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USA Wahlen- Das Rennen zwischen Trump und Biden

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Die Wahlen un den USA 2020

Washington- Entscheidend für den Wahlsieg werden nicht die landesweiten Umfragen sein, sondern die Ergebnisse in den Bundesstaaten.

Dass beide Kandidaten unterschiedlich sind, ist keine Überraschung. Donald Trump oder Joe Biden? Amtsinhaber gegen Herausforderer, Republikaner gegen Demokrat. Die nächste US-Wahl findet am 3. November 2020 statt.

US-Wahlkampf – TV-Fernduell zwischen Trump und Biden

Wegen Donald Trumps Corona-Infektion hat das zweite TV-Duell als Fernduell stattgefunden. Die Fragen der Wähler beantworteten Joe Biden und er getrennt voneinander.

US-Präsident Donald Trump und sein demokratischer Herausforderer Joe Biden sind zeitgleich bei konkurrierenden TV-Fragestunden mit Wählern aufgetreten. Biden stellte sich in der Nacht den Fragen von Wählern in Philadelphia, Trump trat in Miami auf. Die sich beschleunigende Pandemie und der Umgang mit Extremisten im Land waren für beide Politiker ein Thema.

Aggressive Fragen, ausweichende Antworten

Trump wirkte sichtbar wütend über aggressive Fragen, insbesondere zu Beginn der Stunde. Fragen zum Zeitpunkt seines Coronavirus-Tests, seinen Plänen für die Krankenversicherung in den USA und seinen Steuerunterlagen wich er aus. Die Wählerinnen und Wähler stellten ihm auch Fragen zu Verschwörungstheorien und zu seinem Unwillen, Masken zu tragen. Biden musste sich zu Rassismus und Steuersenkungen äußern.

Biden nutzte die Gelegenheit, um erneut das Corona-Krisenmanagement der US-Regierung zu kritisieren. Es sei “die Verantwortung eines Präsidenten, zu führen”, sagte Biden am Donnerstagabend im Sender ABC News. Trump “hat das nicht getan”. Stattdessen habe sich Trump zu sehr auf den Aktienmarkt konzentriert und die Ausbreitung des Coronavirus heruntergespielt.

Das habe sowohl die Gesundheit der US-Bürgerinnen und -Bürger als auch die Wirtschaft bedroht.

Er selbst höre auf die Wissenschaft, sagte Biden. Er warf Trump außerdem vor, sich nicht aktiver um ein weiteres Konjunkturpaket bemüht zu haben.

Trump verteidigte seine Politik und entzog sich Fragen nach einem möglichen Fehlverhalten vor seiner eigenen Covid-19-Erkrankung. Er ließ im Unklaren, ob er vor der ersten Fernsehdebatte mit dem demokratischen Präsidentschaftskandidaten tatsächlich – wie es die Regeln verlangen – einen negativen Coronavirus-Test erhalten hatte. “Möglicherweise habe ich, möglicherweise habe ich nicht”, sagte der Präsident bei seinem Auftritt im Sender NBC News in Miami.

Die Regeln für die Debatte verlangen von beiden Kandidaten ein negatives Testergebnis vor der Teilnahme. Dieses müssen sie aber nicht nachweisen. Zwei Tage nach dem TV-Duell war Trump positiv auf das Virus getestet worden.

Trump bezweifelt Schutz durch Masken

Trump wiederholte seine Zweifel am Sinn einer Maskenpflicht. “Leute mit Masken werden die ganze Zeit infiziert”, sagte er auf eine entsprechende Frage, die auf eine große Versammlung im Weißen Haus am 26. September abzielte. Es wird davon ausgegangen, dass sich viele Menschen, darunter der Präsident und seine Frau Melania, bei jener Veranstaltung mit dem Virus infiziert haben. Die meisten Gäste trugen keine Maske. Trump trägt selten eine. Auch zur Fragestunde in Miami erschien der Präsident ohne Mundschutz.

Das Zentrum für Krankheitskontrolle und -prävention vertritt die Auffassung, dass das Tragen einer Maske der beste Weg ist, sich vor einer Infektion zu schützen, während ein Impfstoff entwickelt wird. In den USA sind mehr als 215.000 Menschen mit einer Coronavirus-Infektion gestorben – mehr als in jedem anderen Land der Welt.

Anders als Trump positionierte sich Biden klar als Maskenbefürworter und sagte, Masken könnten einen zweiten Lockdown in den USA verhindern. Dem Präsidenten komme eine Vorbildfunktion zu, sagte Biden, der sich in der Öffentlichkeit stets mit Mund-Nasen-Schutz zeigt. Wenn der Präsident keine Maske trage oder sich über Menschen lustig mache, die sie tragen, kämen die Leute zu dem Schluss, dass es nicht wichtig sei. Trump habe “enorme Gelegenheiten” in der Pandemie verpasst.

Die Frage, ob eine Coronavirus-Impfung verpflichtend sein sollte, beantwortete Biden nicht eindeutig. Man sollte darüber sprechen, sagte Biden, bemerkte aber gleichzeitig, dass eine Verpflichtung schwierig durchzusetzen sei.

“Ich weiß nichts über QAnon”

Die Moderatorin, die Trumps Fragestunde leitete, lenkte das Gespräch auch auf Trumps Haltung zu Rechtsradikalen. Auf ihre ausdrückliche Nachfrage sagte der Präsident, er verurteile Rechtsradikale “seit Jahren”. Er fügte hinzu, er verurteile aber auch die Antifa und “diese Menschen auf der Linken, die unsere Städte niederbrennen”.

Auf die QAnon-Verschwörungstheorie angesprochen, sagte Trump: “Ich weiß nichts über QAnon. Lassen Sie mich Ihnen nur sagen, was ich darüber höre, ist, dass sie sehr entschieden gegen Pädophilie sind, und dem stimme ich zu.”

Eigentlich sollten die Kandidaten in einer gemeinsamen Fernsehdebatte befragt werden. Die Planungen für das zweite Duell vor der Wahl am 3. November gerieten aber durcheinander, nachdem sich Trump mit dem Coronavirus infiziert hatte. Trump hatte sich geweigert, aus Sicherheitsgründen die Debatte online abzuhalten. Biden kündigte daraufhin eine eigene TV-Veranstaltung an, Trump zog nach.

Das erste Duell Ende September war bereits chaotisch verlaufen. Die beiden Bewerber hatten sich mehrfach gegenseitig beleidigt, und vor allem Trump war Biden immer wieder ins Wort gefallen.

 

PSM, Foto: Das Rennen zwischen Trump und Biden © JIM WATSON / AFP

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