eine Greta da ein bisschen anstupst, ist nichts dagegen einzuwenden (1). Und so hat eine vergleichsweise abstrakte Klimakatastrophe, der in erster Linie mit Technologie und dazugehörigen Aktien zu begegnen ist, die ziemlich konkrete und ziemlich vollständige Zerstörung und Vergiftung von Erde, Wasser und Luft verdrängt — wie das Wort Klimakatastrophe das Wort Umweltzerstörung.

Das ist kein Detail der Geschichte. Immerhin, der Begriff Global Marshall Plan taucht auch in Klimaprogrammen auf, der Kriegs- und Reichsgedanke ist also bereits dem Totalangriff auf das CO2 eingeschrieben. Und das kann nicht verwundern, ist die CO2-Sache doch nicht so ganz bedeutungslos für den Great Reset. Allerdings, so mussten die Philanthropen erkennen, ist das Panikpotential eines Virus im Vergleich zu demjenigen einer Klimaveränderung um einige Dimensionen größer.

Über Einschränkungen und Veränderungen ist zu debattieren, denn die Megamaschine (2) wäre ablösebedürftig. Neue Formen des Zusammenlebens, des Arbeitens und des Daseins überhaupt sind dringendst gefragt.

Auch hinsichtlich der ständigen Ausbreitung des Menschen sind keine Denktabus gesetzt: Seine Individualität, sein Glück ist zu hinterfragen. Allerdings darf all dies nicht unter totalitären Vorzeichen geschehen. Unter solchen aber vollzieht es sich, wenn Philanthropen ans Werk gehen. Das ist der Supergau, von dem ich in Teil 3 berichte.

„Um die Demokratie in Deutschland erneut zu vergeigen, braucht es keinen Hitler 2.0. Ein wenig erforschter Virus ist doch auch hilfreich“ — Hans Peter Arenz, politischer Aktivist aus Köln.

Die verschiedenen WIRS

In den einleitenden Worten zu den verschiedenen Zukunftsszenarien der Rockefeller-Stiftung mit dem Titel „Scenarios for the Future of Technology and International Development“ heißt es:

„… scenario planning allows us to achieve impact more effectively“ (3).

Dieses „us“ ist das „wir“, von dem mein Schwager spricht, wenn er bei der Begrüßung in Abwehrstellung geht, um die bislang üblicherweise erfolgte Umarmung zu verhindern, und sagt: „Sorry, momentan machen WIR das nicht.“ Allerdings gilt diese Gleichsetzung nur innerhalb der Narration. Analysieren wir die Machtverhältnisse von außen her, gilt sie nicht. Denn von der Macht ist mein Schwager — und da kann er sich vor Umarmungen schützen, wie er will — so ausgeschlossen wie ich. Deutlich wird das, weil das Papier der Rockefeller-Stiftung an keiner Stelle von einer Durchlässigkeit spricht. Nirgendwo wird auch nur angedeutet, wie das Volk an Entscheidungen mitwirken könne. Das „us“ bleibt das „us“ der Eliten — um des effektiveren Einflusses willen.

Die Rockefeller-Vision versucht allerdings auch gar nicht erst, den Eindruck zu erwecken, sie sei demokratisch ausgerichtet. Not und Demokratie: das passt nicht zusammen. Das haben sich Machtinstanzen auch in der Vergangenheit stets gesagt, bevor sie Notlagen implementierten. Und das akzeptieren auch Linke, wenn sie sagen: Stay at home! Wissend, dass sie für ihr Beamtengehalt oder die Beamtenrente zuallerletzt auf die Straße zu gehen brauchen.

Und es war mir ob der Stille am Himmel, als hätten die Profitmaximierungsmaschinen angehalten! … tja, schnell ist man eingeschlummert auf dem Sofa. Meine Tochter indes, achtjährig und längst im Besitz der Objektpermanenz, weiß, dass die Megamaschine nicht einfach verschwunden ist, ist sie für Augenblicke nicht zu hören. Allein die vielen Päckchen, die ausgetragen werden, sind ihr aufgefallen.

Es gibt ein Entsetzen über die Visionen, die verkündet werden.
Und es gibt ein Entsetzen darüber, wie alles hingenommen wird.
Das zweite Entsetzen übertrifft das erste.

Voller Möglichkeiten

Ich konzentriere mich im Folgenden auf ein paar paradigmatische Stellen in der Einleitung der Rockefeller-Vision. Peter Schwartz (4) erklärt darin:

„We are at a moment in history that is full of opportunity. Technology is poised to transform the lives of millions of people throughout the world, especially those who have had little or no access to the tools that can deliver sustainable improvements for their families and communities“ (4).

Zu Deutsch: Wir befinden uns an einem Zeitpunkt der Geschichte, der voller Möglichkeiten steckt. Die Technologie ist bereit, das Leben von Millionen von Menschen auf der ganzen Welt zu verändern, insbesondere von Menschen, die kaum oder gar keinen Zugang zu Instrumenten hatten, die nachhaltige Verbesserungen für ihre Familien und Gemeinschaften bewirken können.

Wenn mächtige Instanzen wie philanthropische Stiftungen durchgreifen beziehungsweise eben die Technologie durchgreift — Täterverschleierung hie und da kann nicht schaden und zuweilen wird damit gar nichts verschleiert —, ist die Welt voller Möglichkeiten. Ob diese Möglichkeiten durch den Durchgriff erst entstehen, zuvor schon da sind — vom Himmel hoch oder von Hand geschaffen — oder ob das Durchgreifen diese Möglichkeiten sind, klärt das Papier nicht. Sicher ist nur eines: Es sind dies Möglichkeiten der Macht, nicht der Ohnmacht. Und so fehlt im ganzen Papier die Frage: Wollen die Menschen diese nachhaltigen Verbesserungen, die WIR ihnen bringen, denn auch?

Philanthropen als Auserwählte

„Philanthropy has a unique and critical role to play in this process“ (4).

Nun, innerhalb des Narrativs braucht Philanthropie keine Übersetzung. Und sie wird auch nirgendwo übersetzt. Stellt man die Denkmuster in Rechnung, mit denen hier operiert wird, so ist festzuhalten: Es spricht eine Instanz im Top-Down-Modus, eine Instanz, die darüber bestimmt, was das Leben der Menschen verbessert, und die mehr Einfluss will und die an keiner Stelle nach einer demokratischen Legitimation fragt. Dies sind auch historisch relevante Koordinaten. Totalitäre Ideologien sind stets so verfahren. Sie haben nicht nur die Not bestimmt und den darauf aufbauenden Prozess beziehungsweise die Maßnahmen, die diesen auszeichneten, sondern gleichzeitig auch die Rolle, die ihnen dabei zukommt. Und die kann — für einmal wahrhaft naturgemäß — nur eine einzigartige sein.

Wer die Unordnung definiert, definiert auch seinen Job beim Reinemachen. Ist eben so. Es herrschen absolutistische Verhältnisse.

Ganz locker. Und jedes Reich, auch das Dritte, schob sich im Spiel, das es implementiert, die Rolle des Auserwählten zu. Den Begriff Philanthropie indes darf man nicht zu wörtlich auslegen. Oder eben schon, um ihn dann gänzlich im Sinne der neoliberalen Inverse-Semantik zu decodieren: Menschenliebe als das fraglose Verfügen über Menschen. Damit aber nicht genug:

„By focusing its patience, capital, and attention on the links between technology and international development, philanthropy will change not just lives but the very context in which the field of philanthropy operates“ (4).

Zu Deutsch: Indem Philanthropie ihre Geduld, ihr Kapital und ihre Aufmerksamkeit auf die Verbindungen zwischen Technologie und internationaler Entwicklung konzentriert, wird sie nicht nur das Leben verändern, sondern auch den Kontext, in dem der Bereich der Philanthropie tätig ist.

Im Jahre 1968 hat Gilles Deleuze in seinem Werk „Logik des Sinns“, ausgehend vom Computer, den er als Teil der Staatsapparatur erkennt, die inzwischen ihrerseits zu einem Teil der Konzernapparatur mutiert ist, vom Technokraten als einem „natürlichen Freund des Diktators“ gesprochen und Computer und Diktatur auf einer gemeinsamen Linie verortet. Auch Günter Anders, aus einer anderen, humanistischen Denktradition heraus, hat die zerstörenden Implikationen von Technologie beleuchtet. Im Rockefeller-Papier, ganz in diesem Sinne, aber ohne das Bewusstsein dafür, kommt der Technologie die Funktion zu, Entwicklungen über den Menschen hinweg anzutreiben („how technology could shape development“) und es ist nie der Mensch, vor allem nie der außerhalb der Macht stehende, von dem etwas ausgeht.

Der Mensch findet in der Erzählung lediglich als Nutznießer der Technologie seinen Platz. Stellt man sodann in Rechnung, dass Macht über Technologie verfügt und umgekehrt, so kann es weiter nicht verwundern, dass die Veränderung, zu welcher der Rockefeller-Report antreibt, nicht nur das Leben betrifft, sondern den Kontext, also alle Zusammenhänge, in denen es sich vollzieht.

Mit anderen Worten: Die Philanthropie, wozu die Rockefeller-Stiftung nach eigenem Verständnis gehört, verändert den Rahmen, in dem sie tätig ist. Sie verändert also nicht nur die Situation der einzelnen Spieler, sondern das Spiel auf der Metaebene. Die Machtausweitung hat folglich mehr als eine Dimension und sie allein als flächenmäßige Expansion zu fassen, wäre zu harmlos, geht es doch um eine Durchdringung in allen Richtungen, nicht zuletzt um eine Auslöschung dessen, was man zu früheren Zeiten die geistige Sphäre genannt hat.

„Ich habe großes Glück: Ich darf heute eine Bach-Kantate in einer Kirche spielen. Kurzzeitig auf einer Insel …“, so ein Musiker aus Zürich.

Spätestens mit dem Verweis auf die Änderung des Kontextes und zwar explizit zu eigenen Gunsten müssten bei allen, die totalitäre Entwicklungen ablehnen, die Alarmglocken schrillen, zumal ausdrücklich gesagt ist: „This report represents an initial step in that direction“ (4). Und das war vor zehn Jahren. Anlass zu Panik in diesen Coronazeiten wäre also wahrhaftig gegeben. Und liest man die Leitmedien, so lässt sich eine solche Sorge, banalisiert und zugespitzt, durchaus finden: Putin. In Bezug auf philanthropisches Wirken: tönernes Schweigen, endlos.

Hinter allem steckt der mediokre Traum eines glücklichen Lebens. Fliegen die Beine ausreißen. Käfer zerdrücken. Gold finden. Wie kann das ausgelebt werden, rechtzeitig, auf dass später keine Schwabs und Gates auf Stühlen sitzen und diese Träume als Visionen feilhalten?

Peter Schwartz bleibt Teil der Konversation, keine Angst

Wenn Peter Schwartz die Einleitung mit den Worten schließt: „I look forward to staying a part of that conversation and to the better future it will bring“ (4), so darf er tatsächlich mit aller Zuversicht davon ausgehen, Teil dieser Konversation zu bleiben, die das Leben verändert. Und dass es für die meisten Menschen keinen Part in dieser Konversation gibt, steht ebenso fest. Sie bleiben eben „Nutznießer“, denen die Narration medial vorgespiegelt wird, eine Narration, in der Philanthropie nicht übersetzt wird. Und die — so meine semiotisch hergeleitete These — gleichwohl genügend Signale setzt, auf dass zu erkennen wär, welche Ideologie hier nach der Macht greift und vor allem: dass hier ganz vehement nach Macht gegriffen wird.

Bemerkenswert — und dies sei die letzte Bemerkung zu diesem Papier — ist in diesem Zusammenhang der Umstand, dass den Zeilen immer noch überdeutliche Spuren des „alten Kolonialismus“ — und dies in Zeiten von Political Correctness — eingeschrieben sind, so zum Beispiel hier:

„While the scenarios themselves are narratives about the global environment, we have paid particular attention to how events might transpire in subSaharan Africa, Southeast Asia, and India“ (4).

Zu Deutsch: Während die Szenarien selbst Erzählungen über das globale Umfeld sind, haben wir besonders darauf geachtet, wie sich Ereignisse in Subsahara-Afrika, Südostasien und Indien abspielen könnten.

Vergegenwärtigt man sich die Tatsache, dass die Vision auf die Welt durchgehend im Sinne eines Objekts referiert, auf das es zuzugreifen beziehungsweise auf das es einzugreifen gilt, um die bessere Zukunft zu implementieren, wird die Parallele überdeutlich:

Diese bessere Zukunft wollten die Weißen auch den Wilden bringen, die, so die Ideologie, das aus sich selbst heraus nicht schaffen.

Wenn man weiter berücksichtigt, dass die Stiftung, die hier ihre Vision ausspricht, eine US-amerikanische und nicht in einem der genannten Kontinente beziehungsweise Gebiete „beheimatet“ ist beziehungsweise dass die „ExpertInnen“ nicht aus diesen Ländern stammen und schon gar nicht aus den 99,5 Prozent der Bevölkerung dieser Länder, so verstärkt sich die imperialistisch-kolonialistische Konnotation eines Berichts, der besonders in Afrika, Südostasien und Indien die bessere Zukunft bringen will, abermals.

Semiotik, Ethnografie und so weiter: auch diese Begriffe sind ins System eingegangen, übernommen von jenen, die nach keiner Agenda arbeiten, sondern einfach nach der Logik des Systems. Sturm und Drang, eine Firma aus Hamburg, schreibt:

„Wir erforschen menschliches Verhalten im sich ändernden kulturellen Kontext. Wir wenden kulturelle Forschungsmethoden an: Semiotik und die Untersuchung der sich wandelnden kulturellen Codes; Ethnografie und die Exploration menschlichen Verhaltens, Foresights und die Sicht auf zukünftige Chancen. Die Kombination der drei kulturellen Methoden ist unsere Stärke“ (5).

Wer solches anbietet, um Marken zu branden, versteht sich, hat den Kontext, wie ihn sich die Philanthropen zurechtlegen, bereits adaptiert. Logisch, wenn „Foresight“ zu den Merkmalen der Firma gehört.

Yesterday

Im April 2020 greift Peter Schwartz auf seine Vorarbeit aus 2010 zurück, wenn er zusammen mit deloitte (eine international tätige Firma mit Dienstleistungen in den Bereichen Wirtschaftsprüfung, Risk Advisory, Steuerberatung, Financial Advisory und Consulting) und Salesforce (ebenso eine US-Firma, die als globaler Anbieter von Cloud-Computing-Lösungen agiert) nach der inzwischen „eingetretenen Pandemie“ weitere Planungen entwirft: The World Remade By Covid 19. Untertitel: Scenarios for resilient leaders (6). Schon die Titel weisen aus, worum es geht: Um eine ‚Wiedermachung‘ der Welt, wozu das Virus den Anlass abgibt.

Die Konversation — Peter Schwartz ist also tatsächlich Teil davon geblieben — findet weiterhin in der Führungsetage statt. Vor diesem Hintergrund ist es erstens erstaunlich, sich zu fragen, ob es Eliten gibt, und zweitens, ob diese Entscheidungen treffen, und drittens, ob Covid-19 der Anlass für diese „leaders“ sei, die Welt neu zu schaffen. Der Titel allein legt alles offen.

Als Motto hängen Schwartz und seine Netzwerkfreunde ein Zitat des US-österreichischen Management-Erfinders und Sprücheklopfers Peter F. Drucker aus dem Jahre 1980 über ihre Strategien: „The greatest danger in times of turbulence is not the turbulence itself, but to act with yesterday’s logic“ (7).

Das passt und ergänzt die großen Linien. Und immer unnötiger wird die Mystery-Seite mit dem geheimen Plan. Die Eliten schreiben selbst, was Sache ist: 1. Der Anlass (die Turbulenzen) ist nicht die Gefahr, um die es geht. 2. Die Gefahr ist, dass Leute auf die Idee kommen, mit der alten Logik an die Sache zu gehen.

Logisches Denken von früher hat offenbar die Kraft, das, was angestrengt und angepeilt wird, also die Wiederschöpfung der Welt, zu hintertreiben. Das erklärt den Spaß durch all die Jahre hindurch: Talks-Shows, Tittytainment und Spiele zum Plattmachen. Und wenn linke Analytiker den Stillstand des Lockdowns zum Schweigen der Profitmaschine verklären, dann hat es gewirkt, so zum Beispiel zu sehen im Interview, das Winfried Wolf dem NATO-Enthusiasten Tomasz Konicz auf Telepolis gibt. Dabei setzt der Titel des Beitrags „Wir müssen harte Aufklärungsarbeit leisten“ der Realsatire die Krone auf (8). Und hat es gewirkt, die Talkshows und der ganze Spaß, ist die Gefahr beseitigt, dass eine oder einer mit einer „yesterday‘s logic“ die Sache vermasselt.

Mit anderen Worten: Für dieses „Re-Made“, also die Wiederschöpfung, die nur eine Neuschöpfung sein kann — den ebenso religiösen wie blasphemischen Gehalt des Postulats gilt es durchaus zu erkennen —, kommt die Gefahr nicht vom Virus, sondern von einer kantianischen Logik, zum Beispiel. Die wird den Philanthropen und ihren Top-down-Konzepten gefährlich, Konzepte, die in aberwitzig technologischen Formen (digital, Nano) neue Blüten treiben.

In den anschließenden Planungen finden wir die aus 2010 bekannten Muster. Menschen tolerieren eine stärkere Überwachung. Globale Institutionen und Unternehmen erfahren eine noch höhere Wertschätzung. Irgendwelche demokratisch angehauchte Gedanken: Fehlanzeige. Grundrechte ebenso. Selbst ein leisestes Hinterfragen von Macht ist nicht gegeben. Von der Überwindung des Kapitalismus kein Wort. Die Zerstörung der Erde wird auf das Klima reduziert, die Vergiftung von Böden, von Wasser und Luft existiert nicht in der „tomorrow‘s logic“.

Eine konkrete Handlungsanleitung ist dieses Papier weniger als andere Visionen. Der Text in seiner Gesamtheit aber ist eben keine Analyse, sondern Ausdruck eines auf Handlung zielenden Denkens. Und das Denken basiert auf Ideologie: Technologieheil, Konzern-Kapitalismus, Entscheidungen durch Führungsfiguren, keinerlei Machtkritik. Das ganze Setting ist reaktionär beziehungsweise feudal-faschistisch geprägt. Und in einem solchen sind ‚Erkenntnisse‘ immer schon Diktat.

Da hat man einerseits Corona. Ein Virus, das in keiner Gegend der Welt eine Übersterblichkeit hervorruft. Und man hat den zitierten und weitere Texte, die das Durchgreifen ankündigen. Mit einem Vokabular, das an Totalitarismus nicht zu überbieten ist. Und dann hat man die „altgedienten Linken“, denen man beides serviert. Diese totalitären Papers und das Virus. Und was sagen sie? „Stay at home!“

Nettes Beisammensein kurz vorm Unglück

Im Oktober 2019 veranstalten das WEF, die Gates-Stiftung und die private John Hopkins-Universität, also die drei Akteure, die nun auch global am Drücker sind beim Verdrängen der alten Logik, gemeinsam ein Pandemie-Szenario: das Event 201 (9). Medizinisch ist die Runde bescheiden bestückt, es gibt zwar Mediziner — einer der wenigen ist der Chef der chinesischen Seuchenbehörde —, zur Hauptsache indes nehmen Firmenvertreter, CEOs, ehemalige CIA-Beamte, PolitikerInnen und natürlich Pharmaleute am Tisch Platz.

Das Gremium lässt das Virus in Brasilien ausbrechen, zunächst relativ still, dann eruptiv. Keine Grippeimpfung im ersten Jahr. Als Folge gehäufte Todesfälle weltweit, die soziale und wirtschaftliche Situation wird immer prekärer. Die Pandemie endet nach 18 Monaten mit 65 Millionen Toten. Soweit die Ouvertüre, die so auch Schüler einer gymnasialen Vorstufe zustande gebracht hätten. Bei den Todeszahlen übertreibt man gerne mal.

Gates sprach 2015 von 10 Millionen, 2018 von 33 Millionen im Zusammenhang mit möglichen Pandemien. Bereits bei der Schweine- und Vogelgrippe war keine Zahl zu hoch, Drosten beispielsweise griff auch da nach Millionen. Es können gar nicht genug sein, wie es scheint, und demjenigen stehen alle Türen offen, der am meisten bietet. Keine Einladung in die Führungsetagen erhalten dagegen Mediziner mit der alten Logik, der kantianischen zum Beispiel, Medizinerinnen, die sich am Wettbieten nicht beteiligen.

Es arbeitet niemand nach einer Agenda. Alle arbeiten nur nach der Logik des Systems, in dem sie arbeiten.

Nach der Ouvertüre sind die Ideen aber noch nicht ausgegangen. Die Pandemie, so die Expertengruppe, wirke weiter, nun auf tiefem Niveau, bis eine effektive Impfung existiert oder 80 bis 90 Prozent dem Virus ausgesetzt gewesen seien — immerhin dieser Gedanke! Dass zuvor von einem Jahr bis zur Impfung gesprochen wird, kurz danach von 18 Monaten: egal, es ist ja eine Simulation. Als grundlegende Ziele die bereits bekannten: schnelles Top-Down-Durchgreifen, Fokus auf globale Instanzen, Absenz von Demokratie. Eines ist neu gegenüber 2010: die Kontrolle der Medien. Das Paper hält fest:

„Governments and the private sector should assign a greater priority to developing methods to combat mis- and disinformation prior to the next pandemic response“ (9).

Ich greife diesen Aspekt nachfolgend auf, wenn ich einzelne paradigmatische Aussagen aus dem Kreis der ‚ExpertInnen‘ beleuchte (10) und in den „Kontext“ stelle.

Plausibilität

Immer wieder wird die Fiktion als Realität beschworen. So betonen mehrere TeilnehmerInnen, dass die Simulation bald wahr werden könnte. Wie die in die Höhe getriebenen Todeszahlen erleichtern auch Beschwörungen dieser Art das Roll-out der Maßnahmen. Die Funktion solcher Aussagen, rational besehen, ist demnach klar. Und egal, ob ein Vorwissen bezüglich eines Ausbruchs besteht oder nicht, ist leicht abzusehen, dass bei einer hohen Bereitschaft für Maßnahmen, die wiederum durch das häufige Erwähnen des Katastrophenfalls und durch eine — in Form einer Litanei dargebotene — möglichst hohe Opferzahl erzeugt wird, diese Maßnahmen auch widerstandslos angeschoben werden können.

Im Idealfall ohne oder bei nur sehr eingeschränkter Notlage, die in erster Linie eine Lage ist mit inszenierter Not. Was sich empirisch ebenso leicht beweisen lässt: Wird ein Ausbruch angekündigt, möglichst konkret, wie dies Gates zum Beispiel tat, als er 2019 davon sprach, ein Killervirus aus Chinas feuchten Märkten könnte die Welt infizieren, so erscheint in den Köpfen der Menschen ein daraufhin ausgebrochenes Notfallgeschehen als plausibler. Die Deutung, schlaue Köpfe hätten die Gefahr erkannt, geht über diejenige: Der Ausbruch richtet sich nach der Simulation.

Finanzdiktatur

Im Rahmen der Simulation werden Regierungen finanziell gestützt, die aufgrund der Pandemie zu schwächeln beginnen, also vom Volk bedrängt sind. Das bedeutet: Event 201 konzipiert die Diktatur im globalen Maßstab über Finanzkanäle. Neben dem Geld, das zu global tätigen Companys fließt, besonders zu Firmen, die Impfstoffe entwickeln — Steuergelder für Impfung, das Risiko tragen die Menschen, an denen das Experiment vollzogen wird —, sollen auch politische Top-Down-Strukturen mit Hilfe von Kapital gesichert werden. Im Paper selbst steht:

„But there will also be a need to identify critical nodes of the banking system and global and national economies that are too essential to fail — there are some that are likely to need emergency international financial support as well“ (9).

Zu Deutsch: Es wird aber auch notwendig sein, kritische Knotenpunkte des Bankensystems sowie der globalen und nationalen Volkswirtschaften zu identifizieren, die zu wichtig sind, um zu scheitern. Es gibt einige, die wahrscheinlich auch internationale finanzielle Nothilfe benötigen.

Das Ende der kleinen Kapitalisten

Explizit mehrfach erwähnt: Es gibt die Kategorie der Konzerne, die „too essential to fail“ sind (essential für wen? wer bestimmt?). Die werden durchgefüttert. Spätestens an dieser Stelle verliert der Kapitalismus naturgemäß für all jene den letzten Reiz, die vielleicht seit ihrer Kindheit an ihn geglaubt haben im Sinn eines fairen Wettbewerbs. Es wenden sich Menschen ab, die kleine und mittelständische Unternehmen (KMUs) aufgebaut haben und nun zusehen, dass sie über ein Virus den Großen geopfert werden, die gar nicht am Wettbewerb teilnehmen, sondern einfach nur fressen. Dass daraus eine grundsätzliche Kapitalismuskritik wird, ist zu hoffen.

„Milliarden von Menschen haben sich von einigen wenigen Politikern und Wissenschaftlern auf der Basis falscher Modelle und Zahlen erst ihre Bewegungsfreiheit, dann ihren Job und schließlich ihre Würde nehmen lassen. Und das Schlimmste daran ist: Sie haben deswegen keine Bedenken. Sie finden das in Ordnung! Sie bedanken sich sogar dafür“ — Michael Morris.

Selbstbedienung und Krieg

Event 201 bringt die Selbstbedienungsmentalität der Eliten zum Ausdruck, die in aller Öffentlichkeit die noch weitere Umverteilung des Vermögens von unten und der Mitte nach ganz oben simulieren. Im Zusammenhang mit diesen Prozessen und der damit propagierten Implementierung einer neuen Normalität wird von einem neuen Marshallplan gesprochen.

Die Autoren verstehen ihr Handeln demnach als Teil eines Kriegsszenarios, denn ein Marshall-Plan lässt sich ohne Krieg nicht denken. Dass die Politik bei diesen Top-Down-Veränderungen absolut kritiklos mitmacht — egal, welche Partei–, lässt sich einerseits mit grenzenloser Naivität, mehr noch aber wohl durch den Umstand erklären, dass die Politiker weltweit in der neuen Normalität auf einen Platz zumindest im Windschatten der Eliten hoffen, vielleicht als deren Wachhund in einem Vorgarten mit eigener Villa. Zum Krieg passt auch ein Motto, das mehrfach zitiert wird: „All hand at desk!“

Nicht die demokratische Teilnahme ist gemeint, es ist der Aufruf zur Mobilmachung. In diesem Sinne ist das Volk beteiligt. Als Kanonenfutter.

Dass hier ein Bezug zum in philanthropischen Kreisen immer wieder ausgesprochenen Ziel einer massiven Bevölkerungsreduktion besteht, ist offensichtlich — der Bezug der Philanthropie zur Eugenik, systematisch und historisch, wäre in einem eigenen Artikel zu beleuchten. In diesem Zusammenhang ist bemerkenswert, dass die Simulation davon ausgeht, dass bis zu 65 Prozent der Menschen bereit seien, sich auch einen kaum geprüften Impfstoff verpassen zu lassen.

Die Weltregierung als Ziel

Diese treibt auch Event 201 an. Das lässt sich anhand unzähliger Aussagen aufzeigen, die ohne dieses übergeordnete Ideal keinen Sinn hätten. Seit Jahren künden Philanthropen diese Regierung an, Gates ist nur einer davon. Eine der „players“ bei Event 201, Avril Haines, eine ehemalige CIA-Direktorin, sagt: „We need an international mechanism“ (10). Und sie spricht vom „larger plan“, zeitgebunden und mit sehr klaren Zielen. Immerhin, wir wissen: Wer den Lockdown nicht machte, musste einigem Druck widerstehen. Schweden, eine der strukturstärksten Volkswirtschaften der Welt, konnte das. Andere nicht.

Kontrolle der Medien

Das schriftliche Paper zu Event 201 hält fest:

„Governments will need to partner with traditional and social media companies to research and develop nimble approaches to countering misinformation. This will require developing the ability to flood media with fast, accurate, and consistent information. Public health authorities should work with private employers and trusted community leaders such as faith leaders, to promulgate factual information to employees and citizens“ (9).

Zu Deutsch: Die Regierungen müssen mit traditionellen und Social-Media-Unternehmen zusammenarbeiten, um flexible Ansätze zur Bekämpfung von Fehlinformationen zu erforschen und zu entwickeln. Dies erfordert die Entwicklung der Fähigkeit, Medien mit schnellen, genauen und konsistenten Informationen zu überfluten. Die Gesundheitsbehörden sollten mit privaten Arbeitgebern und vertrauenswürdigen Gemeindevorstehern wie Glaubensführern zusammenarbeiten, um den Mitarbeitern und Bürgern sachliche Informationen zu übermitteln.

Die Forderung nach Softpower-Techniken, um die Deutungshoheit auf dem Weg zu einer „stronger global governance“ wird in den Marshallplan aufgenommen. Twitter und Facebook-Accounts sind zu löschen — so konkret wird es ausgesprochen! Die ganze Zensurapparatur wird durchgespielt: Internet ganz schließen, Internet partiell schließen, Websites schließen. Strafen für Falschinformation, Maßnahmen gegen Fake-News, das alles möglichst auf globaler Ebene.

Vor allem aber eines: Die Menschen mit Informationen fluten. Die Losung des Flutens wird mehrmals ausgesprochen — und werfe ich einen Blick auf die deutschen Leitmedien, so ist das maximal umgesetzt. „… media companies should commit to ensuring that authoritative messages are prioritized and that false messages are suppressed including though the use of technology“ (9): Noch mehr an Totalitarismus geht nicht.

Welches Land, welcher Ort, welche Zeit? In Österreich ist es bei Strafandrohung zwei Menschen untersagt, sich zu küssen, wenn sie nicht nachweislich in einem Haushalt zusammenleben. Das gilt nicht nur in der Öffentlichkeit, sondern auch in den eigenen vier Wänden. Dies verkündete der österreichische Vizekanzler und Bundesminister für Soziales, Gesundheit, Pflege und Konsumentenschutz, Rudolf Anschober, von der Partei „Die Grünen“ am 28. April 2020 (11).

Wenn ich in die biedere Runde der 201-ExpertInnen schaue, diese mediokren Business-Gesichter, so stellt sich mir zuweilen die Frage: Ist das alles des Geldes wegen? Oder aus Langeweile? Weil digitales business-life, in dem diese hirnrissigen, smart-biederen Typen existieren, so unendlich „boring“ ist? Kann es sein, dass sie deshalb den Krieg wollen? Oder haben sie einfach den Bezug zur Semantik verloren? Krieg = Küssen? Küssen = Krieg? Agieren sie bloß noch als Retorten?

Das totalitäre Manifest

Ich habe drei vor dem Ausbruch des Notfalls geschriebene Visionen/Berichte gelesen: Den Rockefeller Report 2010, den WHO-Report 2019 mit dem Titel A World At Risk, mit Textauszügen in Supergau 2, und die Dokumentation zum im Oktober 2019 abgehaltenen Event 201. Zusätzlich habe ich zwei bereits nach ‚Ausbruch der Notlage‘ herausgegebene Dokumentationen gesichtet: den ebenso von der Rockefeller Stiftung verfassten National Covid-19 Testing Actionplan, herausgegeben im April 2020, von dem es mittlerweile ein Update gibt, und The World Remade by Covid 19. Obgleich das fünf Dokumente sind, lese ich immer den gleichen Text.

Die Phraseologie hat sich seit 2010 kaum verändert. Es ist die gleiche Rhetorik, es sind die gleichen Satzmuster, die gleiche totalitäre Semantik. Mottos und Erkenntnisse, die sich ausnahmslos und übrigens auch gänzlich naiv als Handlungsanweisung, im Grunde aber als Diktat verstehen, sind allesamt austauschbar. Die einzelnen Visionen haben insofern etwas Beliebiges, sind keineswegs einzigartig. Umso mehr machen sie die Denkmuster der Eliten fassbar, die hinter den Texten stehen. Die Vernetzung der Personen untereinander, gebunden an Stiftungen und internationale Organisationen, die als VerfasserInnen beziehungsweise TeilnehmerInnen zeichnen, ist gut dokumentiert. Es ist sozusagen ein Geflecht, das spricht. Auch finanziell gesehen.

Die aus der genauen Lektüre gewonnene Erkenntnis über das Geflecht wiegt schwer. In aller Kürze und wiederholend, auf dass es auch noch der letzte Linke begreift: Top-Down-Anweisungen; Führer als handelnde Instanzen; die Welt ist auf ein Objekt des Zugriffs reduziert; die Begriffe, mit denen zugegriffen wird, entstammen mehrheitlich einem totalitär-kriegerischen Begriffsfeld.

Der Mensch, der nicht zu den „leaders“ zählt, tritt lediglich als Objekt auf, Grundrechte, demokratische Abwägungen, geschweige denn die Frage nach einer demokratischen Legitimation irgendeines Handelns: alles inexistent. Die Umverteilung von Kapital qua Entnahme öffentlicher Gelder zugunsten von Companys „too essential to fail“ wird offen ausgeschrieben, ebenso, dass Regierungen, die ins Wanken geraten, mit Geldern stabilisiert werden.

Diktatur deutlicher ausschreiben: geht nicht.

Wer diese Texte liest und nicht erkennt, dass es hier um eine Ouvertüre — die Vorbereitungsfäden ziehen sich weit ins 20. Jahrhundert — eines finalen Durchbürstens von oben herab geht, muss entweder schwerwiegende Deprivationen aufweisen oder ist im Narrativ eingeschlummert. Zwischen Spaß und Effizienz implodiert oder zuletzt in den Fluten der Informationen ertrunken. Insofern ist die Diskussion darüber, ob mit der Planung das Geplante auch zur Verwirklichung „gedacht“ sei, lächerlich.

Ja doch, man kann sich fragen, ob es eine Agenda denn wirklich gebe? Und dies, nachdem die Lehrerin den Wochenplan an die Tafel geschrieben hat mit der Anweisung, ihn abzuschreiben. Ob es den Plan gebe und die Lehrerin dazu und ob das alles ernst gemeint sei: das alles ist nie gänzlich sicher. Auch nach der Abschrift nicht. Und im Rahmen von Bewusstseinsphilosophie und Wirklichkeitskonstruktionen gibt es durchaus Gründe für solche Fragestellungen.

Allerdings gibt es Augenblicke, politisch, gesellschaftlich betrachtet — der Aufruf zum Töten von Kleinkindern auf ARD und ZDF-Kanälen beispielsweise könnte einen solchen Augenblick markieren, auch die Angst der Menschen, überhaupt noch zu sagen, was sie meinen —, da sollte man sich, bevor man sich in Bewusstseinsfragen verliert, der Übereinstimmung von Zeichen einfach mal gewahr werden. Und dann ist für Covidioten eben klar, dass ein Plan an der Tafel steht. Für Volldeppen nicht.

Mir ist, auf Straßen, in Parks, auf Spielplätzen, am Ufer des Rheins, aufgefallen, dass Menschen, die sich austauschen, fast nur noch über Funktionales sprechen. Über Abläufe. Fahrräder. Zeiten im Tag. Und ob dieses Ablaufen ein Stress sei oder ganz entspannt. Sie sprechen nicht über Inhalte. Das war 1980 noch anders.

Der Mystery Text — endlich

Die Denkmuster, die in den Eliten-Köpfen vorherrschen, sind totalitär, gleichgültig, ob sie selbst darum wissen oder nicht. Die Wachhunde der Elite zumindest wissen es kaum und können deshalb ganz authentisch die demokratischen Lieder vorheulen. Und sie sind nicht nur totalitär, sondern auch feudalistisch. Ihre Visionen zielen per se auf den Durchgriff und lassen sich von einem solchen in keiner Weise abtrennen. Am eindrücklichsten zeigt sich dies vielleicht in einem paradoxen Moment der Reporte, nämlich in der immer wieder betonten Gewissheit, das Vorausgesagte werde bestimmt eintreffen.

Die Häufung der Ankündigungen allein schon evoziert eine Wirklichkeit der Verhältnisse, die angekündigt werden. Durch Sprechen materialisieren. So könnte man das auch nennen in Anlehnung an magische Konzepte aus früheren Zeiten. Paradox nenne ich das indes deshalb, weil über die Häufung — ginge es darum, eine Gefahr zu benennen, könnte sie einmal benannt werden und die Sache wäre erledigt — der Aussage eine Sehnsucht eingeschrieben wird, ein Wunschdenken, so könnte man das auch nennen — und bei Reichen bleiben Wünsche selten Wünsche! Und eine Sehnsucht in ansonsten gänzlich technokratischen Texten fällt auf. Und entlarvt.

Liest man genau, so hat das Anlegen der Maßnahmen durch WHO etcetera, das „Maß-Nehmen“, das „Aus-Messen“, das „Die-Welt-In-Den-Griff-Nehmen“, Verfolgen, Zurückführen, Identifizieren, Primat vor dem Verhindern von irgendwas. Die Aussagen, wonach es um die Veränderung des Kontextes gehe, um eine neue Logik oder auch um den Mechanismus der „Preparedness“, ein anderes inflationär eingesetztes Wort, und also um die Implementierung einer neuen Struktur, die verschiedentlich auch als Weltregierung ausgesprochen wird, welch Bubentraum, belegt dieses Primat.

Wenn nun diesem offen zu Tage liegenden totalitären Manifest von irgendeiner Seite noch ein Subtext, ein mysteriöser, beigeschoben wird, so bleibt zu konstatieren: Er ist schon vorhanden und insofern obsolet.

Ich wurde auf einen solchen „Geheimplan“ über die Seite Der Mensch — Das faszinierende Wesen aufmerksam (12). Der da vorgelegte Plan entspringt der Transkription und Übersetzung eines Podcasts in englischer Sprache. So wird gesagt. Auf diesen Podcast, der Autor wird genannt, besteht allerdings kein Zugriff. Die Textsorte ist die eines Kochbuchs. Du nimmst, Du erstellst, Du setzt in Gang. Insofern gar nicht so weit von den Visionstexten entfernt. Man könnte das durchaus als Parodie verstehen.

Für den Fokus meiner Arbeit allerdings brauche ich mich nicht darin zu vertiefen, denn im Grunde liegt alles, was da steht, zu Tage, und deshalb sollte man sich vielleicht besser mit den offiziellen Broschüren beschäftigen. Allerdings möchte ich doch — um nicht dogmatisch zu erscheinen — eine beispielhaft zentrale Aussage des „Geheimplans“ mit dem, was ich totalitäres Manifest nenne, also den verlautbarten und verschriftlichten Visionen, abgleichen.

Im Dokument heißt es (12):

  • Erfinde ein sehr ansteckendes Virus mit einer super niedrigen Mortalität, das zu diesem Plan passt (Research Strain), indem SARS, HIV, Hybrid Research Strain im Fort Dietrich Class 4 Labor kombiniert werden, 2008 bis 2013, als Teil eines Forschungsprojekts, um herauszufinden, warum Corona-Viren sich bei Fledermäusen so rasend schnell verbreiten, aber bei Menschen dies nicht tun. Um dem entgegenzuwirken, wurden dem Virus 4 HIV-Inserts gegeben. Der fehlende Schlüssel, um den Menschen zu infizieren, ist der Ace-2-Rezeptor.
  • Erfinde eine gefährlichere Version des Virus mit einer viel höheren Sterblichkeitsrate als Backup-Plan (Weaponized Tribit Strain). Bereit in Phase 3 freigegeben zu werden, aber nur, wenn nötig. SARS/HIV/MERS (Research Strain) und Weaponized Tribit Strain wurden 2015 im Fort Dietrich Class 4 Labor entwickelt.
  • Transportiere Research Strain in ein anderes Class 4 Labor, das National Microbiology Lab in Winnipeg Canada, und lasse es „von China gestohlen und weggeschmuggelt werden“, Xi Jang Lee, in Chinas einziges Class 4 Labor, das Wuhan Institute of Virology in Wuhan China. Für zusätzliche plausible Verleugnung (plausible deniability) und dazu beizutragen, das gewünschte öffentliche BackupSkript als etwas zu zementieren, auf das man bei Bedarf zurückfallen kann. Das primäre Skript ist seine natürliche Entstehung. Backup-Skript ist, dass China es erstellt und durch einen Unfall verbreitet hat.

Ohne auf die virologischen Details einzugehen, ist festzuhalten: Die hier ausgeschriebenen Abläufe mögen einigen als plausibel erscheinen, anderen nicht. Und ganz bestimmt ist die am Event 201 entwickelte Informationspolitik nicht darauf aus, solche Meldungen — obgleich sie sich im Grunde nur um eine kleine Drehung von den Visionstexten unterscheiden — als glaubwürdig herauszustellen. Die Entstehung des Virus ist allerdings unter dem Aspekt des Totalitarismus zweitrangig. Die Denkmuster sind in ihrer Totalität mit aller Deutlichkeit ausgeschrieben in den offiziellen Versionen. Der dort ablesbare Totalitarismus hängt nicht davon ab, ob auch das Virus mittels einer Top-Down-Setzung in die Welt gebracht worden ist oder nicht.

Anders ausgedrückt: Der totalitäre Gehalt wird nicht mehr und nicht weniger, egal, auf welche Weise das Virus das Licht der Welt erblickt hat. Dass es technisch möglich wäre, dieses Virus mit Absicht zu implementieren, müsste jeder und jedem, der sich der Gesinnung der Eliten bewusst ist, ohnehin zu denken geben. Und totalitär ist im Rahmen der gegebenen Machtverhältnisse sowohl der Weg über die Fledermäuse als auch die Direktherstellung in einem Labor. Denn: Wäre das Virus nicht natürlich gekommen oder auch überhaupt nicht gekommen, es wäre doch gekommen. So sagen es die Visionen der Eliten an zig Stellen ganz ausdrücklich. Und wenn der Geheimplan festhält:

„Falls die Mehrheit der Menschen gegen die Agenda angeht, dann setze Weaponized SARS/HIV/MERS Tribit Strain als Phase-3-Operation frei. Ein Virus mit einer Sterblichkeitsrate von 30 Prozent und mehr als letzter Schreck, um die Minderheit zu bestrafen, um schnell die Mehrheit zu werden und denjenigen, die nicht zuhörten, ein letztes ‚Wir haben es euch gesagt‘ zu geben“ (12).

So wird er auch an dieser Stelle seiner Sprengkraft dadurch beraubt, als dass die Eliten das selbst ankündigen, zum Beispiel in diesen Tagen erneut. „Die Coronavirus-Pandemie stellt einen harten Test für die Bereitschaftsplanung der Welt dar“, so ein neuer WHO-Bericht, an dem die ehemalige Chefin der Organisation mitwirkte: Gro Harlem Brundtland, sozusagen eine Thatcher-Reinkarnation, sie war auch bei A World At Risk dabei. Und weiter: Sollten nicht die richtigen Lehren daraus gezogen und entsprechend gehandelt werden, „dann wird die nächste Pandemie, die auf jeden Fall kommt, noch verheerender sein“.

Das Muster, es wird etwas noch Schlimmeres folgen, „auf jeden Fall“, ist also offiziell ausgeschrieben, und wer erst erwacht, wenn es dann kommt und nicht ob der längst überdeutlichen totalitären Struktur, in die dieses Kommen und seine Ankündigung eingebettet sind, dem ist nicht zu helfen.

Diesen Eliten und ihren Organisationen, welche die noch schlimmere Pandemie ankündigen, als Drohung und Tatsache zugleich, auch noch die Regie für „eine bessere Zukunft“ zu überlassen: das lässt sich nur noch durch Fatalismus, tiefste Entsagung oder aber ein allumfassendes Stockholm-Syndrom erklären.

Im neuen Kontext verschwindet eine h-moll Messe aus dem Gedächtnis der Menschheit. Zuerst Krönung, dann Virenspreader, dann gelöscht. Das Gedächtnis folgt und dann der Mensch. Wie die Diktatur noch stoppen? Wenn die Polizei gegen die Demonstration in Berlin vorgeht, das Grundgesetz und jegliche Grundrechte missachtend, wenn der Innensenator von Anfang an auf die Demontage der Demonstration hinarbeitet, wenn mit einer Reichsbürgershow der demokratische Wille torpediert wird und wenn die Linke ihre Parteimitglieder aufruft, den DemonstrantInnen kein Gastrecht zu gewähren, so findet das nicht im luftleeren Raum statt, sondern in einem Kontext.

All diese Menschen, in Jewgeni Iwanowitsch Samjatins Roman „WIR“ wären es Nummern, arbeiten bereits im Kontext. Nicht nach einer Agenda. Nur noch der Logik des Kontexts. Dafür brauchen sie die fünf Texte, die ich beleuchtet habe in diesen Supergau-Folgen, nicht wirklich zu kennen.

Falls sie sie jedoch kennen, so bestimmt im Sinne des Narrativs: Da ist eine Not. Und dieses Narrativ braucht diese fünf Texte nicht, dringt es doch über gänzlich andere Fluten in die Gehirne. Tag für Tag. Stunde um Stunde. So will es der Plan, der keine Agenda ist. Und deshalb, liebe Leute, wäre es wichtig, dass immer mehr Menschen — ganz gegen die neue Logik — wieder lesen lernen. Damit WIR Ohnmächtigen uns aus dem Kontext befreien können, den die Philanthropen, für uns „das Beste“ wollend, gestrickt haben.

Wie die Diktatur noch stoppen? Die einzige Möglichkeit scheint mir, dass immer mehr Menschen die Visionen der Philanthropen als das lesen, was sie sind. Und vielleicht — oh Wunder — gehört zu diesen immer mehr Menschen sogar mal ein Journalist oder eine Journalistin der Leitmedien. Jemand mit genügend Mut. Und Unmut zugleich.

Der Beitrag ist zuerst hier erschienen.

 

Initiative zur Demokratisierung der Meinungsbildung gGmbH, 29.09.2020, Foto: Systembild für: Der Supergau © Ria Sopala